BVB will mit Reus die Wende schaffen

Champions League

BVB will mit Reus die Wende schaffen

Borussia Dortmund hat noch nie nach einer Heimniederlage im Hinspiel die folgende Runde in einem europäischen Wettbewerb erreicht. Gegen Monaco will es der BVB nun schaffen - und mit Marco Reus ist ein Hoffnungsträger zurück.

Borussia Dortmund hat im Europapokal schon einige Rückstände gedreht. Doch das stets in den Rückspielen zu Hause. Nach einer Heimniederlage im Hinspiel hat der BVB es noch nicht geschafft, weiterzukommen. "Wir sind keine Träumer. Wir wissen, dass die Chance klein ist", sagt Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke, "aber es gibt eine."

Gedrehte Rückstände

Allerdings betrugen die Rückstände bislang immer mindestens zwei Tore - so wie beim letzten Ausscheiden nach einer Hinspielnierlage zu Hause gegen Udinese Calcio im UEFA-Pokal 2008/09. Da verlor der BVB daheim mit 0:2, gewann das Rückspiel mit 2:0, schied aber im Elfmeterschießen aus.

Das 2:3 im Hinspiel gegen Monaco war die bislang knappste Heimniederlage in einem Hinspiel für Borussia Dortmund - zumindest die Hoffnung auf das Erreichen ist also noch da. Und so sagt auch Trainer Thomas Tuchel: "Es ist erst Halbzeit. Wir liegen 2:3 zurück. Wir haben den Glauben noch nicht verloren."

Reus als Hoffnungsträger

Marco Reus

Marco Reus

Das erstklassige Comeback von Marco Reus beim 3:1-Sieg gegen Eintracht Frankfurt kommt dem BVB gerade recht. Nach sechs Wochen Pause wegen eines Muskelfaserrisses traf er zum 1:0. "Sein Ausfall hat unendlich geschmerzt. Er ist ein ganz wichtiger Faktor. Er verändert unser Spiel alleine durch seine Anwesenheit", sagte Trainer Thomas Tuchel. Auch Sven Bender, der gegen Frankfurt angeschlagen ausgewechselt wurde, ist dabei.

Die personelle Situation hat sich durch die Rückkehr von Reus also nicht verschlechtert. Mario Götze (Stoffwechselerkrankung), André Schürrle (Achillessehnenverletzung) und Sebastian Rode, der nach seiner Leistenverletzung nun muskuläre Probleme hat, fehlen schon länger und auch weiterhin.

Dasselbe gilt für Marc Bartra. Der Anschlag auf die Spieler und weitere Mitarbeiter im Vorfeld des Hinspiels in Dortmund bleibt das prägende Thema, Bartra wurde in dem angegriffenen Bus an der Hand verletzt und später operiert. Seine Mitspieler und die Fans erinnerten nach dem Sieg emotional an Bartra.

"Irgendwann wieder über Fußball reden"

Die Hintergründe der Tat sind weiterhin nicht geklärt, die Täter nicht gefasst. Im Rückspiel wird es Maßnahmen der französischen Behörden geben. "Dortmund hat nichts von uns gefordert, aber wir werden die Sicherheitsvorkehrungen um die Mannschaft und den Bus verstärken", kündigte Innenminister Patrice Cellario an. 3.000 BVB-Anhänger werden in Monaco erwartet.

Der Fußball hat als Therapie gegen den Schrecken bisher offenbar nicht gewirkt. "Ich hatte nicht wirklich Lust auf das Spiel", sagte Marcel Schmelzer, der schon für die eilige Neuansetzung des Hinspiels deutliche Worte gefunden hatte. Und Sokratis sagte: "Auch in den nächsten Spielen wird das noch nicht einfach sein. Die Ereignisse dieser Woche lassen sich nur sehr schwer vergessen." Auch Trainer Thomas Tuchel muss eins schaffen: "Dass man sich irgendwann traut, wieder über Fußball zu reden."

Thema in:

Morgenmagazin, Das Erste, 19.04.2017, 5:30 Uhr
Sport am Morgen, Deutschlandfunk, 19.04.2017, 7:56 Uhr
Tagesthemen, Das Erste, 19.04.2017, 22:15 Uhr

Stand: 19.04.2017, 22:45

Weitere Themen