Kölner Fußball-Idol Hannes Löhr gestorben

Hannes Löhr im Trikot des 1. FC Köln

1. FC Köln

Kölner Fußball-Idol Hannes Löhr gestorben

Der 1. FC Köln trauert um eines seiner ganz großen Idole: Der frühere Spieler, Manager und Trainer Hannes Löhr ist am Montag gestorben. Dies bestätigte der FC auf Anfrage des Sportinformationsdienstes.

Löhr wurde am Montagmorgen (29.02.2016) tot in seinem Haus gefunden. Hannes Löhr wurde 73 Jahre alt. Am Tag zuvor hatte er noch ein Heimspiel der Kölner Haie mit seinem Freund, dem langjährigen Haie-Kapitän Detlev Langemann, besucht . "Er ist wohl friedlich eingeschlafen. Er war sehr gläubig und hat immer gesagt: Der liebe Gott holt mich, wann er meint", sagte Langemann.

Rekordschütze des FC

Im vergangenen Jahr hatte Löhr eine Lungenentzündung und einen Schlaganfall erlitten. Zum Jahreswechsel hatte er im Interview auf dfb.de von seinen gesundheitlichen Fortschritten berichtet: "Besonders in den vergangenen sechs bis acht Wochen habe ich kleine, aber wichtige Schritte in die richtige Richtung gemacht." Sein Wunsch für 2016 war: "Ich würde mich freuen, wenn ich im kommenden Jahr wieder ein bisschen Golf spielen könnte. Dann wäre ich restlos zufrieden."

Der aus Eitorf stammende frühere Stürmerstar Löhr bestritt zwischen 1964 und 1978 381 Bundesliga-Spiele und erzielte dabei 166 Tore - Vereinsrekord des FC. Für Deutschland absolvierte Löhr 20 Länderspiele und war 1970 in Mexiko WM-Teilnehmer. 1968 wurde er mit 27 Treffern Bundesliga-Torschützenkönig.

Liga-Präsident Reinhard Rauball würdigte den einstigen Bundesliga-Stürmerstar: "Mit Hannes Löhr verbinden unzählige Fans großartige Fußballmomente, ob in der Nationalmannschaft oder in der Bundesliga. Mit ihm verlieren wir einen untadeligen Sportsmann."

Bronze 1988 in Seoul

Nach der aktiven Karriere war Löhr bis 1986 als Trainer und Manager für Köln tätig, anschließend wechselte er zum Deutschen Fußball-Bund. Dort war er unter anderem für die U21-Auswahl zuständig. 1988 führte Löhr Jungstars wie Jürgen Klinsmann und Thomas Häßler in Seoul zu Olympia-Bronze. Jürgen Klinsmann sagte dem Kölner Express: "Hannes Löhr war ein großartiger Trainer mit herausragenden menschlichen Fähigkeiten. Sein Umgang mit uns Spielern, den ich vor allem während der Olympischen Spiele in Seoul erleben durfte, war beispielhaft."

Zum FC hatte der ehemalige Torjäger bis zum Schluss eine sehr enge Beziehung. Sie begann 1964, als der schnelle Linksaußen von den Sportfreunden Saarbrücken ein begehrtes Talent war. "Der FC war einfach der beste Verein, deshalb habe ich mich für Köln entschieden", sagte Löhr vor einigen Jahren rückblickend. Er kam und blieb.

Denkwürdiges Spiel in De Kuip

Hannes Löhr

Hannes Löhr

Zu den denkwürdigsten Ereignissen in seiner Laufbahn zählt der berühmte Münzwurf von Rotterdam im Europapokal der Landesmeister gegen den FC Liverpool, als auch das Wiederholungsspiel unentschieden ausging und per Münzentscheid der Sieger ermittelt werden musste. Löhr und seinen Kölner Mitspielern war das Glück nicht hold - Liverpool setzte sich durch, wobei die Münze beim ersten Mal im Stadion De Kuip von Rotterdam senkrecht im Boden steckengeblieben war. "Ich stand ganz in der Nähe, gleich am Mittelkreis und habe gesehen, wie der erste Wurf senkrecht im Gras stecken blieb. Es war unglaublich", berichtete Löhr einmal: "Im zweiten Versuch fiel dann die Entscheidung für Liverpool."

Bei der WM 1970 in Mexiko war Löhr im denkwürdigen Spiel im Viertelfinale in Leon Vorbereiter des 3:2-Siegtores von Gerd Müller gegen WM-Titelverteidiger England. Mit dem FC holte "De Nas", so sein Spitzname, 1968 und 1977 den DFB-Pokal, 1978 war er als Spieler und Manager am ersten und einzigen Double der Vereinsgeschichte unter Trainer Hennes Weisweiler beteiligt.

Stand: 29.02.2016, 16:35