Polizei kontrolliert mehr als 100 Personen

Kölner Polizisten bei einer Razzia am 19.01.2016 gegen mutmaßliche Diebesbanden im Stadtteil Kalk

Razzia im Kölner Stadtteil Kalk

Polizei kontrolliert mehr als 100 Personen

  • Razzia im Kölner Stadtteil Kalk
  • Großaufgebot der Polizei hat am Dienstagabend (19.01.2016) zahlreiche Bars, Restaurants und Wettbüros durchsucht
  • Mehr als 100 Personen wurden kontrolliert

Mit einer Razzia ist die Kölner Polizei am Dienstagabend (19.01.2016) gegen Diebesbanden im Stadtteil Kalk vorgegangen. Zahlreiche Beamte kontrollierten Personen rund um mögliche Rückzugsorte von Kriminellen wie Gaststätten und Wettbüros. "Wir haben Erkenntnisse, dass es sich vorwiegend um nordafrikanische Tätergruppen handelt", sagte ein Sprecher der Polizei. In dem Kölner Stadtteil war in den vergangenen Monaten die Zahl der Diebstahldelikte gestiegen. Der Straßenzug in Kalk war laut Polizei in der Vergangenheit bereits häufiger Ziel von Ermittlungen und Razzien gewesen.

Zwölf Festnahmen, ein Haftbefehl vollstreckt

Festnahme bei einer Razzia in Köln-Kalk am 19.01.2016

Ein Festgenommener wird in einen Gefangenen-Transportwagen geleitet

Am Dienstagabend kontrollierten die Beamten in Köln-Kalk mehr als 100 Personen. Die Polizei überprüfte dabei auch Handys, um möglichen Zusammenhängen mit den Übergriffen in der Silvesternacht am Hauptbahnhof nachzugehen, erläuterte der Polizeisprecher. Zwölf Männer, die sich nicht ausweisen konnten oder nur unzureichende Papiere bei sich trugen, wurden in der Nacht zur Überprüfung ihrer Personalien auf die Wache gebracht. Man gehe dabei dem Verdacht nach, dass diese Männer sich illegal in Deutschland aufhielten, so der Sprecher. Ein per Haftbefehl gesuchter Mann war der Polizei ebenfalls ins Netz gegangen.

Razzia bereits in Düsseldorf

Erst am Wochenende war die Polizei zu einer Großrazzia in Düsseldorf ausgerückt. Rund 300 Polizisten hatten im sogenannten Maghreb-Viertel zahlreiche Cafés, Spielcasinos und Shisha-Bars umstellt. Es folgte eine gut sechsstündige Razzia, während der fast 300 Menschen und 18 Objekte überprüft wurden. Die auch als "Klein-Marokko" bekannte Umgebung ist geprägt von nordafrikanischen Bewohnern, ihren Restaurants und Geschäften. Sie dient laut Polizei aber auch als Rückzugsraum für mutmaßliche Kriminelle, die im Verdacht stehen, Taschen- und Gepäckdiebstähle sowie Straßenraub- und Drogendelikte zu begehen.

40 Menschen wurden bei der Razzia in Düsseldorf festgenommen, aber kurz danach wieder freigelassen, da keine Haftgründe vorlagen. Gegen einen Verdächtigen wird wegen des Verdachts der Hehlerei ermittelt, weil bei ihm ein gestohlenes Laptop entdeckt wurde. Die Polizei hatte bei der Razzia auch sechs gestohlene Handys entdeckt, sie aber niemandem zuordnen können. Auch gegen einen zur Abschiebung ausgeschriebenen Mann habe nach dem Asylrecht keine Möglichkeit bestanden, ihn weiter festzuhalten, hieß es von der Polizei.

Stand: 20.01.2016, 07:30

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