Kölner Fan-Demo sorgt für Unruhe vor Derby

Kölner Fan-Demo

Bundesliga-Partie in Gladbach

Kölner Fan-Demo sorgt für Unruhe vor Derby

Das rheinische Derby zwischen Borussia Mönchengladbach und dem 1. FC Köln birgt traditionell Brisanz. Jetzt sorgt eine geplante Demontration Kölner Fans in Mönchengladbach für Unruhe im Vorfeld der Partie.

Am Samstag, rund vier Stunden vor Beginn der Partie im Gladbacher Stadion, wollen Anhänger des 1. FC Köln in einem Protestmarsch durch den Mönchengladbacher Stadtteil Rheydt ziehen. Die Polizei rechnet mit bis zu 1.000 Kölner Fans, der Zugweg führt über eine Strecke von 750 Metern.

Halbiertes Ticket-Kontingent

Grund für den Protestzug sind Auflagen des Deutschen-Fußball-Bundes, wonach das übliche Kontigent für Gästefans von 10 Prozent halbiert worden ist. So wurden statt der üblichen 5.400 nur 2.700 Tickets den Kölner Fans angeboten. Auch die Personalisierung dieser Tickets stößt bei den Anhängern auf Ablehnung.

In Rheydt selbst wird die Demo mit Unbehagen gesehen. Mehrere Geschäfstleute kündigten bereits an, ihre Läden am Samstag nicht öffnen zu wollen. "Es herrscht große Angst. Das Gewaltpotential ist hoch", sagte Christoph Hartleb, Vorsitzender der Rheydter City-Managements dem Kölner Stadt-Anzeiger.

Warum in Rheydt?

Vor allem stellen sich die Anwohner und Einzelhändler die Frage, warum ausgerechnet in Rheydt demonstriert werden müsse. Größer könne die Provokation für die Gladbacher nicht sein. "Wir hätten es besser gefunden, wenn die Kölner Fans in Köln demonstriert hätten", sagt auch Borussias Geschäftsführer Stephan Schippers. Die Polizei kündigt für Samstagvormittag Sperrungen und Verkehrsbehinderungen an. Hubschrauber, Wasserwerfer, Pferde- und Hundestaffeln stünden bereit.

Die Organisatoren des Kölner Zugs appellieren nun an die Teilnehmer, sich ebenfalls ruhig zu verhalten. In einem Schreiben auf der Homepage des Fanclub-Zusammenschlusses "Südkurve 1. FC Köln e.V." heißt es: "Verhaltet euch normal und lasst euch von niemandem provozieren bzw. geht auf keine Provokationen während der Demo ein." Auch solle auf Pyro, Alkohol und Glasflaschen verzichtet werden. Anschließend wolle man zurück nach Köln fahren und das Spiel auf einer Großleinwand verfolgen.

Im Hinspiel solidarisiert

Im Hinspiel hatten die Gladbacher Fans ebenfalls einen Demo-Marsch veranstaltet, allerdings in Mönchengladbach. Damals trafen sich 1.500 Borussen-Fans und zogen in die Altstadt. Alles verlief friedlich.

Die Kölner Fans schlossen sich dem Protest im September an, indem sie auf die gewohnte Unterstützung vor dem Spiel verzichteten. So wollen es die Gladbacher diesmal auch handhaben. In Blogs einiger Gladbach-Fanclubs heißt es, dass man die Kölner Aktion respektiere und sich solidarisch zeigen wolle. "Es wird von unserer Seite keinen Support geben. Auf einer Derby-Choreographie verzichten wir ebenso wie auf die gewohnte Organisation rund um Stimmung, Vorsänger, Trommeln und Zaun-Fahnen", heißt es auf blog1900.de

Unrühmliche Vergangenheit

Der Blick in die jüngere Vergangenheit des rheinischen Klassikers zeigt, dass das Aufeinandertreffen der Fangruppierungen meistens alles andere als reibungslos abläuft. Immer wieder war es zu Auseinandersetzungen bis hin zu Krawallen gekommen. So stürmten vor einem Jahr im Bundesligaspiel 30 in weiße Overalls gekleidete Kölner Fans den Platz in Mönchengladbach. Auf dem Rasen kam es zu Handgreiflichkeiten mit der Polizei und Ordnungskräften. Die Polizei, die mit rund 1.000 Einsatzkräften vor Ort war, nahm zwei Randalierer noch auf dem Platz fest.

Noch schwerer waren die Ausschreitungen in der Saison davor, als im Herbst 2014 am Rande der Partie in Köln sechs Menschen verletzt wurden. 93 Personen musste die Polizei damals in Gewahrsam nehmen, nachdem Fans beider Klubs aufeinander losgegegangen waren.

Stand: 18.02.2016, 10:00