Großes Theater in Bochum

Großes Theater in Bochum

Johan Simons, der momentan die Ruhrtriennale leitet, wird nach WDR-Informationen neuer Intendant des Bochumer Schauspielhauses. Die Entscheidung soll am Freitag offiziell gemacht werden. Der 69-Jährige knüpft damit an die Arbeit vieler prominenter Vorgänger an.

Intendant Johan Simons

Johan Simons soll ab 2017 als Intendant das Bochumer Schauspielhaus leiten. Die endgültige Entscheidung fällt am Freitag (05.02.2016) in einer Sondersitzung des Verwaltungsrates des Theaters; wie der WDR aus Verwaltungskreisen erfahren hat, handelt es sich dabei aber nur noch um eine Formsache. Simons verantwortet aktuell die Ruhrtriennale und soll 2017 Nachfolger von Anselm Weber werden, der zum Schauspiel Frankfurt geht.

Johan Simons soll ab 2017 als Intendant das Bochumer Schauspielhaus leiten. Die endgültige Entscheidung fällt am Freitag (05.02.2016) in einer Sondersitzung des Verwaltungsrates des Theaters; wie der WDR aus Verwaltungskreisen erfahren hat, handelt es sich dabei aber nur noch um eine Formsache. Simons verantwortet aktuell die Ruhrtriennale und soll 2017 Nachfolger von Anselm Weber werden, der zum Schauspiel Frankfurt geht.

Seinen Ruf als eines der innovativsten und bedeutendsten Theater in Deutschland erwarb sich das Schauspielhaus in der Nachkriegszeit unter der Intendanz von Hans Schalla. Schalla leitete das Theater von 1949 bis 1972 und schlug die Brücke von klassischem Material á la Shakespeare zu modernen Autoren wie Bertolt Brecht, Jean Paul Sartre, Tennessee Williams oder Samuel Beckett.

Und auch Schallas Nachfolger machten von sich reden. Zwischen 1972 und 1979 leitete Peter Zadek die Bühne. Der exzentrische Regisseur polarisierte stark durch seine ungewöhnlichen, teils revueartigen Inszenierungen.

Zadek entdeckte und fördert nicht nur Schauspieler wie Gert Voss, Eva Mattes, Hannelore Hoger oder Herbert Grönemeyer. Er holte auch populäre und renommierte Regisseure wie Rosa von Praunheim oder Rainer Werner Fassbinder nach Bochum.

Zu Zadeks Nachfolger wurde 1979 Claus Peymann bestimmt. Auch er erwarb sich zahlreiche Meriten. Vor allem die Uraufführungen von Stücken zeitgenössischer Autoren wie Thomas Bernhard, Peter Handke oder Heiner Müller erregten Aufsehen. Der österreichische Autor Bernhard schrieb mehrere Stücke, die eigens auf das Bochumer Ensemble zugeschnitten waren - darunter das Dramolett "Claus Peymann kauft sich eine Hose und geht mit mir essen".

1995 wurde Leander Haußmann Intendant in Bochum - mit 36 Jahren war er damals Deutschlands jüngster Theaterintendant. Haußmann ließ teilweise leichtere Stücke spielen und verpasste dem Schauspielhaus ein prägnantes Wahrzeichen: das strahlende Herz.

Haußmanns Nachfolger Matthias Hartmann gelang 2002 ein Coup, als er den Entertainer Harald Schmidt für die Rolle des Lucky in Becketts modernem Klassiker "Warten auf Godot" verpflichten konnte.

Im Schauspielhaus Bochum haben viele Karrieren ihren Höhepunkt erreicht - seien es Intendanten, Regisseure oder Schauspieler. Für die Aktrice Tana Schanzara, die von 1957 bis 2006 Teil des Ensembles war, wurde sogar eine Statue auf dem Platz vor dem Theater aufgestellt. Ob Johan Simons irgendwann einmal ähnliche Ehrungen zuteil werden? Das wird die Zukunft zeigen.

Stand: 03.02.2016, 13:10 Uhr