Deutschland-Achter mit neuem Gesicht

Der Deutschland-Achter

Deutschland-Achter mit neuem Gesicht

  • Deutschland-Achter in Dortmund vorgestellt
  • Uwe Bender als neuer Bundestrainer
  • Erste Bewährungsprobe bei der EM in Tschechien

Der Deutsche Ruderverband hat am Donnerstag (18.05.2017) am Olympiastützpunkt Dortmund den neuen Deutschland-Achter vorgestellt. Das Flaggschiff des DRV nahm auf dem trüben Dortmund-Ems-Kanal erstmals Kurs auf das Fernziel Tokio, Bundestrainer Uwe Bender wagte schon einmal einen mutigen Blick nach vorn. "Zwischen 2008 und 2012 gab es eine Dominanz des Deutschland-Achters. Das ist leider zuletzt gekippt, da waren die Briten vorne. Jetzt wollen wir das erneut kippen und wieder vorne landen", sagte der neue Chef des deutschen Paradebootes, dessen stark verjüngte Mannschaft am Donnerstag offiziell vorgestellt wurde.

Vier Silbermedaillengewinner von Rio bilden im Flaggschiff des Deutschen Ruderverbandes (DRV) künftig das Gerüst, hinzu kommen drei Neulinge und zwei Rückkehrer. Auch Trainer Bender ist neu in seiner Rolle: Der 58-Jährige hat den Achter übernommen, weil der langjährige Erfolgscoach Ralf Holtmeyer für ein Jahr den U23-Nachwuchsbereich unterstützt.

EM als erste Bewährungsprobe - WM im Herbst

Die erste Bewährungsprobe muss der neue Achter schon vom 26. bis 28. Mai bei der EM im tschechischen Racice bestehen. `Die erste Regatta ist immer ein Schuss ins Blaue. Wir wissen nicht genau, wo wir stehen. Aber wir wissen, was wir können", sagte Bender.

Höhepunkt der Saison wird die WM in Sarasota/Florida im Herbst (23. September bis 1. Oktober): "Dort streben wir den Titel an, aber rechnen können wir damit natürlich nicht." Bender setzt in seinem Boot auf eine Mischung aus Erfahrung und Talent. Ihre Plätze aus dem Rio-Achter behalten neben Schlagmann Hannes Ocik (Schwerin) auch Malte Jakschik (Rauxel), Richard Schmidt (Trier) und Steuermann Martin Sauer (Berlin), die seit 2009 ununterbrochen im Boot sind.

Essener Schneider erstmals im Deutschland-Achter

Erstmals einen Rollsitz erhalten Johannes Weißenfeld (22/Herdecke) und Jakob Schneider (23/Essen) sowie Torben Johannesen (22/Hamburg), dessen sechs Jahre älterer Bruder Eric 2012 in London Gold im Achter geholt hatte.

Gerade die jungen Neulinge gaben sich am Donnerstag beim ersten offiziellen Gang auf das Wasser hungrig. "Wir stecken unsere Ziel bekanntlich sehr hoch. Aber erst einmal wollen wir eine gute Leistung bei der EM in Racice zeigen", sagte Neuling Weißenfeld im Ruderleistungszentrum Dortmund.

Komplettiert wird der Achter durch Felix Wimberger (Passau) und Maximilian Planer (Bernburg), die nach 2014 zum zweiten Mal berufen wurden. Härteste Konkurrenten dürften auch in diesem Jahr Olympiasieger Großbritannien sowie die Niederlande werden, die in Rio Bronze geholt hatten. Schon die EM wird daher zu einem echten Härtetest. "Ich habe heute die neun Teams gesehen, die für Racice gemeldet haben. Der britische Achter ist völlig neu, der holländische hat fünf Leute aus Rio im Boot. Da müssen wir schauen, wie wir reinkommen", sagte Bender und forderte: "Jetzt muss sich meine Mannschaft international bewähren."

Stand: 18.05.2017, 14:00