Chicharito - Stürmerstar mit starker Quote

Vor dem Spiel in Borissow

Chicharito - Stürmerstar mit starker Quote

Von Volker Schulte

Er sollte Bayer Leverkusens Königstransfer werden, der neue Toptorjäger. Mittlerweile ist klar: Javier "Chicharito" Hernandez erfüllt alle Erwartungen, ist auch gegen BATE Borissow wieder Hoffnungsträger - zum Leidwesen eines Altgedienten.

Hernandez war einmal einer der wichtigsten Stürmer bei Manchester United, dadurch ein Superstar, nicht nur in seinem Heimatland Mexiko. Zwischen 2010 und 2013 erzielte Chicharito, wie er sich selbst nennt, in drei Spielzeiten in Folge jeweils mindestens zehn Tore in der englischen Premier League.

Leverkusens Chicharito bei einem seiner vielen Torjubel

Leverkusens Chicharito bei einem seiner vielen Torjubel

Damals war Chicharito Anfang 20, mittlerweile ist er 27 Jahre alt und spielt bei Bayer Leverkusen. Das ist nach Manchester United und Real Madrid, wo er zuletzt auf Leihbasis unter Vertrag stand, ein deutlicher Schritt zurück. Aber immerhin ist Hernandez endlich einmal wieder Stammspieler - und nutzt diese Chance eindrucksvoll für viele Tore.

Herausragend auf vielen Ebenen

"Es war nie wirklich ein Problem für mich, in diesem Verein anzukommen", sagte Chicharito am Samstag (21.11.2015) in die ARD-Mikros. Kurz zuvor hatte er Leverkusen in Frankfurt mit zwei Treffern auf die Siegerstraße gebracht, Endstand 3:1 für Bayer. Damit traf Chicharito in den vergangenen sieben Pflichtspielen zehn Mal. Nicht nur auf dem Platz ist seine Erfahrung spürbar, auch in den Interviews: "Meine Mannschaftskameraden sind alles super Profis, alles tolle Spieler, die es mir leicht gemacht haben, mich in Deutschland einzugewöhnen." Chicharito ragt heraus aus dem Leverkusener Kader, erkennbar zum Beispiel auf Twitter. Dort hat Chicharito 5,8 Millionen Follower - Bayer Leverkusen als Klub 200.000. Mittlerweile hat Leverkusen einen spanischen Twitterkanal gestartet (32.000 Follower), das mexikanische Fernsehen ist Stammgast in Leverkusen.

Immer anspielbar

Trainer Roger Schmidt betont Chicharitos Qualität, "sich sehr gut anspielbar zu machen", und seine "Nase für torgefährliche Situationen. Dass er das bei uns so schnell und regelmäßig zeigt, finde ich schon außergewöhnlich, weil er mitten in der Saison zu uns gekommen ist. Er tut uns sehr gut."

Auch international treffsicher

Auch in der Champions League ist Chicharitos Erfahrung Gold wert, in vier Spielen hat er viermal getroffen. Er ist Leverkusens Trumpf im wichtigen Duell bei BATE Borissow am Dienstag um 18 Uhr (Live-Ticker und Social Radio auf sportschau.de). Die Weißrussen liegen am Tabellenende, haben aber nur einen Punkt weniger auf dem Konto (3) als Bayer (4). Gewinnt Leverkusen, sind die Chancen aufs Achtelfinale weiterhin vorhanden. Bei einer Niederlage droht dagegen sogar das Verpassen der Europa League, denn am letzten Spieltag empfängt Bayer den Spitzenreiter FC Barcelona.

Kießling in der Warteschleife

Nicht mithelfen in Borissow kann Stefan Kießling, er fehlt wegen einer Virusinfektion. Ein Kandidat für die Startelf wäre er ohnehin kaum gewesen, denn der einstige Toptorjäger ist mittlerweile nur noch Reservist. In der Liga ist er zuletzt dreimal eingewechselt worden, Trainer Schmidt setzte stattdessen auf Chicharito als einzige Spitze und auf Admir Mehmedi als offensive Unterstützung. Kießling nimmt die Reservistenrolle offenbar professionell hin, "man sollte in solchen Phasen auf sich schauen und da die Fehler suchen", zitiert ihn der "Kicker". Jahrelang war Kießling Leverkusens Konstante in Sachen Toreschießen. Diese Rolle ist nun anderweitig vergeben.

Stand: 23.11.2015, 14:09