Kölner Haie - harte Arbeit am neuen Konzept

Cory Clouston

Spieltag in der DEL

Kölner Haie - harte Arbeit am neuen Konzept

Von Jörg Strohschein

Der neue Trainer der Kölner Haie, Cory Clouston, will gegen die Iserlohn Roosters sein erstes Erfolgserlebnis mit den Rheinländern feiern. Der 46-Jährige sieht sein Team bereits auf einem guten Weg.

Im dritten Versuch soll es klappen: Cory Clouston ist jedenfalls zuversichtlich, dass er und seine Mannschaft nun die Wende hinbekommen. Am Dienstagabend (26.01.2015) soll gegen die Iserlohn Roosters der erste Sieg seiner Amtszeit als Trainer der Kölner Haie her. Es ist alles vorbereitet, die Mannschaft scheint gut vorbereitet zu sein. Schließlich hatte Clouston am Montag die Möglichkeit, eine Trainingseinheit mit seinem Team zu absolvieren. Es war überhaupt erst die zweite Übungsstunde seiner kurzen Dienstdauer in Köln.

Seit seiner Vertragsunterschrift am vergangenen Donnerstag überschlugen sich für den ehemaligen Chefcoach des NHL-Klubs Ottawa Senators die Ereignisse. Am Freitag reiste er aus Kanada nach München, um am Abend erstmals für die Haie hinter der Bande zu stehen. Ab diesem Zeitpunkt gab es kaum noch Gelegenheit zum Durchatmen.

Quer durch die Republik

Der Trainer musste mit seinem Team quer durch die Republik reisen, steckte in einer Vollsperrung mit dem Mannschaftsbus auf der Autobahn fest und hatte auch deshalb kaum die Möglichkeit, dem Team seine Spielidee nahe zu bringen. Dennoch: "Was er sagt, hat Hand und Fuß. Er hat eine klare Vorstellung davon, wie wir spielen sollen", sagt Stürmer Patrick Hager. Beim EHC München (3:0) und im Heimspiel gegen die Adler Mannheim (2:3) kamen allerdings noch nicht die gewünschten Ergebnisse heraus.

Der ganz große Effekt durch den Trainerwechsel von Niklas Sundblad zu Cory Clouston ist bislang noch ausgeblieben. Der Kanadier sieht seine Mannschaft dennoch bereits auf einem guten Weg. "Wir haben gegen Mannheim im Gegensatz zum Freitag-Spiel eine ganz andere und viel bessere Haie-Mannschaft gesehen. Wir haben uns als Team präsentiert, mit Leidenschaft und Emotion gespielt. Daran wollen wir anknüpfen", sagt Clouston.

Die Defensive ist der Pferdefuß

Noch haben Clouston und sein Mannschaft die Möglichkeit, das Minimalziel DEL-Playoffs zu erreichen, auch wenn die Haie nach drei Niederlagen in Folge auf den zwölften Platz abgerutscht sind. Platz zehn und damit die Qualifikation zumindest für die Pre-Playoffs ist bei noch 13 ausstehenden Partien durchaus noch machbar. Allerdings müssen sich die Haie so langsam finden. "Wir werden nicht aufgeben, sondern weiterarbeiten", sagt Clouston.

Seit Saisonbeginn ist das Spiel der Haie geprägt von Unkonzentriertheiten und Fahrigkeit. Vor allem kassieren sie besonders schnell Gegentreffer, wenn sie selbst gerade ein Tor erzielt haben. Die Defensive ist der Pferdefuß des Teams.

Der Trainer achtet auf Details

"Wir haben einen Mangel an Selbstvertrauen. Wir haben Geschwindigkeit und Talent in der Mannschaft, wir müssen es aber auch aufs Eis bringen, wir müssen einheitlicher auftreten", sagte Clouston. Daran arbeitet der Trainer mit seinem neuen Assistenten Thomas Brandl nun in kleinen Schritten. Clouston sagt von sich selbst, dass er sehr auf Details achte.

"Es liegt jetzt an uns, gemeinsam mit Cory Clouston das Ruder herumzureißen und Punkte zu holen. Vor uns liegen sehr schwere Aufgaben, aber wir wollen in die Playoffs und dort eine gute Rolle spielen", sagt Hager. Immerhin könnte der zuletzt verletzte Mirko Lüdemann gegen Iserlohn wieder auf das Eis zurückkehren.

Stand: 26.01.2016, 10:23