Leverkusen gastiert in Darmstadt

Bayer Leverkusen: Karim Bellarabi

Bayers Kampf gegen die Tristesse

Leverkusen gastiert in Darmstadt

Mit großem Respekt reist Bayer Leverkusen zum Bundesliga-Spiel nach Darmstadt. Nach dem überraschenden Pokal-Aus gegen Werder Bremen droht die Stimmung bei Bayer zu kippen. Beim Aufsteiger zählt nur ein Sieg.

Dass Darmstadt allerdings kein Selbstläufer werden wird, bekam die Werkself bereits zu spüren in dieser Saison. Im Hinspiel kassierte man eine 0:1-Niederlage. Es steht also eine doppelte Wiedergutmachung an. Bayer will sich für die Heim-Schmach revanchieren und die Pokal-Pleite vergessen lassen.

Schwer zu bespielender Gegner

Doch Leverkusens Trainer Roger Schmidt schickte warnende Worte in Richtung seiner Mannschaft und an alle, die mit ihr befasst sind. "Darmstadt ist sehr stark in der Umschaltbewegung und mittlerweile absolut keine Überraschungsmannschaft mehr, sondern ein schwer zu bespielendes Bundesliga-Team“, erklärte Schmidt auf der Pressekonferenz vor dem Spiel.

Zentrales Thema beim allwöchentlichen Treffen des Trainers mit den Medienvertretern vor dem Bundesliga-Spieltag war allerdings diesmal nicht der kommende Gegner, sondern vor allem die jüngste Pokalpleite und die Art und Weise, wie sich die Leverkusener Mannschaft dort vor allem in der Offensive präsentierte.

"Voller Rucksack"

Bayer Leverkusen: Bayer-Trainer Roger Schmidt

Bayer-Trainer Roger Schmidt braucht Erfolge.

So hatte Roger Schmidt Stellung zu beziehen zur Leistungsstagnation seiner Stammspieler Karim Bellarabi und Hakan Calhanoglu, deren Formkurve seit Wochen nach unten zeigt. Der Bayer-Coach führte als Gründe die verletzungsbedingten Ausfälle von Lars Bender und Charles Aranguiz an. Vor allem neben Aranguiz hätten Bellarabi und Calhanoglu im Mittelfeld mehr geglänzt. "So haben sie mehr in ihren Rucksack packen müssen. Das geht auf Kosten der Leichtigkeit", sagte Schmidt.

Von den beiden Außenspielern kommt derzeit wenig. Bellarabi, der sich in der vergangenen Saison dank seiner Schnelligkeit und seiner außergewöhnlichen Dribblings bis ins Nationalteam vorgearbeitet hatte, kann in dieser Saison gerade mal zwei Treffer und drei Assists vorweisen. Auf die gleiche Toranzahl und nur einen Assist mehr kommt Calhanoglu. Die magere Ausbeute der beiden war allerdings bislang kein Grund für Roger Schmidt, ihnen eine Spiel-Pause zu gönnen. Sie machten alle 20 Bundesliga-Partien mit. Dazu kommen zahlreiche Einsätze in Champions League und DFB-Pokal.

Wer ersetzt Chicharito?

Der zuletzt einzig überzeugende und stabil treffende Offensiv-Mann der vergangenen Wochen, Javier Hernandez, fehlt ausgerechnet nicht nur in Darmstadt, sondern möglicherweise auch in den beiden folgenden Wochen. "Chicharito", bislang 13 Tore, hat sich gegen Bremen einen kleinen Faserriss im linken Gesäßmuskel zugezogen, was ihn nun zum Pausieren zwingt.

Wer den Mexikaner ersetzen wird, ließ Schmidt noch offen. Als erste Alternative böte sich Julian Brandt an. Auch Neuzugang Admir Mehmedi, ebenfalls in seinen Leistungen zuletzt abfallend, ist ein Kandidat. In jedem Fall muss Roger Schmidt eine Formation finden, die in der Lage ist, das Spiel beim Aufsteiger zu gewinnen. Ansonsten könnte es für den Coach richtig ungemütlich werden.

Stand: 12.02.2016, 14:30