1. FC Köln mit Humor und Pragmatismus

Peter Stöger

FC in der Rückrundenvorbereitung

1. FC Köln mit Humor und Pragmatismus

Von Jörg Strohschein

Der 1. FC Köln hat die Rückrundenvorbereitung begonnen und bleibt, anders als die Bundesligakonkurrenz, in der Heimat. Mit Filip Mladenovic haben die Kölner eine perspektivische Verpflichtung getätigt.

Es wäre eine Nachricht, die wohl ganz Köln zum Jubeln bringen dürfte. Wohl nahezu alle Anhänger des 1.FC Köln warten darauf, dass Peter Stöger endlich seinen bis Sommer 2017 laufenden Vertrag vorzeitig verlängert. Schließlich gilt der Trainer als der größte Glücksfall, der diesen Verein seit vielen Jahren ereilt hat.

Der 49-Jährige hat es seit seiner Amtsübernahme 2013 in enger Zusammenarbeit mit Manager Jörg Schmadtke geschafft, diesen in der Vergangenheit oft unruhigen und über die Maße aufgeregten Verein zu befrieden und eine eindeutige sportliche Handschrift zu verleihen. Ein Kunststück, dass Stögers Vorgängern der vergangenen zehn Jahre nie so effektiv und dauerhaft gelungen war. Stöger wird sowohl von den Verantwortlichen als auch den Anhängern des Klubs größter Respekt entgegen gebracht.

Stöger wie Arsène Wenger

Und so erscheint der jüngst geäußerte Wunsch von FC-Vizepräsident Harald Schumacher nur allzu verständlich, als dieser dazu riet, dass Stöger "ein zweiter Arsène Wenger" werden solle, der beim FC Arsenal seit 20 Jahren als Trainer im Amt ist. Allerdings ist auch Stögers Reaktion auf diese Liebeserklärung so, wie er seit seiner Ankunft am Geißbockheim stets reagiert hat. Sein Pragmatismus gepaart mit einer feinen Portion Humor verdrängt sämtliche Emotionen beim Coach aus Wien.

"Ich habe es durchgerechnet, wenn ich so lange bleibe, wie Arsène Wenger - das ist nicht möglich und nicht realistisch. Für kölsche Verhältnisse bin ich eh schon ein kleiner Arsène Wenger", sagt Stöger. "Sehen wir es mal so, dass es vor nicht allzu langer Zeit, keine Frage gewesen wäre, mit einem Trainer, der in Köln arbeitet und noch anderthalb Jahre Vertrag hat, drüber zu sprechen, ob er nicht noch länger hier arbeiten will."

Mladenovic bis 2019 verpflichtet

Stöger geht seine Arbeit in diesen Tagen so unaufgeregt wie eh und je an. Dass er und seine Mannschaft in der Stadt bleiben und anders als die Konkurrenz in der Bundesliga auf ein Wintertrainingslager im wärmeren Gefilden des Planeten verzichteen, passt zu Stöger. Er konzentriert sich vor allem auf seine Arbeit, die er ohnehin als aufreibend und schwierig genug ansieht. Die Nebenschauplätze scheinen Stöger nur am Rande zu interessieren. Beim ersten Heimspiel nach der Winterpause gegen den VfB Stuttgart "werden zumindest keine 23 Grad herrschen", sagt Stöger, während er bei acht Grad und Nieselregen am Geißbockheim steht. "Problematisch wäre nur, wenn es minus zehn Grad würde und wir nicht auf den Platz könnten."

Stöger wendet sich vielmehr inhaltlichen Fragen, die sein Team betreffen, zu. Und so ist auch die neueste Verpflichtung von Filip Mladenovic zu verstehen. Der Serbe, für den der FC eine Ablösesumme von rund 1,5 Millionen Euro an Bate Borissow überwiesen hat, soll eine Alternative für Jonas Hector auf der linken defensiven Seite darstellen. Langfristig könnte der 24-Jährige dafür vorgesehen sein, Hector ganz zu ersetzen, sollte der Nationalspieler dem Angebot eines finanziell besser positionierten Klubs zustimmen.

Ziel bleibt der Klassenerhalt

So pragmatisch der Trainer sich in der Öffentlichkeit darstellt, so sachlich ist auch der Fußball, den die Kölner unter Stöger praktizieren. Die Sicherung des eigenen Tores bleibt die vordringlichste Aufgabe seiner Spieler, auch wenn hier und da Ansätze von mehr offensivem Mut des Teams zu erkennen ist. 24 Punkte sammelten die Kölner mit dieser manchmal für die Zuschauer ermüdenden Taktik in der Hinrunde.

Eine Verbesserung um lediglich einen Punkt würde zu einer Gesamtbilanz von 49 Punkten führen, was in der vergangenen Saison für Platz fünf und damit die Qualifikation für einen internationalen Wettbewerb nach sich ziehen würde. Sein Ziel sei es, besser zu werden, lässt Stöger durchblicken. Doch damit ist es auch genug mit allzu großer Vorfreude auf mögliche Erfolge. "Das wichtigste Ziel ist weiterhin, die Liga zu halten", sagt Stöger.

Stand: 06.01.2016, 11:16