Vor Leipzig-Spiel: Protestmarsch der BVB-Ultras ruhig verlaufen

BVB-Ultras demonstrieren auf Protestmarsch mit Bannern gegen RB Leipzig

Vor Leipzig-Spiel: Protestmarsch der BVB-Ultras ruhig verlaufen

  • BVB-Ultras protestieren erneut gegen RB Leipzig.
  • Marsch mit deutlich über 2.500 Teilnehmern verlief ruhig.
  • Polizei setzt beim Spiel deutlich mehr Einsatzkräfte ein.

Tausende Fans des Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund sind dem Aufruf der Ultras zu einem Protestmarsch vor dem brisanten Spiel gegen RB Leipzig am Samstag (14.10.2017) gefolgt. Die Polizei sprach von weit über 2.500 Teilnehmern, Reporter vor Ort von bis zu 4.000.

Nach Angaben der Beamten von Sonntag verlief der Protestmarsch ohne größere Zwischenfälle. "Innerhalb des Marschweges zum Stadion kam es zu insgesamt zehn Straftaten. Sechs Strafverfahren wurden zu Vorfällen mit Pyrotechnik eingeleitet, zwei wegen Beleidigungen gegen Polizeibeamte vorgelegt und eine Strafanzeige wegen Gefährlicher Körperverletzung gefertigt", teilte die Polizei mit.

Viele Einsatzkräfte sicherten Protestmarsch und Stadion ab

Laut Polizei Dortmund war die Strategie aufgegangen, die Leiziger Fans schon Stunden vor dem Spiel ins Stadion zu bringen. So wurde verhindert, dass sich die Fans vor dem Spiel begegnen. Der Leipziger Mannschaftsbus konnte ebenfalls unbehelligt vorfahren. Viele Einsatzkräfte der Polizei sicherten den Protestmarsch und das Stadion ab.

Umstrittene Fanproteste auf der Dortmunder Südtribüne gegen RB Leipzig.

Umstrittene Fanproteste auf der Dortmunder Südtribüne gegen RB Leipzig.

Vor acht Monaten waren Leipziger Fans in Dortmund attackiert worden, auf der Südtribüne wurden verunglimpfende Plakate gezeigt. Als Strafe musste die Südtribüne für ein Spiel leer bleiben. Die Polizei kündigte für die Neuauflage des als Risikospiels eingestuften Duells unterdessen erhöhte Sicherheitsmaßnahmen an.

Ablehnung für "Projekt" RB Leipzig

Die BVB-Fans wollten ungeachtet dessen vor dem Anpfiff erneut ihren Unmut äußern. "Dietrich Mateschitz' Projekt ist heute genauso abzulehnen wie damals. Wir dürfen es niemals hinnehmen, dass ein Konzern den Fußball als Werbeplattform für sein Produkt missbraucht, allen Hofierungen und Anbiederungsversuchen der Medien- und Sportlandschaft zum Trotz", teilte die Gruppierung The Unity in einem gemeinsamen Auftritt mit dem Fanclub-Zusammenschluss "Südtribüne Dortmund" mit.

"Alles, woraus unser Sport seine Faszination zieht, wird von RasenBallsport mit Füßen getreten." Mit dem Fanmarsch solle "ein starkes Zeichen" gesetzt werden: "Im Westfalenstadion und auf der Südtribüne gilt dieselbe Devise wie in der letzten Saison: Zeigen wir, was den Fußball für uns ausmacht! Zeigen wir, dass man Fanatismus, Treue und eine freie und mündige Fankultur mit keinem Geld der Welt kaufen kann!"

Polizei kündigte hartes Vorgehen an

Der Verein und Oberbürgermeister Ullrich Sierau (SPD) setzten auf Deeskalation. Der Politiker hatte Leipziger Fans eingeladen, die im Februar Anzeige erstattet hatten. Die Dortmunder Polizei hatte für den Fall erneuter Ausschreitungen ein hartes Vorgehen angekündigt. Leipzig musste allerdings auf die Unterstützung zahlreicher Fans verzichten. Diesmal reisten nur 3.000 statt wie damals 8.000 RB-Anhänger mit nach Westfalen. Um die eigene Mannschaft zu schützen, engagierte RB eigens eine Sicherheitsfirma.

Um die RB-Anhänger zu schützen, wurden nach offiziellen Angaben "mehr als doppelt so viele" Einsatzkräfte wie im Februar abgestellt. Damals hatte Nordrhein-Westfalens Polizei-Inspekteur Bernd Heinen von 237 eingesetzten Bereitschaftspolizisten gesprochen. Zudem wurden den Leipzig-Fans mittels Fanbriefen der Polizei deutliche Verhaltensregeln an die Hand gegeben.

sid | Stand: 15.10.2017, 10:48