Gladbach zwischen Kater und Festtagsstimmung

Lars Stindl

Gladbach zwischen Kater und Festtagsstimmung

Champions-League-Luft gegen den Derby-Kater? Die von Selbstzweifeln geplagten Gladbacher versuchen, sich auf die Partie am Mittwoch (22.11.2016) gegen Manchester City einzustellen.

Feste muss man einfach feiern, wie sie fallen. Das gilt auch für die Mönchengladbacher, die sich durch sehr viel gute Arbeit in den vergangenen zwei Jahren Spiele auf der ganz großen europäischen Bühne verdient haben. Am Mittwoch (23.11.2016) ist das millionenschwere Manchester City zu Gast im Borussia-Park.

Für die Gladbacher, derzeit Tabellendritter in der Champions-League-Gruppe, geht es mindestens darum, diesen Platz drei zu sichern, der zum Weiterspielen in der Europa League berechtigt. Die Borussia hat aber auch noch Chancen, das Achtelfinale in der Königsklasse zu erreichen: Mit einem Sieg gegen Pep Guardiolas Starensemble - und am besten auch zwei Wochen darauf, beim noch größeren FC Barcelona im Camp Nou.

"Absturz-Gladbacher" gegen Guardiolas Weltauswahl

Wäre da nur nicht die miese Bilanz der letzten Wochen in der Liga: Nach nunmehr sechs Spielen ohne Sieg, getoppt von der Heimniederlage gegen den ungeliebten Rivalen aus Köln, ist die Borussia in der Liga bis auf Platz 13 durchgereicht worden, mit deutlich weniger Abstand auf den Relegationsrang (fünf Punkte) als auf die Europapokal-Plätze.

So richtig Festtagsstimmung mag bei den "Absturz-Gladbachern" (Bild-Zeitung) vor dem Spiel gegen Guardiols Weltauswahl dann auch nicht aufkommen. Das Boulevardblatt fragt sogar, ob die Gladbacher zuletzt angeschlagene Leistungsträger wie Raffael oder Thorgan Hazard gegen City nicht lieber schonen sollten - für den Abstiegskampf in der Bundesliga.

Schubert: "Wir müssen am Limit spielen"

Trainer André Schubert, der spätestens nach der Derby-Pleite in Gladbach unter verschärfter Beobachtung steht, hält dagegen: "Wir haben in dieser schweren Gruppe die Chance, in der Europa League zu überwintern. Das ist das Ziel", sagte der Coach, dem auch der Verbleib im kleineren europäischen Wettbewerb etwas Luft verschaffen dürfte. Mit einem Unentschieden und einer gleichzeitigen Niederlage von Celtic Glasgow gegen Barcelona hätte die Borussia Platz drei sicher. Doch Schubert betonte nochmals: "Wir sind krasser Außenseiter. Manchester hat die Chance, das Halbfinale oder sogar das Finale zu erreichen. Wir müssen am Limit spielen."

Beim 0:4 im Hinspiel Ende September in Manchester war die Borussia chancenlos. Und die Form der "Fohlen", die neben einigen Verletzten auch die gesperrten Christoph Kramer und Julian Korb ersetzen müssen, spricht nicht unbedingt für einen Überraschungscoup gegen Ilkay Gündogan, Kevin De Bruyne und Co.

Johnson: "Können zuhause jeden schlagen - auch Manchester City"

Trotz der prekären Situation - bei den Spielern ist die Vorfreude ungebrochen: "Es ist ein anderer Wettbewerb und jeder freut sich darauf, sich in der Champions League wieder mit einem absoluten Topteam zu messen. Wir müssen eine Top-Leistung bringen, um gegen so einen Gegner zu bestehen", sagte Mittelfeldspieler Fabian Johnson und setzt auch auf Rückhalt der zuletzt arg strapazierten Fans: "Wir wissen, dass wir zu Hause jeden Gegner schlagen können - auch Manchester City.“

Stand: 22.11.2016, 15:57