Kölner Haie auf der Suche nach Konstanz

Trainer Niklas Sundblad von den Kölner Haien

Druck wächst beim KEC

Kölner Haie auf der Suche nach Konstanz

Die Kölner Haie, als Titelfavorit gestartet, suchen auch nach zwei Dritteln der Saison nach Konstanz. Der Druck wächst bei den Kölnern, die nun sogar um das Minimalziel fürchten.

Verlass ist bei den Kölner Haien derzeit vor allem auf die Zuschauer. Im Vergleich zum Vorjahr kamen in dieser Saison bislang 1.000 Fans mehr zu den Heimspielen in die Arena am Deutzer Bahnhof. Mehr als 12.000 sind es im Schnitt, soviel wie sonst nur in Berlin bei den Eisbären. Die Fans strömen weiter zum KEC - und das trotz wenig überzeugender und vor allem: äußerst wechselhafter Auftritte ihres Eishockey-Teams.

Frust bei Spielern und Fans

Die Kölner Boulevardzeitung Express hatte die Spiele gegen Ingolstadt und Iserlohn zum "Wochenende der Wahrheit" ausgerufen, angesichts des erstmals in dieser Saison drohenden Absturzes aus den Playoff-Rängen. Nach der 3:4-Niederlage am Freitagabend (08.01.2016) gegen die Ingolstädter haben sich die Haie wieder ein Stückchen mehr von ihrem Minimalziel entfernt. Auf Platz sechs, der die direkte Teilnahme an den Playoffs bedeutet, haben die Kölner bereits fünf Punkte Rückstand.

Vor allem aber kippte die Stimmung bei den bislang so duldsamen Fans. Nach der erneuten Heimpleite gegen ein Team aus Ingolstadt, das in der Liga um Anschluss kämpft, wurden die Haie mit einem lauten Pfeifkonzert verabschiedet."Ich kann den Frust der Fans verstehen", sagte Kapitän Moritz Müller. "Wir haben wieder mögliche Punkte liegen lassen. Immer wenn wir in Schwung kommen, bekommen wir einen Nackenschlag. So ist es schwer, in der Liga erfolgreich zu spielen."

Druck wächst - vor allem auf Sundblad

Der hoch gehandelte KEC sucht auch nach zwei Dritteln der Saison weiter vergeblich nach Balance und vor allem nach Konstanz. Stürmer Per Aslund ließ im Express-Interview eine gewisse Blockade bei den Haie-Stars durchblicken: "Wir haben viele Spieler, die richtig Selbstvertrauen brauchen, um ihren besten Spiele zu zeigen", sagte der Schwede und sprach von einem Teufelskreis: "Wenn du in den letzten Spielen fünfmal getroffen hast, dann schießt du. Wenn du länger auf ein Tor wartest, spielst du vielleicht noch mal ab."

Der Druck allerdings ist nach der Pleite gegen Ingolstadt weiter gewachsen - auch auf Kölns Trainer. Niklas Sundblad, Nachfolger des in der Vorsaion entlassenen Haie-Idols Uwe Krupp, wird ohnehin seit seiner Ankunft in Köln kritisch beäugt. Im Sommer durfte Sundblad das Team mit viel Geld aufrüsten, mit bislang überschaubarem Ertrag. Zuletzt fiel Sundblad mit eher einfacher Psychologie auf, verlangte "keine Schönspielerei mehr" von seinen verunsicherten Stars.

Nächste Bewährungsprobe in Iserlohn

Während Krupp in Berlin die Eisbären mit vergleichsweise wenig Mitteln zurück an die Liga-Spitze geführt hat, hinken Sundblads Haie hinterher. Beim direkten Duell unter der Woche in Berlin bekamen die Kölner klar die Grenzen aufgezeigt. Am Sonntag steht gleich die nächste schwere Bewährungsprobe für die angeschlagenen Haie auf dem Programm: Bei den Überfliegern aus Iserlohn, in der stets aufgeladenen Stimmung am Seilersee.

Stand: 09.01.2016, 15:30