Handball: HC Rhein Vikings wollen in die Bundesliga

HSG Düsseldorf, 2009

Handball: HC Rhein Vikings wollen in die Bundesliga

  • Neusser HV und ART Düsseldorf kooperieren.
  • Mit den HC Rhein Vikings wollen sie mittelfristig in die Bundesliga.
  • Ausbau des Nachwuchsleistungszentrums geplant.

In Düsseldorf soll wieder erstklassiger Handball gespielt werden. Das ist zumindest der Plan der Verantwortlichen des Neusser HV und des ART Düsseldorf, die jetzt die Fusion ihrer Herrenhandball-Abteilungen zur "HSG Neuss/Düsseldorf" bekanntgaben. Die Neusser stehen zurzeit an der Tabellenspitze der 3. Liga - mit Ambitionen, auch eine Spielklasse höher eine gute Rolle zu spielen. Was dafür unter anderem fehlt: eine passende Halle. Die wiederum gibt es beim Nachbarn aus Düsseldorf - mehr als 3.000 Zuschauer passen ins "Castello" im Stadtteil Reisholz, wo aktuell vor allem Schulsport stattfindet.

Das soll sich nun ändern. Das "Castello" soll die Spielstätte der HSG werden. Und sollte der Aufstieg der Neusser tatsächlich gelingen, steht auch schon der Name fest, unter dem die Mannschaft die 2. Liga in Angriff nehmen soll: HC Rhein Vikings.

Letzter Bundesligaauftritt im Jahr 2009

Langfristig, so der ehrgeizige Plan, sollen die Vikings dann in der Bundesliga auflaufen. Es wäre das erste Mal seit 2009, dass in Düsseldorf Bundesliga-Handball gespielt würde. Für die Premiere hatte TURU Düsseldorf gesorgt. Der Verein spielte von 1984 bis '89 und nach dem Wiederaufstieg 1991 weitere zwei Jahre in der Bundesliga. Aus der TURU wurde dann HSV Düsseldorf, der weitere zwei Jahre im Oberhaus präsent war. Aus dem Hauptverein HSV ging schließlich die HSG Düsseldorf, die von 2004 bis 2007 und noch einmal in der Spielzeit 2008/09 in der Bundesliga spielten. 2011 folgte dann die Insolvenz, den Platz in der Liga übernahm ART Düsseldorf.

Vorstand: "Alternativloser Ansatz"

Eine bewegte Vergangenheit, der nun eine erfolgreiche Zukunft folgen soll - diesen Optimismus zumindest liest man in den Aussagen der Vereinsoberen aus Neuss und Düsseldorf. Da sollen "Grenzen unterschiedlichster Art zum Wohl des Sports, der Sportler und Sportinteressierten" überwunden werden. Das sei ein "alternativloser Ansatz", sagte Volker Staufert, 1. Vorsitzender des Neusser HV. "Der ART hat in der Vergangenheit mit Spielgemeinschaften gute Erfahrungen gemacht und wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit dem Vorstand des Neusser HV", fügte der ART-Vorsitzende Klaus Wischnitzki bei der Vorstellung der Kooperation hinzu.

Spielbetriebs-Gesellschaft setzt auf bestehende Strukturen

Für die professionellen sportlichen Strukturen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen soll die "Handball-Club Rhein Vikings Spielbetriebs- und Marketing GmbH" sorgen. An deren Spitze wird auf bewährtes Personal zurückgegriffen. Die Geschäftsführer der bisherigen Spielbetriebs-GmbH des Neusser HV übernehmen diesen Job auch in der neuen Gesellschaft: Für die Finanzen ist der Wirtschaftsjurist Thomas Koblenzer verantwortlich und die sportlichen Führung übernimmt René Witte. "Ich bin mir sicher, dass dies ein sehr verheißungsvolles wie erfolgreiches Projekt sein wird – nicht nur für beide Vereine, sondern auch für alle Handballfans der Region, für den Rhein-Kreis sowie die Stadt Düsseldorf", teilte Koblenzer mit.

Aufbau eines Nachwuchsleistungszentrums

Sportlich hofft man nun auf den Aufstieg der Neusser Handballer, um dem Plan, in fünf Jahren in die Bundesliga vorzurücken den ersten Schritt näher zu kommen. Die sportliche Basis wird unter anderem die derzeit erste Mannschaft des ART Düsseldorf legen, die in der Regionalliga Nordrhein spielt und als U23-Team zum Bindeglied zwischen Bundesliga-A-Jugend und Profimannschaft werden soll. Zudem soll im Nachwuchsbereich "kurz- bis mittelfristig" der Aufbau eines Nachwuchsleistungszentrums im Rheinland angestrebt werden, so der Klub in einem Statement.

Stand: 14.02.2017, 09:00