Karnevalisten bleiben cool

Jecken auf dem Rosenmontagszug in Münster

Sicherheit im närrischen Treiben

Karnevalisten bleiben cool

Trotz der allgemeinen Sorge vor Terroranschlägen in Deutschland: Die Karnevalisten im Münsterland bleiben gelassen. Zwar werde es mehr Polizisten im närrischen Treiben geben. Grundsätzlich bleibt es aber beim bewährten Sicherheitskonzept.

Helge Nieswand vom Bürgerausschuss münsterscher Karneval

Helge Nieswand bleibt gelassen

"Sicherlich werden wir einige Polizisten mehr sehen, es werden aber nicht dramatisch mehr sein", sagt Helge Nieswand vom Bürgerausschuss Münsterscher Karneval. Grundsätzlich habe der Bürgerausschuss sein Sicherheitskonzept für Rosenmontag nicht wesentlich erweitert. "Münster ist nicht Köln", sagt er und spielt damit auf die Vorfälle in der Silvesternacht vor dem Kölner Hauptbahnhof an, die sich auch auf die Umzüge in Köln auswirken dürften. Zuwanderer und Flüchtlinge beschäftigen die Karnevalisten in Münster aber trotzdem. Sie wollen in der kommenden Session versuchen, den Zuwanderern den heimischen Karneval näher zu bringen. Nieswand spricht von Traditionsvermittlung: "Es muss auch klar sein, dass hinter einem spontanen Küsschen auf dem Prinzipalmarkt nicht mehr steckt", sagte er dem WDR.

"Wir sind wachsam, aber gelassen"

Jecken auf dem Rosenmontagszug in Münster

Der Karneval kann kommen, jetzt aber mit mehr Polizei als sonst

In Bocholt, der großen Karnevalshochburg im Westmünsterland, ist die Stimmung kurz vor dem Start des Straßenkarnevals ähnlich. "Wachsam, aber gelassen gehen wir den Straßenkarneval an", zeigt sich Ludger Thesing vom Bürgerausschuss zur Förderung des Bocholter Karnevals westfälisch gelassen. Auch für den großen Rosenmontagszug in Bocholt haben Stadt, Polizei und Karnevalisten das Sicherheitskonzept etwas erweitert, aber nicht dramatisch verändert. Hier wie auch andernorts ist die Polizei in diesem Jahr mit mehr Personal im Einsatz, auch mit Beamten in Zivil. "Rosenmontag wird jeder draußen sein, der Beine hat", kündigt Susanne Dirkorte von der Kreispolizei Warendorf an.

Keine erhöhte Nachfrage bei Sicherheitsdiensten

Symbolbild Security

Viel zu tun, aber auch nicht mehr als sonst

Recht unaufgeregt blicken die privaten Wachdienste auf den anstehenden Rosenmontag und die vielen Prunksitzungen. Kai Kuhlmann vom "Wachschutz Münsterland" winkt ab. Er registriere zurzeit nicht mehr Anfragen von Karnevalsvereinen als sonst. Der eigentliche Schub für seine Branche habe nach der Katastrophe bei der Loveparade 2010 in Duisburg eingesetzt. Das bestätigt auch ein anderer Branchenvertreter in Münster. Duisburg habe das allgemeine Sicherheitsbedürfnis erhöht, der jetzige Karneval löse da keinen neuerlichen Boom aus.

Stand: 27.01.2016, 20:00

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