Brisantes Wiedersehen zwischen Hahn und Geis

André Hahn am Rande des Spiels gegen Frankfurt

Schalke empfängt Mönchengladbach

Brisantes Wiedersehen zwischen Hahn und Geis

Nach viereinhalb Monaten Verletzungspause hat sich André Hahn bei Borussia Mönchengladbach zurückgekämpft. In Schalke trifft er nun auf den Mann, der die lange Leidenszeit verursacht hat - und äußert sich im Vorfeld enttäuscht.

Schalke gegen Mönchengladbach - das ist aus rein sportlicher Sicht schon ein spannendes Duell. Die beiden NRW-Klubs kämpfen am Freitag um 20.30 Uhr (Live-Ticker auf sportschau.de ab 20.15 Uhr) um Tabellenplatz vier, den derzeit die Gladbacher belegen und der zur Champions-League-Qualifikation berechtigt. Schalke hat als Fünfter nur einen Punkt Rückstand, geriete bei einer Niederlage aber in Gefahr, ganz aus den europäischen Rängen zu rutschen.

Johannes Geis (r.) sieht nach dem Foul an Hahn Rot

Johannes Geis (r.) sieht nach dem Foul an Hahn Rot

Doch die Partie bietet noch ein weiteres brisantes Detail: Gladbachs André Hahn trifft auf Schalkes Johannes Geis. Jenen Mann, der ihn beim 3:1 für die Borussia im Hinspiel im Oktober 2015 so rüde gefoult hat, dass der Schienbeinkopf brach und der Außenmeniskus riss. Geis wurde für fünf Partien gesperrt, entschuldigte sich bei Hahn per SMS. Dieser sagte in Interviews, er nehme die Entschuldigung an.

"Hätte mich noch zwei-, dreimal gemeldet"

Fünf Monate später sieht Hahn nach eigenen Worten dem Wiedersehen gelassen entgegen. "Für mich ist das erledigt." Allerdings äußerte er in Interviews mit der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" auch Kritik. "Blumen ans Bett hatte ich nicht erwartet, und beste Freunde werden wir sicher auch nicht mehr. Dennoch hätte ich mich, wenn ich ein solches Foul begangen hätte, sicher noch zwei-, dreimal gemeldet."

Langfristige Ziele

Die lange Verletzungspause hat Hahn nicht nur die Saison verdorben, sondern auch seine Chance auf eine EM-Teilnahme wohl genommen. Der einmalige Nationalspieler hat in der laufenden Bundesligasaison nur einen einzigen Startelf-Einsatz und einen Doppelpack als Joker vorzuweisen. In den restlichen acht Saisonspielen wird es der Außenstürmer angesichts der namhaften und formstarken Konkurrenz schwer haben, einen Stammplatz zu erobern. Deshalb hat Hahn schon die kommende Spielzeit im Blick. "Ich möchte fit bleiben, auf mein altes Level kommen und in der Vorbereitung topfit voll angreifen."

Beim jüngsten 3:0 gegen Frankfurt stand Hahn immerhin schon wieder im Kader, jetzt hofft er auf seine ersten Einsatzminuten nach der Verletzung - und vielleicht sogar auf mehr. "Wenn ich auf Schalke das Siegtor machen würde, wäre das für mich eine Genugtuung ohne Ende."

Schalke mit Personalsorgen

Derweil Trainer hat Schalkes Trainer Andre Breitenreiter Personalsorgen. Er muss nicht nur auf den gesperrten Außenverteidiger Junior Caicara (fünf Gelbe Karten) verzichten. Auch die Mittelfeldspieler Leon Goretzka und Eric Maxim Choupo-Moting, die nach Schultereckgelenksprengung bzw. Beckenprellung ins Training zurückgekehrt sind, stehen aller Voraussicht nach noch nicht zur Verfügung. "Ihr Einsatz ist sehr ungewiss", sagte Breitenreiter am Donnerstag: "Sie waren lange raus und brauchen Zeit, um zurückzukommen." Angeschlagen sind zudem Max Meyer (Blessur am Sprunggelenk) und Younes Belhanda (Beckenkammprellung).

sid/dpa/red | Stand: 18.03.2016, 08:00