Feiern - mit und ohne Zug

Kölner Rosenmontagszug

Rosenmontag in NRW

Feiern - mit und ohne Zug

Von Susanne Schnabel

Mehr als 50 Rosenmontagszüge wurden in NRW abgesagt, unter anderem in Düsseldorf, Münster und Krefeld. Die Narren und Jecken kamen dennoch und feierten in den Kneipen. In Köln, Aachen und Bonn rollten die Züge, nur etwas abgespeckt.

Reihenweise wurden die Rosenmontagszüge in NRW wegen des Sturmtiefs "Ruzica" abgesagt. Der größte Zug jedoch, der in Köln, fand statt, wenn auch in deutlich abgespeckter Form: Die Pferde mussten zu Hause blieben, genauso wie die großen Figuren, Schilder und Fahnen.

Auch in Bonn und Aachen waren die Züge kleiner, als geplant. Aber immerhin, die Züge fuhren. Im Gegensatz zum Düsseldorfer. Dort wurde am Montagmorgen (08.02.2016) alles abgesagt. Stattdessen wurden die Mottowagen für zwei Stunden auf dem Rathausmarkt aufgestellt. Allerdings wollen die Düsseldorfer ihren Zug nachholen, teilte das Comitee Düsseldorfer Carneval (CC) weiter mit. Eine Entscheidung über einen Termin gibt es noch nicht.

Erstmals eine Zugausfallversicherung

"Wie hoch die Kosten durch die Absage sind, lässt sich derzeit noch nicht genau sagen", erklärt Hans-Peter Suchand, CC-Pressesprecher. Insgesamt belaufen sich die Kosten des Düsseldorfer Zuges für alle Vereine auf rund eine Million Euro. Das CC hatte in diesem Jahr erstmals eine Zugausfallversicherung abgeschlossen, die die entstandenen Auslagen decken soll.

Krefeld, Dortmund, Hamm, Wenden im Sauerland, Münster, Dülken, Hagen, Recklinghausen, Essen und Duisburg hatten ebenfalls entschieden: zu viel Wind, zu gefährlich - kein Zug.

Unbeschwertheit im Karneval ist vorerst passé

Frauen Security Point

Der Security Point in Köln

Unabhängig vom schlechten Wetter gab es weitere Faktoren, die Polizei, Organisatoren und Jecken Sorgen machten: Die Angst vor sexuellen Übergriffen, wie am Silvesterabend, und vor terroristischen Anschlägen. Die Kölner Polizei hat noch einmal ihre Präsenz in der Stadt verstärkt, Bundespolizisten gingen mit Körperkameras auf Streife. In Köln und in Düsseldorf wurde jeweils ein "Security Point" eingerichtet. An diesen Anlaufstellen konnten Frauen Hilfe bekommen, die im närrischen Gedränge sexuell belästigt oder bedroht wurden.

Die Polizei bat die Narren, auf martialische Kostüme und echt aussehende Spielzeugwaffen, in diesem Jahr zu verzichten. Damit seien nicht die klassischen Cowboyoutfits mit Spielzeugpistole im Halfter gemeint. In Köln und Mönchengladbach wurden an Weiberfastnacht täuschend echt aussehende Spielzeugwaffen einkassiert.

Stand: 08.02.2016, 17:25

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