BVB und Schalke planten Benefizspiel gemeinsam

Zweikampf Schalke Dortmund

BVB und Schalke planten Benefizspiel gemeinsam

  • Das Freundschaftsspiel zum Kohleausstieg erhitzt weiter die Gemüter.
  • Offenbar planten BVB und Schalke die Partie gemeinsam.
  • Führten die Reaktionen der Fans zum Umdenken?

Es sollte ein großes Spektakel werden: Zum Abschied vom Steinkohlebergbau im Jahr 2018 plante die RAG-Stiftung ein Fußballspiel mit einer aus Stars der Bundesligisten Borussia Dortmund und Schalke 04 zusammengestellten Mannschaft. Gegner sollte die polnische Nationalmannschaft sein. Doch seit die Pläne in der vergangenen Woche öffentlich wurden, gibt es nur noch Ärger: Hinter den Kulissen ist ein Streit über die Planung und die mögliche Umsetzung der Idee entbrannt.

Noch am selben Tag reagierten die beiden Bundesliga-Vereine irritiert auf das Vorhaben. Gab es von Borussia Dortmund zumindest noch "eine grundsätzliche Bereitschaft" am "Spiel einer Ruhrgebietsauswahl" mitzuwirken, bekräftigte man in Gelsenkirchen, es habe nie eine Zusage für die Partie gegeben.

Briefe belegen Bereitschaft der Vereine

War der Chef der RAG-Kohlestiftung, Werner Müller, mit der Ankündigung der Partie vorschnell an die Öffentlichkeit gegangen? Offenbar nicht. Denn aus mehreren Briefen, die der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" am Dienstag (03.10.2017) vorliegen, geht hervor, dass sich der BVB und Schalke schon vor Monaten zur Idee einer Revierauswahl mit dem Namen "Eintracht Ruhr" bekannt haben sollen.

Laut WAZ-Bericht haben BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke und Schalke-Finanzvorstand Peter Peters mit Stiftungschef Müller entsprechende Anfragen an den Deutschen Fußball-Bund und den polnischen Verband formuliert. "BVB und Schalke haben sich zu diesem einmaligen Projekt verbunden", heiße es in einem von Watzke, Peters und Müller unterzeichneten Schreiben an DFB-Präsident Reinhard Grindel aus dem Juli 2016. Der Brief und andere Schreiben lägen der WAZ vor.

Fans von der Idee gar nicht begeistert

BVB-Fans protestieren gegen einen gemeinsamen Auftritt von Dortmunder und Schalker Spielern

BVB-Fans protestieren gegen einen gemeinsamen Auftritt von Dortmunder und Schalker Spielern

Doch warum haben die Vereine ihre Meinung nun geändert? Die Veranstalter vermuten, dass die Reaktionen der Fans die Revier-Klubs zum Umdenken bewegt haben. Denn die waren von einer gemeinsamen Elf mit dem ungeliebten Nachbarn gar nicht begeistert. BVB-Ultras protestierten beim Champions-League-Spiel gegen Real Madrid energisch mit Spruchbändern gegen die Pläne. Und auch die Schalker Anhänger äußerten mehrfach ihren Unmut.

Ob und wann das Spiel am Ende stattfindet, ist momentan völlig offen. Zumindest das Motto "11 Kumpels sollt ihr sein" scheint aber schon jetzt nicht mehr zu passen.

red/dpa | Stand: 03.10.2017, 10:12