Gladbach im Frust - "Das tut einfach weh"

Oscar Wendt, Andreas Christensen, Torwart Yann Sommer von Borussia Mönchengladbach stehen enttäuscht auf dem Rasen

Gladbach im Frust - "Das tut einfach weh"

  • Das Europa-League-Aus hat Borussia Mönchengladbach geschockt.
  • Das 2:2 gegen Schalke reichte nicht zum Viertelfinal-Einzug.
  • Gladbacher hadern mit Platzfehler und zweifelhaftem Elfmeterpfiff.
  • Johnson und Kramer verletzten sich.

Max Eberl stieß wüste Beschimpfungen Richtung UEFA und Schiedsrichter Mark Clattenburg aus, die Spieler standen völlig konsterniert auf dem Rasen des Borussia-Parks und diskutierten über das schmerzhafte Europacup-Aus.

Der erste Rückschlag unter dem neuen Trainer Dieter Hecking hat Borussia Mönchengladbach geschockt. "Es ist verdammt bitter, so aus dem Europapokal auszuscheiden", sagte Gladbachs Mittelfeldspieler Patrick Herrmann nach dem 2:2 im Europa-League-Rückspiel gegen den FC Schalke 04 am Donnerstagabend (16.03.2017).

Die Gladbacher hatten zur Halbzeit vor eigenem Publikum mit 2:0 geführt. Angesichts des 1:1-Unentschiedens aus dem Hinspiel schien die Borussia auf dem besten Weg ins Viertelfinale des Wettbewerbs. Doch das Heimteam kassierte noch zwei Gegentreffer, beim Abpfiff um 22.57 Uhr stand der K.o. fest, weil Schalke mehr Auswärtstore erzielt hatte.

Goretzka trifft dank Platzfehler

"Das ist unfassbar und tut einfach weh", sagte Hermann, der von einem seiner bittersten Karriere-Momente sprach. "Es war verdammt viel Pech dabei." Denn den Gästen hatte auch etwas Glück zurück ins Spiel geholfen: Erst traf Leon Goretzka dank eines Platzfehlers per Fernschuss zum 1:2 - der Ball hüpfte über den abgetauchten Gladbach-Keeper Yann Sommer hinweg ins Tor (54.).

Zweifelhafter Elfmeterpfiff

Dann pfiff Schiedsrichter Mark Clattenburg einen sehr zweifelhaften Handelfmeter: Der ansonsten starke Mahmoud Dahoud hatte seinen Oberarm nicht mehr schnell genug wegziehen können. Nabil Bentaleb gelang der Ausgleich (68.), der den Gästen am Ende reichte. Weil die Gastgeber trotz aller Bemühungen den Siegtreffer nicht mehr erzielen konnten.

Drmic kann Stindl nicht ersetzen

Dieter Hecking gestikuliert

Dieter Hecking

Gladbach war gut in die Partie gestartet. Zwar konnte Josip Drmic den verletzten Kapitän und besten Gladbacher Torschützen Lars Stindl nicht adäquat ersetzen. Dennoch hatte die Elf von Trainer Dieter Hecking, dem auch Thorgan Hazard verletzt fehlte, mehr Ballbesitz und kam auch zu Chancen. Nach einer guten Viertelstunde hatte Drmic freistehend aus kurzer Entfernung die große Chance zum 1:0, doch der Stürmer köpfte den Ball nicht genau genug.

Wenig später erzielte aber Andreas Christensen unter Mithilfe von Schalkes Benedikt Höwedes das 1:0 (26.), und kurz vor dem Pausenpfiff erhöhte Dahoud mit einem Distanzschuss auf 2:0 (45.+2).

Gladbach verliert die Ordnung

Dass es danach nicht zum Sieg reichte, müssen sich die Gladbacher auch selbst zuschreiben: Mit dem scheinbar sicheren Vorsprung im Rücken igelten sie sich mit Anpfiff der zweiten Halbzeit am eigenen Strafraum ein und ließen die Schalker gewähren. "Wir haben in dieser Phase die Ordnung verloren", bemängelte Hecking.

Johnson und Kramer verletzt

Hinzu kam, dass der Coach unfreiwillig die verletzten Fabian Johnson (Oberschenkel) und Christoph Kramer (Knie) vom Feld nehmen musste.

So qualifizierte sich am Ende S04, und nicht Gladbach für die Runde der letzten Acht. Zuletzt hatten die "Fohlen" 1996 im Viertelfinale eines Europapokals gestanden.

Ob Mönchengladbach auch in der kommenden Saison europäisch spielen darf, ist noch offen: In der Bundesliga muss sich der Tabellenneunte noch vorarbeiten - oder er muss sich über den DFB-Pokal qualifizieren. Für die Bundesliga-Partie am Sonntag gegen Bayern München fallen Christoph Kramer und Thorgan Hazard aus; Fabian Johnson, Lars Stindl und Mo Dahoud sind angeschlagen.

Stand: 17.03.2017, 11:00