2. Liga - Düsseldorf träumt, Duisburg hadert

Der Düsseldorfer Benito Raman (r.) im Duel mit Duisburgs Niko Gießelmann

2. Liga - Düsseldorf träumt, Duisburg hadert

  • Düsseldorf träumt nach tollem Saisonstart vom Aufstieg.
  • Fünf Punkte beträgt der Vorsprung auf Platz drei.
  • Duisburg scheitert gleich viermal am Aluminium.
  • Gruev spricht von "falschem Ergebnis".

Am Ende hielt es niemanden mehr auf seinem Sitz. Der 3:1-Erfolg von Fortuna Düsseldorf war ein wahres Offensivspektakel - und für die Rheinländer ein hartes Stück Arbeit. "Es ging rauf und runter. Kein taktisches Geplänkel", sagte Fortuna-Coach Friedhelm Funkel nach der Partie gegen den MSV Duisburg und fügte hinzu: "Ich bin froh, dass wir noch als Sieger vom Platz gegangenen sind."

Düsseldorf wehrte zum Abschluss des 9. Spieltags den Angriff von Holstein Kiel ab, ist daheim weiter ungeschlagen und geht mit fünf Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz drei in die Länderspielpause.

Bei der Fortuna geben sie sich selbstkritisch

Die Fans träumen nach fünfjähriger Abstinenz bereits von der Rückkehr in die Bundesliga. Doch im Verein nimmt das Wort "Aufstieg" niemand in den Mund. Im Gegenteil: Trotz des Sieges zeigten sich Profis und Trainer unerwartet selbstkritisch: "Wir müssen über 90 Minuten eine gute Leistung zeigen, nicht nur punktuell", forderte Kapitän Oliver Fink.

Und auch Funkel fand noch Dinge, die es zu verbessern gilt: "Wir haben alle Siege der Saison hart erkämpft und noch kein klares Ergebnis geschafft. Daran müssen wir arbeiten, denn das Blatt kann sich auch schnell wenden." Dabei weiß der Trainer genau, wie Aufstieg geht: Der 63-Jährige schaffte schon mit Bayer Uerdingen (1992, 1994), dem MSV Duisburg (1996), dem 1. FC Köln (2003) und Eintracht Frankfurt (2005) den Sprung ins Oberhaus.

Raman kaschiert Defensiv-Probleme

Aber tatsächlich war am Montagabend in Düsseldorf noch längst nicht alles bundesligareif. Vor allem in der Defensive leistete sich die Fortuna teilweise haarsträubende Aussetzer. Diese wurden jedoch kaschiert von der starken Offensiv-Leistung. Vor allem der flinke Benito Raman spielte die MSV-Abwehr ein ums andere Mal schwindelig.

Der 22-jährige Belgier, der erst kurz vor Transferschluss von Standard Lüttich ausgeliehen wurde, wird immer mehr zum Glücksfall für die Funkel-Elf. Den MSV Duisburg jedenfalls besiegte er fast im Alleingang: Die ersten beiden Treffer bereitete er vor, den dritten machte er selbst.

Gruev: "Falsches Ergebnis"

Ilia Gruev, Trainer des Drittligisten MSV Duisburg.

MSV-Trainer Ilia Gruev ist bedient.

Während die Düsseldorfer also ihr Team und den bisherigen Saisonverlauf feiern, herrscht beim Aufsteiger aus Duisburg Tristesse: "Wir haben nie aufgegeben, leider hat es wieder nicht gereicht. Das ist frustrierend", haderte Moritz Stoppelkamp. Trotz Offensivpower und vier Aluminiumtreffern ist der Aufsteiger seit vier Spielen sieglos und hängt als Tabellen-15. in der Abstiegszone fest.

Angesichts von 29:17 Torschüssen zugunsten des MSV sprach Zebra-Coach Ilia Gruev sogar von einem "falschen Ergebnis". Das gleiche Schicksal ereilte die Duisburger auch schon gegen Nürnberg. Torschüsse: 25:15, Endstand: 1:6.

MSV kassierte 14 Gegentore in den letzten vier Spielen

Trotz der enttäuschenden Ergebnisse zuletzt zollte Funkel seinem ehemaligen Klub großes Lob: "Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass der MSV noch die Punkte holt, die notwendig sind. Das Team hat Charakter."

Doch davon wollte MSV-Trainer Gruev nach der Partie nichts wissen: "Ich kann es nicht mehr hören. Wir bekommen Komplimente und Applaus. Aber am Ende stehen wir wieder mit leeren Händen da", kritisierte der Bulgare naives Abwehrverhalten. 14 Gegentore in zuletzt vier Spielen seien zu viel: "Wir müssen konzentrierter sein und defensiv stabiler stehen" - am besten schon in zehn Tagen gegen die zuletzt ebenfalls schwächelnden Braunschweiger.

Stand: 03.10.2017, 12:57