Die harte Realität des FC Schalke 04

Leon Goretzka liegt verletzt am Boden

Die harte Realität des FC Schalke 04

Von Jörg Strohschein

  • Schalke beklagt unglückliche Pleite gegen Ajax Amsterdam.
  • Goretzka wohl mit Gehirnerschütterung.
  • Fährmann schöpft Hoffnung für die Bundesliga.

Markus Weinzierl schüttelte kurz den Kopf und hatte eine eindeutige Meinung: "Wir müssen jetzt erst einmal diese bittere Niederlage verdauen. Danach haben wir dann noch Zeit, uns auf das nächste Spiel vorzubereiten", sagte der Trainer des FC Schalke 04 nach dem Ausscheiden aus der Europa League gegen Ajax Amsterdam am Donnerstag (21.04.2017).

Der Schock nach dem 3:2 n.V. saß tief beim Ruhrgebietsklub, denn dieser Sieg bedeutete nach dem desolaten Hinspiel-Auftritt (0:2) das Aus im internationalen Wettbewerb. Damit war auch die letzte Chance, diese verkorkste Saison zu retten, vertan.

Die Schalker hatten einen großen Kampf geliefert, hatten die Niederländer ganz dicht an den Rand des Ausscheidens gedrängt - und vor allem war es ihnen gelungen, die zuletzt äußerst verärgerten Anhänger mit ihrer engagierten Leistung wieder auf ihre Seite zu ziehen. "Ajax geht als glücklicher Verlierer nach Hause. So bitter ist Fußball manchmal. Wir haben ein Riesen-Spiel abgeliefert, das haben die Zuschauer auch gemerkt", sagte Kapitän Benedikt Höwedes.

Goretzka verrenkt sich Kiefer

Diese sehr knappe Niederlage dürfte allerdings nachwirken. Mental, weil sich die Schalker nach der 3:0-Führung in der Verlängerung bereits ganz nah im Halbfinale wähnten und von dem unglücklich zustande gekommenen Gegentreffer von Nick Viergever jäh aus ihren Träumen herausgerissen wurden. Dass sie diese Führung trotz Überzahl in der zweiten Hälfte der Verlängerung noch verspielten, passte ins Bild der insgesamt missratenen Spielzeit.

Und physisch, weil diese Aufholjagd enorm viele Kräfte geraubt und bei einigen Spielern deutlich sichtbare Spuren hinterlassen hat. Verteidiger Sead Kolasinac, der seine Adduktoren-Probleme für diese Begegnung überwand, konnte nach der Begegnung kaum noch laufen.

Mittelfeldspieler Leon Goretzka hatte sich nach einem Zusammenprall mit Torhüter Andre Onana offenbar den Kiefer verrenkt und sich eine Gehirnerschütterung zugezogen. Der 22-Jährige musste sich in der Halbzeitpause mehrfach in der Umkleidekabine übergeben und spielte dennoch bis zur 84. Minute weiter, bis die Schmerzen zu groß wurden und er sich auch noch auf den Spielfeld übergab. Nach einem Besuch im Krankenhaus konnte er aber noch in der Nacht die Heimreise antreten.

Konzentration hochhalten

Und so wurden die Schalker schnell mit der weitergehenden Realität konfrontiert. Dass beide Spieler in der Partie am kommenden Sonntag gegen RB Leipzig aufgeboten werden können, ist äußerst unwahrscheinlich. Der Kader Schalker ist mittlerweile bis an die Schmerzgrenze strapaziert. Gegen die außergewöhnlich laufstarken Sachsen benötigt die Mannschaft von Markus Weinzierl aber eine erneute Willensleistung, um auf Augenhöhe agieren zu können.

Denn auch wenn die internationalen Plätze in der Bundesligatabelle nur vier Punkte entfernt sind, müssen die Königsblauen den Blick auch an das Tabellenende richten. Zum Relegationsplatz beträgt der Abstand ebenfalls nur fünf Zähler. Deshalb gilt es für das Weinzierl-Team, auch in den restlichen fünf Bundesligapartien die Konzentration hoch zu halten.

Torhüter Ralf Fährmann versuchte dann aus der für die Schalker bitteren Niederlage gegen Amsterdam doch noch etwas Positives herauszuziehen: "Wenn einer bei uns jetzt Zweifel an sich selbst hat, werde ich ihm schon wieder hoch helfen", sagte Fährmann und wirkte dabei sehr entschlossen.

Stand: 21.04.2017, 09:16