Henriette Reker verlässt die Intensivstation

 Archivbild:  Henriette Reker

Neue Kölner Oberbürgermeisterin

Henriette Reker verlässt die Intensivstation

  • Henriette Reker hat am Freitag (23.10.2015) die Intensivstation verlassen
  • Tags zuvor Wahl zur Oberbürgermeisterin angenommen
  • Noch unklar, wann sie die Amtsgeschäfte übernimmt

Die bei einem Messerangriff schwer verletzte Kommunalpolitikerin Henriette Reker darf auf Anraten der Ärzte weiterhin keinen Besuch empfangen und werde sich auch nicht öffentlich äußern, sagte ein Sprecher. "Sie braucht absolute Ruhe." Am Sonntag war die parteilose Politikerin, die von CDU, Grünen und FDP unterstützt wurde, mit 52,66 Prozent im ersten Wahlgang gewählt worden. Einen Tag zuvor hatte sie ein 44-Jähriger aus vermutlich fremdenfeindlichen Motiven niedergestochen. Inzwischen ermittelt die Bundesanwaltschaft, der Täter sitzt in Untersuchungshaft.

Vertreter kümmern sich um die Amtsgeschäfte

Unterzeichnung Wahlannahme, Unterschrift Reker

Unterschrift mit Ort, Datum, Uhrzeit: Reker ist neue OB von Köln

Die 58-Jährige hatte die Wahl zur Kölner Oberbürgermeisterin am Donnerstag (22.10.2015) angenommen und ist damit offiziell Nachfolgerin von Oberbürgermeister Jürgen Roters (SPD). Ihre OB-Aufgaben werden derzeit von Stadtdirektor Guido Kahlen und Bürgermeisterin Elfi Scho-Antwerpes übernommen. Wann Reker ihre Amtsgeschäfte dann tatsächlich auch übernimmt, ist weiter unklar.

Reker gewann im ersten Wahlgang

Henriette Reker war vor ihrer Wahl als Sozialdezernentin mit der Unterbringung von Flüchtlingen in Köln betraut. Im Wahlkampf hatte sie sich wiederholt für die Integration von Asylbewerbern stark gemacht. Bei der Oberbürgermeisterwahl hatte sie im ersten Wahlgang 52,66 Prozent der Stimmen erhalten.

Der Angriff auf Reker hatte bundesweit Empörung und Bestürzung ausgelöst. Politiker aller demokratischen Parteien verurteilten die Tat. NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) erklärte: "Diese feige und verabscheuungswürdige Tat ist auch ein Anschlag auf die Demokratie in unserem Land und damit auf uns alle."

Stand: 23.10.2015, 14:00