Roosters - Mit Kanada im Austausch

Jari Pasanen

Vor dem DEL-Spitzenspiel in Düsseldorf

Roosters - Mit Kanada im Austausch

Von Jörg Strohschein

Die Iserlohn Roosters spielen in der Saison eine unerwartet gute Rolle in der DEL. In Düsseldorf kommt es jetzt zum Spitzenspiel.

Auch auf diese Reise kann sich Karsten Mende nicht so richtig freuen. Die Iserlohn Roosters müssen am Dienstag (05.01.2016) bei der Düsseldorfer EG zum Spitzenspiel in der DEL antreten. Der Tabellenerste aus dem Rheinland empfängt den Dritten aus dem Sauerland. Eigentlich ein Grund, sich entspannt zurück zu lehnen. Aber nicht für den Manager der Iserlohn Roosters.

"In meinem Job kann man die Spiele nicht genießen. Da geht man bei jeder einzelnen Aktion emotional mit", sagt Mende. "Ein Spieltag ist sicher nicht das Schönste für mich." Eine stetig wiederkehrende Erfahrung für Mende. Der 47-Jährige übt seinen Job im Sauerland immerhin schon seit rund 15 Jahren aus. Und obwohl es in dieser Saison richtig gut für die Roosters läuft, hat Mende noch keinen Ansatzpunkt für mehr Gelassenheit gefunden - auch wenn er einräumen muss: "In diesem Jahr klappt irgendwie alles bei der Mannschaft".

Geringer Etat

Dass sich die Ergebnisse in dieser Saison bisher so gut darstellen, damit hatte in Iserlohn kaum jemand gerechnet. Zwölf Spieler hatten den Klub nach Ende der vergangenen Saison, die mit einer unglücklichen Niederlage gegen den ERC Ingolstadt im Playoff-Viertelfinale endete, verlassen. Wieder einmal mussten sich die Roosters danach neu erfinden.

"Im Prinzip machen wir das jedes Jahr", sagt Mende. Das Team vom Seilersee verfügt lediglich über einen Etat von rund sechs Millionen Euro und gehört damit zu den finanzschwächeren Teams der Liga. Teure deutsche Spieler sind für die Iserlohner nicht zu finanzieren. Somit geht der Klub einen anderen Weg.

Viele Talente, kommunikativer Trainer

Die Roosters sind zu einer Art Sprungbrett vieler talentierter Spieler in der DEL geworden. Mende verfügt über ein großes Netzwerk in den USA und in Kanada. Und häufig haben eben diese dort rekrutierten Eishockeyprofis deutsche Vorfahren, die dann einen deutschen Pass beantragen können und somit nicht unter die Ausländerregel fallen. Nur maximal neun ausländische Spieler dürfen in der Liga lizensiert werden. Derzeit stehen 17 in Kanada geborene Spieler im 27 Spieler zählenden Kader der Iserlohner.

Doch nicht allein die Talente aus Übersee, auch das Trainerteam um Jari Pasanen hat einen großen Anteil an den Erfolgen der vergangenen Jahre. Seit 2012, zunächst als Co-Trainer und ab 2013 als Chef-Coach steht der Finne in Iserlohn in der Verantwortung. "Er ist demokratisch autoritär und redet viel mit den Spielern", sagt Mende über Pasanen.

Realismus siegt

Mit einem Sieg in Düsseldorf (63 Punkte) könnte Iserlohn gleichziehen. Zudem haben die Sauerländer noch eine Partie weniger absolviert als der Tabellenführer. Eigentlich beste Voraussetzungen, um selbstbewusst in die nahe Zukunft zu blicken. "Unser Ziel ist Platz zehn und die Teilnahme an den Playoffs", sagt Mende. Mit realistischen Einschätzungen sei er schließlich in der Vergangenheit auch immer gut gefahren.

Stand: 05.01.2016, 08:30