KFC Uerdingen spielt jetzt als GmbH

KFC Uerdingen

KFC Uerdingen spielt jetzt als GmbH

  • Mitglieder stimmen für Ausgliederung der Profiabteilung
  • KFC Uerdingen 05 Fußball GmbH soll Geldgeber anlocken
  • Verein hat zwei Millionen Euro Schulden

Die Mehrheit war eindeutig. 131 der 134 anwesenden Mitglieder des KFC Uerdingen 05 stimmten am Montagabend (04.09.2017) für die Ausgliederung der Profiabteilung. Damit nimmt der Regionalligist ab sofort als KFC Uerdingen 05 Fußball GmbH in der Regionalliga teil. Es gab lediglich zwei Gegenstimmen und eine Enthaltung.

GmbH soll Geldgeber anlocken

Damit kamen die Mitglieder dem Wunsch des Vorsitzenden Mikhail Ponomarev nach. Der russische Geschäftsmann hatte die Ausgliederung in den vergangenen Monaten vorangetrieben. "Über Mitgliedereinnahmen, Sponsoren und Eintrittsgelder kann der Verein maximal 600.000 Euro pro Jahr erwirtschaften. Das reicht nicht für die Regionalliga", erklärte Pononarev vor der Abstimmung. Zuvor hatte er noch eine Million Euro investieren müssen, weil das die Summe ist, die der Deutsche Fußball-Bund (DFB) vorschreibt, wenn eine GmbH am Spielbetrieb teilnehmen will.

Mit der Ausgliederung hofft Ponomarev neue Investoren und Sponsoren anzulocken. Diese sollen nicht nur aus Krefeld und Umgebung kommen. Allerdings erwartet er selbst nicht, dass potenzielle Geldgeber dem KFC nun die Türen einrennen. Allerdings gebe es nun die Möglichkeit für "relativ kleines Geld" in einen aufstrebenden Klub zu investieren.

Verein hat zwei Millionen Euro Schulden

Sportlich will Ponomarev den Klub in den kommenden drei bis fünf Jahren in die 2. Liga führen und dafür zur Not auch selbst Geld beisteuern. Rund 1,7 Millionen Euro habe er über seine Unternehmen bereits bis zum 30. Juni 2017 dem KFC Uerdingen zur Verfügung gestellt. 800.000 Euro davon seien dazu verwendet worden, um Altlasten kurzfristig zu begleichen. "Ich habe aber nicht vor, das Geld vom Verein zurück zu fordern", erklärte er.

Nach der im deutschen Fußball geltenden 50+1-Regel hält der Verein die Mehrheit der Anteile an der GmbH. Der e.V. schleppt auch nach der Ausgliederung weiter zwei Millionen Euro Verbindlichkeiten mit sich herum. Dazu kommen Forderungen des ehemaligen Klubchefs Agissilaos "Lakis" Kourkoudialos in gleicher Höhe. Ponomarev bestreitet, dass Lakis irgendwelche finanziellen Ansprüche gegenüber dem KFC hat. Die Sache geht möglicherweise vor Gericht.

Stand: 06.09.2017, 12:07