Das große Gerangel um Lucas Alario

Leverkusens Lucas Alario

Das große Gerangel um Lucas Alario

Von Jörg Strohschein

  • Lucas Alario trainiert bereits bei Bayer 04.
  • River Plate Buenos Aires stellt sich weiter stur.
  • Frist läuft Mitte Spetember aus.

Bereits am vergangenen Montag (04.09.2017) ist Lucas Alario im Rheinland angekommen. Der 24-Jährige ist derjenige, der dabei mithelfen soll, die Sturmprobleme der Werkself zu beenden. Auf dem Trainingsplatz hinterließ er sofort einen guten Eindruck. "Man sieht, dass er technisch stark ist und auch torgefährlich", schilderte Trainer Heiko Herrlich seine ersten Eindrücke.

Auch körperlich werde man den neuen Leverkusener Hoffnungsträger an die Anforderungen in der Bundesliga noch heranführen. Allerdings werden der Coach und auch die Fans des Klubs sich wohl noch etwas gedulden müssen, um Alario bei einer Bundesligapartie im Einsatz zu sehen.

Noch immer liegt keine Spielberechtigung für Alario vor, was daran liegt, dass der abgebende Verein, River Plate Buenos Aires, sich stur stellt und sich einer Kommunikation mit den Leverkusenern vollständig verweigert.

Das Transfergeld liegt beim Verband

Der Grund: Die Vereinsführung hatte scheinbar nicht damit gerechnet, dass ein Klub Alarios Ablöseklausel zieht und den Spieler verpflichtet. Offenbar haben die Argentinier auch keinen schnellen Ersatz für ihren besten Angreifer gefunden, so dass sie sich überrumpelt fühlen und den Angreifer am liebsten behalten würden.

Das Transfergeld, rund 19 Millionen Euro, liegt nun beim argentinischen Fußball-Verband AFA, da River Plate die Annahme verweigert und den Leverkusenern wohl noch nicht mal die Kontodaten übermittelt hat. Derweil scheint auch die AFA keinen spürbaren Druck auf River Plate auszuüben.

Der Verband würde wohl erst die Spielerlaubnis erteilen, wenn River Plate die Transfersumme annimmt. Aber offenbar behält der Klub sein Schweigen dauerhaft bei. In Argentinien geht allerdings außer der River-Plate-Vereinsführung wohl niemand mehr davon aus, dass Alario noch länger ein Spieler des Klubs bleiben wird.

Frist läuft am 15. September aus

"Der Spieler hatte eine Ausstiegs-Klausel, die wurde gezogen – und jetzt warten wir ab", sagte Bayer-Sportdirektor Rudi Völler unlängst. Leverkusen sieht sich in diesem ungewöhnlichen Transfergerangel auf der juristisch sicheren Seite.

Die Hinhaltetaktik der argentinischen Vereinsführung wird allerdings spätestens am 15. September ihre Wirkung verfehlen, weil dann eine entscheidende Frist ausläuft und die FIFA eine vorläufige Spielerlaubnis erteilt - die dann üblicherweise auch nicht mehr zurückgenommen wird.

Womöglich akzeptieren die River-Plate-Verantwortlichen den Deal überraschend doch noch, dann würde alles ganz schnell gehen. Aber dass die Argentinier ihre Blockadehaltung vorzeitig aufgeben, damit wird wohl nicht einmal der optimistischste Bayer-Verantwortliche rechnen.

sid | Stand: 07.09.2017, 14:54