Kölner Risikospiel endet weitgehend friedlich

Begleitet von der Polizei marschieren Fans von Belgrad vor dem Spiel 1.FC Köln - Roter Stern Belgrad zum RheinEnergieStadion in Köln

Kölner Risikospiel endet weitgehend friedlich

  • Risikospiel in Köln endet weitgehend ruhig.
  • Mehrere Dutzend Fans nach Schlägerei festgesetzt.
  • Polizei: Konzept der Fan-Trennung funktionierte.

Etwa 2.500 Belgrader Fans seien nach Abpfiff zunächst am Stadion aufgehalten und dann unter anderem mit fünf Sonderbahnen zum Neumarkt gebracht worden, teilte die Polizei am Donnerstagabend (28.09.2017) mit. Eine der Bahnen sei von Kölnern mit Pyrotechnik beworfen worden - sechs Menschen wurden daraufhin in Gewahrsam genommen.

Fussballfans beim Europa League, 1. FC Köln : Roter Stern Belgrad

Viel Pyrotechnik im Stadion

Während des Spiels wurde in beiden Fanblocks Pyrotechnik gezündet. Auch vor der Partie hatte es kleinere Ausschreitungen mit bengalischen Feuern gegeben. Die Polizei sprach von "wenigen Gewahrsamnahmen". Verletzt wurde demnach niemand. Köln verlor die Europapokal-Partie mit 0:1.

Gepanzerte Fahrzeuge und Wasserwerfer

Unter den serbischen Anhängern waren nach Einschätzung der Polizei mehrere Hundert Gewaltbereite. Die Polizei war daher den Tag über mit mehr als 2.000 Beamten im Einsatz. Gepanzerte Fahrzeuge und Wasserwerfer standen bereit. Auf der Strecke der Fans von der Innenstadt zum Stadion wurde der Autoverkehr zeitweise umgeleitet.

"Das Konzept der strikten Fantrennung ist aufgegangen", sagte Polizeipräsident Uwe Jacob laut Mitteilung. "Bei den ersten kleinen Auseinandersetzungen sind wir in der Stadt konsequent eingeschritten und haben damit die Gewalt im Keim erstickt."

Polizei griff früh ein

Fangruppen und Polizisten im Kölner Friesenviertel vor dem Spiel 1. FC Köln – Roter Stern Belgrad

Festnahmen in der City

Bei einzelnen Ausschreitungen hatte die Polizei sofort eingegriffen. So wurden sieben Kölner Fans am Donnerstagnachmittag in Gewahrsam genommen, weil sie einen serbischen Fan auf dem Weg zum Stadion angegriffen hatten. Zuvor hatten Beamte in der Innenstadt eine Gruppe von 30 serbischen Fans festgesetzt, die sich mit Pflastersteinen bewaffnet hatten. Dabei sei auch Pfefferspray zum Einsatz gekommen, so die Polizei.

Bereits zur Mittagszeit waren vier weitere serbische Fans nach einer Schlägerei in Gewahrsam genommen worden.

Verkehrschaos in der Innenstadt

In Köln löste die große Polizeiaktion zwischenzeitlich ein Verkehrschaos aus. Ein nahe dem Stadion gelegenes Gymnasium schickte seine Schüler aus Sicherheitsgründen vorzeitig nach Hause.

Schlägerei nach dem Spiel: Hooligans in Gewahrsam

Bei einer Schlägerei nach dem Risikospiel sind vier Polizisten verletzt worden. Kurz nach Mitternacht hätten sich zunächst etwa 30  Menschen in der Innenstadt geprügelt und mit Gegenständen geworfen, sagte ein Polizeisprecher. Darunter sollen auch sogenannte "Problemfans" gewesen sein. Gegenüber dem WDR sagte die Polizei, dass es sich bei den Randalieren um militante Anhänger aus Köln gehandelt haben soll und nicht um vermeintliche Fans aus Belgrad.  Etwa 70 Personen wurden demnach in der Nacht von der Polizei kontrolliert, mehrere kamen in Gewahrsam.

Vier Polizisten wurden verletzt

Es seien Anzeigen etwa wegen gefährlicher Körperverletzung erstattet worden, so die Polizei. Ein Polizist wurde am Kopf und an der Hand verletzt, drei weitere erlitten leichte Verletzungen, so die Polizei weiter. Bereits die Nacht zu Donnerstag hatten acht mutmaßliche Hooligans aus Serbien im Polizeigewahrsam verbringen müssen. Sie wurden am Donnerstagmorgen wieder freigelassen.

Stand: 29.09.2017, 07:02