DEL: Sundblad bei den Haien vor dem Aus?

Niklas Sundblad

DEL: Sundblad bei den Haien vor dem Aus?

Nach dem Debakel in Iserlohn sind die Kölner Haie am Tiefpunkt angekommen - und Trainer Niklas Sundblad steht wohl vor dem Aus.

Wie wenig einfühlsam ein Publikum sein kann, dass durfte Niklas Sundblad am Sonntagabend (10.01.2016) erfahren. Der Trainer der Kölner Haie musste sich nach dem blamablen 1:6 bei den Iserlohn Roosters böse Schmähgesänge anhören, die ihn bis in die tiefe Nacht verfolgt haben dürften. "Sundblad, das war dein letztes Spiel", skandierten die Sauerländer und spiegelten damit einen deutlichen Trend wieder. Es wird eng für den schwedischen Coach, seine Tage als Übungsleiter der Haie könnten tatsächlich bald gezählt sein.

Sundblad selbst wollte sich nach dem Spiel nicht dezidiert zu seiner Zukunft äußern. Nur so viel: "Ich gehe im Moment davon aus, dass ich die Mannschaft auf das nächste Spiel vorbereite", sagte Sundblad. Aber richtig überzeugend klang das nicht mehr. Offenbar hatte Sundblad nach dem emotionslosen Auftritt seiner Mannschaft am Seilersee sowie der dritten Niederlage in Folge den Glauben daran verloren, dass er auch noch am kommenden Freitag beim prestigeträchtigen Derby bei der Düsseldorfer EG an der Bande stehen wird. Sein Team ist mittlerweile auf den elften Tabellenplatz abgerutscht.

Mangelnde Spielidee, keine Leidenschaft

Vom Verein gab es nach der Partie (noch) kein offizielles Statement zur personellen Zukunft. "Direkt nach dem Spiel werde ich keine Trainer-Diskussion führen. Wir wollen das erst einmal sacken lassen und uns in Ruhe zusammensetzen“, sagte Geschäftsführer Peter Schönberger. Allerdings hatten sich die Haie-Profis mit ihrer Leistung scheinbar bereits gegen den Trainer ausgesprochen.

Die Mannschaft wirkte in Iserlohn wie eine Ansammlung aus Einzelspielern, die wenig miteinander zu tun haben. Die mangelnde Spielidee und auch einige Disziplinlosigkeiten - Alexander Weiß etwa erhielt nach einem Stockstich eine Spieldauer-Strafe - sorgten dafür, dass sich die Kölner hilflos in ihr Schicksal ergaben.

Klare Worte der Spieler

"Natürlich ist das ein Klassenunterschied. Kein Kampf, keine Leidenschaft, einfach nur peinlich. Mir fehlen die Worte, das ist einfach nicht genug", schimpfte Moritz Müller bereits nach dem zweiten Drittel vor den TV-Kameras und sprach von einem "nicht akzeptablen Auftritt". Philip Gogulla brachte die überaus missliche Lage dann nach der Partie auf den Punkt. "Wir sind an einem Tiefpunkt angekommen", sagte der Haie-Stürmer. Keine guten Aussichten für Niklas Sundblad.

Stand: 11.01.2016, 11:07