Immer mehr Verdächtige nach Silvester-Übergriffen

Silvester 2016 in Köln

Immer mehr Verdächtige nach Silvester-Übergriffen

Rund sechs Wochen nach den sexuellen Übergriffen von Silvester haben die Ermittler über 70 Tatverdächtige identifiziert. Die meisten von ihnen stammen aus Marokko und Algerien. Ein Opfer aus Düsseldorf konnte ihren Peiniger nun offenbar über das Fernsehen wiedererkennen.

Nach den Übergriffen in der Kölner Silvesternacht identifizieren die Ermittler immer mehr mögliche Täter. Mittlerweile werde gegen 73 Beschuldigte ermittelt, sagte der Kölner Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer am Montag (15.02.2016). Dabei handele es sich "weit überwiegend" um Asylbewerber, Asylsuchende oder Menschen, die sich illegal in Deutschland aufgehalten hätten. Die beiden größten Gruppen kommen den Zahlen der Ermittler zufolge aus Marokko und Algerien. Auch drei Deutsche seien unter den Beschuldigten, sagte Bremer.

In Untersuchungshaft sitzen nach Angaben der Staatsanwaltschaft bislang 15 Verdächtige. Zuletzt sei ein Algerier wegen Diebstahls und ein Marokkaner wegen Hehlerei in U-Haft gekommen. Nur einem der U-Häftlinge machen die Ermittler aber bislang ein Sexualdelikt zum Vorwurf. In den anderen Fällen geht es meist um Eigentumsdelikte wie Diebstahl.

Frau erkennt mutmaßlichen Täter im TV wieder

Nicht nur in Köln war es in der Silvesternacht zu Übergriffen gekommen, auch in Düsseldorf wurden zum Beispiel ähnliche Vorfälle gemeldet. Eine der sexuell belästigten jungen Frau hat nun ihren mutmaßlichen Peiniger im Fernsehen wiedererkannt. Die Frau habe sich daraufhin entschlossen, mit über einem Monat Verspätung doch noch Strafanzeige zu erstatten, berichtete die Polizei in Düsseldorf. Der 33-jährige Marokkaner habe ermittelt und festgenommen werden können. Er sitze nun in Untersuchungshaft. Einem TV-Nachrichtenmagazin hatte er ein Interview gegeben und dabei offenbar sogar seinen Namen genannt. In der Düsseldorfer Altstadt wurde er am Wochenende von Ermittlern erkannt und dingfest gemacht.

Der Mann habe sie aus einer größeren Gruppe heraus in der Altstadt in Düsseldorf mehrfach unsittlich berührt und körperlich bedrängt, sagte die 18-jährige Mönchengladbacherin aus. Zeugen bestätigten ihre Aussage. Der 33-Jährige sei bereits beim Auswerte- und Analyseprojekt "Casablanca" erfasst worden und durch eine Reihe von Delikten aufgefallen. In dem Projekt hatte die Polizei in der Vergangenheit 2.244 Verdächtige aus Nordafrika erfasst, die in der Landeshauptstadt als Diebe ihr Unwesen treiben sollen.

Stand: 15.02.2016, 20:45