Kölner Haie ziehen ins Halbfinale ein

Haie-Stürmer Patrick Hager tunnelt den Berliner Torwart

Eishockey, Viertelfinale in der DEL

Kölner Haie ziehen ins Halbfinale ein

Die Kölner Haie stehen im Halbfinale der Deutschen Eishockey-Liga. Die Rheinländer setzten sich am Ostermontag (28.03.2016) im entscheidenden siebten Spiel der Viertelfinalserie bei den Eisbären Berlin durch.

Am Ende hieß es 3:2 (1:0, 2:2, 0:0) für die Haie. Durch seinen zweiten Auswärtssieg im Viertelfinale entschied das Team von Trainer Cory Clouston die Serie mit 4:3 für sich und zog in die Runde der letzten Vier ein.

Eisbären starten stürmisch

Die favorisierten Berliner, die im Vorfeld den Heimvorteil beschworen hatten, hatten das entscheidende siebte Spiel der Viertelfinal-Serie stürmisch begonnen. Mehrmals kam der Tabellenzweite der Hauptrunde in der Anfangsphase gefährlich vor das Kölner Tor. Der erste Treffer fiel jedoch auf der anderen Seite: Bei einem Kölner Gegenstoß kam der Puck auf der Höhe der Mittellinie zu Patrick Hager: Der 27-jährige Nationalstürmer tanzte in einer feinen Einzelaktion die Berliner Mark Olver und Petr Pohl aus und tunnelte dann auch noch Torwart Petri Vehanen (6. Minute).

Danach gelang es den Haien zunächst weitgehend, die Gastgeber vom eigenen Tor fernzuhalten – und das, obwohl die Kölner nach Zwei-Minuten-Strafen gegen Daniel Syvret und Alexander Sulzer Mitte des Drittels 80 Sekunden lang in doppelter Unterzahl spielten.

Köln legt weitere Treffer nach

Spieler der Kölner Haie jubeln

Hager jubelt mit Shawn Lalonde und Philip Gogulla (r.)

Die Berliner starteten auch in das zweite Drittel engagiert. Der starke Haie-Torwart Gustaf Wesslau musste beispielsweise in der 22. Minute einen Schuss des freistehenden Petr Pohl parieren. Danach entwickelte sich ein ausgeglichenes Duell mit Offensivaktionen auf beiden Seiten. In einer Powerplay-Phase schlugen dann erneut die Haie zu: Ein Hager-Schuss wurde erst von Eisbären-Verteidiger Constantin Braun geblockt, den Abpraller setzte aber Philip Gogulla in den Winkel des Berliner Tores (32.).

Kurz darauf jubelten erneut die Haie-Fans unter den 12.443 Zuschauern in der Arena am Ostbahnhof: Bei einem Konter konnten Dragen Umicevic und Alexander Weiß den Puck nicht im Eisbären-Tor unterbringen, der Schlittschuh des Eisbären-Verteidigers Frank Hördler bugsierte die Scheibe aber zum 3:0 über die Torlinie. Der Treffer wurde Umicevic zugesprochen (34.).

Eisbären holen wieder auf

Trotz dieses Schocks gaben die Eisbären nicht auf: Nach einem Bully kam der Puck zu Micki DuPont, der zog von der blauen Linie ab – und der Puck landete im Kölner Tor (37. Minute). Knapp zwei Minuten später legten die Berliner den zweiten Treffer nach: Mark Olver fälschte einen Hördler-Fernschuss mit dem Schläger ins Tor der Gäste ab (39.). Nach Videobeweis und minutenlangen Beratungen erkannten die Schiedsrichter den Treffer an; Olver hielt seinen Schläger demnach nicht zu hoch.

Haie-Abwehr steht sicher

Mark Olver (l.) gegen Daniel Syvret und Torwart Gustaf Wesslau von den Kölner Haien

Die Abwehr der Kölner Haie hielt am Ende stand

Zu Beginn des dritten Drittels musste Haie-Keeper Wesslau mehrfach für sein Team retten. Den Kölnern boten sich in der Folge auch Konter-Chancen; das Clouston-Team spielten die Gegenstöße aber nicht zwingend genug zu Ende. Die Eisbären erhöhten den Druck immer weiter, die starke Haie-Defensive hielt aber stand. Auch als die Berliner in der letzten Spielminute ihren Torwart herausnahmen und einen zusätzlichen Feldspieler aufs Eis brachten, ließen die Gäste keinen Treffer mehr zu. Es blieb beim 3:2 für Köln.

Halbfinale ab Mittwoch

Die Rheinländer, die sich als Tabellensiebter der Hauptrunde erst über die Pre-Playoffs für das Viertelfinale qualifiziert hatten, stehen damit im Halbfinale. "Es war eine unglaublich intensive Serie. Fast das ganze Jahr haben wir unter unserem Potenzial gespielt. Jetzt spielt fast jeder am Limit. So muss es sein", sagte Haie-Nationalstürmer Hager nach der Partie. Bereits ab Mittwoch (19.30 Uhr) treffen die Kölner auf den Hauptrundensieger EHC München. Die zweite Partie der Serie soll am Freitag in Köln stattfinden, sie kollidiert allerdings nach derzeitigem Stand mit dem Länderspiel der deutschen Handball-Europameister gegen Dänemark. Wie die Termin-Überschneidung gelöst wird, ist noch offen.

Die zweite Halbfinal-Paarung lautet Grizzlys Wolfsburg gegen die Nürnberg Ice Tigers. Für die vom früheren Haie-Coach Uwe Krupp trainierten Eisbären ist die Saison dagegen beendet. Die Iserlohn Roosters und die Düsseldorfer EG waren zuvor auch schon im Playoff-Viertelfinale ausgeschieden.

Stand: 28.03.2016, 19:44

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