VfL Bochum öffnet sich für Investoren

Protest VfL Bochum

VfL Bochum öffnet sich für Investoren

  • Jahreshauptversammlung des VfL Bochum am Samstag (07.10.2017).
  • VfL gliedert seine Profiabteilung aus dem Verein aus.
  • Einstieg von Investoren ist nun möglich.

80,19 Prozent der Mitglieder stimmten für den Antrag des Vorstands, die Profiabteilung aus dem Verein auszugliedern, nur 533 waren dagegen. Um den Antrag zu kippen hätten die Gegner aber mindestens 677 Stimmen gebraucht. Zur Jahreshauptversammlung in die Bochumer Jahrhunderthalle waren am Samstag (07.10.2017) mehr als 2.700 der gut 10.000 VfL-Mitglieder gekommen.

20 Prozent der Anteile sollen verkauft werden

Vor der entscheidenden Abstimmung hatte Finanzvorstand Wilken Engelbracht nochmals für die Ausgliederung geworben. "Wir werden unsere Tradition nicht verkaufen", versicherte er den Mitgliedern. Aufsichtsratschef Hans Petter Vilils sagte, dass die Ausgliederung keine "verrückte Idee" sei: "Nur so können wir effektiv weitere Einnahmequellen erschließen". Ziel sei es weiterhin, in die Bundesliga aufzusteigen - das gehe aber nur mit einer Etaterhöhung.

Der Plan: Der Klub würde nach Ausgliederung 20 Prozent seiner Anteile an der Profifußball-Abteilung verkaufen und damit in den kommenden fünf Jahren 20 Millionen Euro einnehmen. Geld, das vor allem in den Profikader fließen soll.

Kritiker befürchten Einmischung von Außen

Die Kritiker der Ausgliederung argumentierten, dass durch den Einstieg von Investoren die Unabhängigkeit des Vereins in Gefahr sei. Der Verein sei gesund und auf einem guten Weg, den man weiter beschreiten solle.

Schon bei der Aussprache wurde deutlich, dass eine Mehrheit der anwesenden Mitglieder einer Ausgliederung positiv gegenüber steht. Das wurde dann auch durch die Abstimmung bestätigt. Ein Teil der Gegner verließ nach Bekanntgabe des Ergebnisses den Saal und vor der Halle wurde offenbar ein Böller gezündet. Die Versammlung wurde daraufhin kurzzeitig unterbrochen.

Verbessertes Ergebnis im vergangenen Jahr

Bereits vor der Abstimmung verkündete Bochums Finanzvorstand Wilken Engelbracht die verbesserte finanzielle Situation des Tabellen-13. der 2. Fußball-Bundesliga. Im abgelaufenen Geschäftsjahr seien die Nettofinanzschulden von 4,9 auf 3,4 Millionen Euro gesenkt worden, der Jahresüberschuss habe sich auf rund 2,7 Millionen Euro belaufen. Der Etat für die laufende Saison sei gegenüber der Vorsaison um eine Million Euro auf aktuell 11,4 Millionen Euro angehoben worden.

Stand: 07.10.2017, 11:34