Razzia in Dortmund - Rechtsextremistisches Material beschlagnahmt

Razzia in Dortmund-Dorstfeld

Razzia in Dortmund - Rechtsextremistisches Material beschlagnahmt

Am frühen Donnerstagmorgen (11.02.2016) wurden Wohnungen von Rechtsextremisten in Dortmund durchsucht. Insgesamt gab es Razzien in fünf Häusern im Stadtteil Dortmund-Dorstfeld und zwei in Niedersachsen. Neben Smartphones und Computer wurde eine Schreckschusswaffe beschlagnahmt.

Gegen halb sechs hielten mehrere Streifenwagen in der Nähe des Wilhelmplatzes im Dortmunder Stadttteil Dorstfeld. Maskierte Polizisten drangen in fünf Häuser ein. Hier wohnen mehrere Rechtsextreme. Viele von ihnen sind Mitglieder der Partei "Die Rechte", die personell und ideologisch der seit 2012 verbotenen Neonazi-Organisation "Nationaler Widerstand Dortmund" nahesteht.

Foto- und Videomaterial im Visier

Anlass der Razzien, bei denen eine Schreckschusswaffe, zahlreiche Computer, Handys und eine Videokamera beschlagnahmt wurden, waren die Angriffe von Rechtsextremisten auf Polizisten in der Silvesternacht in Dorstfeld. Die Staatsanwaltschaft Dortmund ermittelt unter anderem in Sachen Körperverletzung, gefährlicher Körperverletzung, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und schweren Landfriedensbruch. Federführend ist die Dortmunder Polizei.

Kampfhund erschossen

Eine der Durchsuchungen stand nicht im Zusammenhang mit den Silvestervorfällen und soll keinen politischen Hintergrund haben. Bei dem Einsatz stürmte ein Spezialeinsatzkommando die Wohnung eines zur rechten Szene gehörenden Mannes und erschoss einen Kampfhund, hieß es aus Sicherheitskreisen.

Attacken in der Silversternacht

In der Silvesternacht hatten etwa 25 Personen in Dorstfeld einen Streifenwagen mit Feuerwerkskörpern beworfen, mit Feuerwerksraketen beschossen und die Beamten mit Eisenstangen angegriffen. Gezielte Attacken mit Flaschen, Pflastersteinen und Bierkästen folgten. Die Polizisten riefen Verstärkung. "18 Personen wurden in Gewahrsam genommen. Bei der Mehrheit dieser Personen handelt es sich um Angehörige des lokalen rechten Spektrums", teilte die Polizei Dortmund mit. In Dorstfeld gibt es eine besonders aggressive Neonazi-Szene.

Zunehmende Bedrohung durch Rechtextremisten

Polizsten haben mehrere Häuser durchsucht

Polizsten haben mehrere Häuser durchsucht

Der Dortmunder Polizeipräsident Gregor Lange äußert sich zu den zunehmenden Übergriffen aus der rechten Szene: "Die gefährliche Entwicklung des gewaltbereiten Rechtsextremismus in Deutschland bedroht zunehmend Zuwanderer, Bürger mit Migrationshintergrund, Politiker, Journalisten sowie Polizeibeamte und richtet sich gegen unsere Demokratie." Ein hartes Durchgreifen aller staatlichen Organe sei deshalb oberstes Gebot.

Stand: 11.02.2016, 17:44

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