BVB-Gegner Tottenham hat ein Heimproblem

Beim letzten Aufeinandertreffen hatte der BVB die Nase vorn. Die Enttäuschung bei den Engländern war groß.

BVB-Gegner Tottenham hat ein Heimproblem

  • Heimschwache Spurs empfangen Dortmund.
  • BVB bei letztem Aufeinandertreffen dominant.
  • Marc Bartra fehlt wegen Adduktorenproblemen.

Eigentlich ist die Heimat von Tottenham die White Hart Lane. Dort verloren die Spurs in der vergangenen Saison nicht ein Liga-Spiel. Doch wegen des Stadionneubaus in der Nähe der ehemaligen Arena tragen die Nordlondoner ihre Partien seit einiger Zeit im neuen Wembley-Stadion aus. Doch nur selten durfte die Elf von Trainer Mauricio Pochettino dort jubeln. Von fünf Partien in der Europa League und dem englischen FA-Cup gewann Tottenham nur eines. Aus den ersten beiden Heimspielen der laufenden Saison war der Ertrag mit einem Punkt ebenfalls dünn.

Rauball: "Schwierigste Spiel der gesamten Jahreshälfte"

Doch bei der Borussia will man von solchen Statistiken nichts wissen, auch weil der letzte Auftritt der Schwarz-Gelben in Wembley vor knapp vier Jahren mit der 1:2-Finalniederlage in der Champions League gegen Bayern München ebenfalls nicht in guter Erinnerung ist. Und so schwörte BVB-Präsident Reinhard Rauball die Mannschaft auf die neue Aufgabe ein bevor er am Dienstagmittag (12.09.2017) in den Flieger nach London stieg: "Dieses Spiel ist das schwierigste der gesamten Jahreshälfte - unter Einschluss der Bundesliga, selbst des Spiels gegen Bayern München".

Der letzte Auftritt des BVB in Wembley war das Champions League-Finale gegen die Bayern vor knapp vier Jahren.

Der letzte Auftritt des BVB in Wembley war das Champions League-Finale gegen die Bayern vor knapp vier Jahren.

Denn angesichts der starken Gruppe mit Titelverteidiger Real Madrid könnte in den Duellen zwischen der Borussia und dem zweimaligen englischen Meister die Entscheidung über den zweiten Teilnehmer an der K.o.-Phase fallen. "Das ist die schwerste Gruppe, aber auch herausfordernd. In solchen Gruppen werden Helden gemacht", sagte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke vor dem Spiel am Mittwoch (Anpfiff 20.45 Uhr).

Zorc: "Mit Tottenham auf Augenhöhe"

Nach dem insgesamt gelungenen Saisonstart haben die Schwarz-Gelben viel Selbstvertrauen - daran änderten auch die enttäuschende Nullnummer in Freiburg, die erneute schwere Verletzung von Kapitän Marcel Schmelzer (Außenbandriss im Sprunggelenk) und der Ausfall von Marc Bartra (Adduktorenprobleme) nichts. Es werde zwar eine riesige Herausforderung, betonte Sportdirektor Michael Zorc, "ich sehe uns aber mit Tottenham auf Augenhöhe."

In der Europa-League-Saison 2015/16 erteilte der achtmalige deutsche Meister den Spurs in zwei Spielen (3:0 und 2:1) sogar eine Lehrstunde. Allerdings schonte Trainer Mauricio Pochettino angesichts des spannenden Titelrennens in der Premier League zahlreiche Stammkräfte. Am Mittwoch muss er lediglich auf Nationalspieler Dele Alli verzichten, der noch eine Rotsperre aus der vergangenen Europacupsaison verbüßt. "Das jetzige Aufeinandertreffen ist mit den damaligen Spielen nicht zu vergleichen", sagte Zorc. BVB-Coach Peter Bosz erwartet "einen sehr starken Gegner."

Son fühlt sich in Englang pudelwohl

Bei den beiden Spielen im März 2016 war der einzige Torschütze für die Briten der Südkoreaner Heung-Min Son. Der 25-Jährige, der vor zwei Jahren für umgerechnet knapp 30 Millionen Euro von Bayer Leverkusen nach London gewechselt war, fühlt sich in der Premier League pudelwohl. 18 Tore in 66 Ligaspielen gelangen ihm, und bereits zweimal wurde der Offensivspieler in der vergangenen Saison der Premier League als Spieler des Monats gekürt.

Heung-Min Son im Meisterschaftsspiel gegen Burnleys Jack Cork.

Heung-Min Son im Meisterschaftsspiel gegen Burnleys Jack Cork.

Der ohnehin unbekümmert aufspielende Son tankte in Tottenham noch mehr Selbstbewusstsein. Als ihn im März die Fans des Drittligisten FC Millwall im Viertelfinale des FA-Cups (6:0) mit rassistischen Gesängen verhöhnten, antwortete er mit drei Treffern. Und trotz der Erfolge bleibt der immer noch junge Son, der in der Bundesliga bereits 135 Spiele absolvierte (für Bayer und den Hamburger SV), ehrgeizig. "Ich will noch mehr Tore schießen, mehr Vorlagen geben und noch mehr Punkte holen", so der Südkoreaner kurz nach seiner Wahl zum Spieler des Monats.

Stand: 12.09.2017, 11:55