Drei Klubs, ein Ziel: Europa

Anthony Modeste (l.) und Frederik Sörensen vom 1. FC Köln

Drei Klubs, ein Ziel: Europa

  • BVB spielt im Fernduell mit Hoffenheim um direkten Einzug in die Champions League
  • Köln hofft auf ersten Europapokal-Einzug seit 25 Jahren
  • Auch Gladbach noch mit Chancen auf Europa-League-Qualifikation

Dortmund, Gladbach und Köln - drei Klubs, ein Ziel: Europa. Der BVB will erneut in die Königsklasse - am liebsten als Tabellendritter auf direktem Weg. Der 1. FC Köln träumt von der ersten Europapokal-Teilnahme seit 25 Jahren - im Saisonfinale gegen Mainz ist für den FC alles möglich: von Platz fünf und der direkten Teilnahme an der Europa League bis zum Abrutschen auf Platz neun. Auch Mönchengladbach hat noch die Chance, in der kommenden Saison international zu spielen. Die Borussia kann noch Siebter werden - und müsste dann auf einen Pokaltriumph des BVB hoffen, um die Qualifikationsrunde zur Europa League zu erreichen.

Borussia Dortmund, Platz 3 (61 Punkte, 68:37 Tore)

Der BVB hat sein Europapokal-Ziel als einziger Klub selbst in der Hand: Die Dortmunder möchten mit einem Sieg im letzten Saisonspiel daheim gegen Werder Bremen den dritten Tabellenplatz verteidigen, der die direkte Teilnahme an der Champions League garantiert. Patzen die Dortmunder, könnten die punktgleichen Hoffenheimer, die allerdings ein um vier Treffer schlechteres Torverhältnis aufweisen, noch vorbeiziehen. Als Vierter müsste der BVB vor dem Start der kommenden Saison den Umweg über die Champions-League-Playoffs nehmen - dies wollen die Schwarz-Gelben unbedingt vermeiden.

Die Konstellationen für Dortmund im Einzelnen:

Der BVB bleibt bei einem Sieg gegen Werder auf jeden Fall auf Platz drei, wenn Hoffenheim (Torverhältnis 64:37) im Heimspiel gegen Augsburg nicht mit mindestens fünf Toren höher gewinnt als der BVB.

Auch ein Unentschieden reicht den Dortmundern für Platz drei, wenn Hoffenheim nicht gewinnt. Der BVB könnte sich sogar eine Niederlage leisten - vorausgesetzt, Hoffenheim verliert ebenfalls und macht dabei im direkten Vergleich keine fünf Tore auf Dortmund gut.

Denkbar wäre auch eine Punkt- und Torgleichheit mit Hoffenheim - in diesem Fall hätte der BVB aufgrund des gewonnenen direkten Vergleiches die Nase vorn.

1. FC Köln, Platz 7 (46 Punkte, 49:42 Tore)

Der 1. FC Köln will in die Europa League - neben dem eigenen Ergebnis im abschließenden Saisonspiel gegen die quasi geretteten Mainz hängt unter Umständen auch einiges vom Ausgang des Pokalfinals am 27. Mai zwischen Dortmund und Frankfurt ab. Holt sich der BVB, der mindestens die Playoff-Spiele zur Champions League sicher hat, den "Pott", wird in der Europa League ein zusätzlicher Starterplatz für einen deutschen Teilnehmer frei. Der Tabellenfünfte und Sechste wären in diesem Fall sicher in der Gruppenphase der Europa League dabei, der Siebte würde in der 3. Qualifikationsrunde einsteigen.

Geht der Pokal dagegen an die Frankfurter, die definitiv keinen Europapokal-Rang mehr erreichen können, wäre nur der Bundesliga-Fünfte sicher in der Europa League, der Sechste müsste in die Qualifikation. Ein Erreichen von Platz sieben wäre in diesem Fall wertlos.

Die Kölner, die als Siebter ins Saisonfinale gehen, schielen mit einem Auge nach Berlin, wo der Tabellenfünfte Hertha (49 Punkte, 41:41 Tore) auf Leverkusen trifft. Und auch nach München, wo der Meister den Sechsten aus Freiburg (48 Punkte, 41:56 Tore) empfängt. Beide Klubs könnte der FC im Saisonfinale noch überholen.

Die Konstellationen für Köln im Einzelnen:

Köln könnte mit einem Sieg gegen Mainz auf Platz fünf springen und sich damit in jedem Fall für die Europa League qualifizieren. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass gleichzeitig Hertha sein Spiel gegen Bayer 04 verliert und Freiburg nicht beim FC Bayern gewinnt.

Ein Sieg gegen Mainz reicht den Kölnern zu Platz sechs, wenn entweder Hertha verliert oder Freiburg in München nicht gewinnt.

Unter Umständen reicht ein Sieg gegen Mainz aber auch nur zu Platz sieben - nämlich dann, wenn Freiburg in München gewinnt und Hertha BSC gegen Leverkusen zumindest einen Punkt holt.

Verpassen die Kölner gegen Mainz einen Sieg, wäre höchstens noch Platz sieben drin. Bei einem Unentschieden wäre der FC Siebter, wenn parallel Bremen nicht in Dortmund gewinnt. Außerdem darf Mönchengladbach gegen Darmstadt nicht mit mehr als mit zehn Toren Unterschied gewinnen.

Selbst eine Niederlage gegen Mainz könnte noch zu Platz sieben reichen - allerdings dürfte der FC nicht mit mehr als acht Treffern Unterschied verlieren, Bremen und Gladbach dürften ihre Spiele nicht gewinnen.

Borussia Mönchengladbach, Platz 9 (44 Punkte, 43:47 Tore)

Borussia Mönchengladbach kann maximal noch Platz sieben erreichen - braucht dafür aber doppelt Schützenhilfe von Dortmund und Mainz. Das Rechnen lohnt sich überhaupt erst, wenn die Gladbacher ihre eigene Pflichtaufgabe, ein Sieg im Heimspiel gegen Absteiger Darmstadt, erledigen.

Brisanz könnte sich von den anderen Plätzen ergeben, wenn Köln gegen Mainz verliert und Bremen nicht in Dortmund gewinnt. In diesem Fall würde die Borussia auf Platz sieben klettern.

Rache für 1978?

Es gibt noch einen weiteren Strohhalm, der stark an die Konstellation des verrückten Saisonfinales von 1978 zwischen Gladbach und Köln erinnert. Damals verbuchten die Fohlen mit einem 12:0 gegen Dortmund im Fernduell mit den punktgleichen Kölnern den bis heute höchsten Sieg aller Zeiten. Der FC konterte mit einem 5:0-Sieg gegen St. Pauli und sicherte sich damit den Titel dank der um drei Treffer besseren Tordifferenz.

Auch im aktuellen Rennen um Europa gibt es eine Schützenfest-Variante: Sollte Köln gegen Mainz unentschieden spielen und dabei höchstens vier Treffer erzielen, könnten die Gladbacher die Geißböcke mit einem 11:0-Sieg gegen Darmstadt noch abfangen. Jeder andere Sieg mit elf Toren Differenz würde auch funktionieren, ab einem Kölner 5:5 müssten es sogar mehr als elf Borussen-Tore sein. Voraussetzung wäre allerdings in allen Fällen, dass Bremen zeitgleich nicht in Dortmund gewinnt - sonst würde Werder vor Gladbach bleiben.

Stand: 18.05.2017, 14:00