Polizei durchsuchte Erstaufnahmestelle

Razzia in Dortmund

Polizei durchsuchte Erstaufnahmestelle

  • In Dortmund durchsuchten am Donnerstagmorgen (28.01.2016) mehrere hundert Polizeibeamte eine Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge
  • Dort sollen sich allein reisende Nordafrikaner aufhalten, die mit Straftaten in Verbindung gebracht werden
  • Die Polizei überprüfte deren Identitäten

Seit 5.40 Uhr führte die Dortmunder Polizei in der Erstaufnahmeeinrichtung an der Buschmühle eine sogenannte Sammelidentitätskontrolle durch. Mehrere hundert Beamte waren im Einsatz, sagte ein Sprecher dem WDR. Kontrolliert wurden alleinreisende junge Männer. Die Polizei geht davon aus, dass sich in Dortmund viele Nordafrikaner unter falscher Identität als vermeintlich syrische Flüchtlinge aufhalten. Die Ermittler vermuten, dass einige von ihnen für Serien-Taschendiebstähle und weitere Straftaten verantwortlich sind. Es sollen auch Straftaten innerhalb der Flüchtlingsunterkünfte begangen worden sein.

Familien und Frauen nicht kontrolliert

Polizei durchsucht Flüchtlings-Erstaufnahmestelle

Mehrere hundert Polizisten sind im Einsatz

In einer Erklärung der Polizei heißt es, es lägen "konkrete Erkenntnisse vor, die darauf hindeuten, dass in der Erstaufnahmeeinrichtung an der Buschmühle vermehrt Straftaten durch allein reisende junge nordafrikanische Männer, die sich zum Teil mit falschen Identitäten in unserem Land aufhalten, begangen werden." Deshalb seien Familien und Frauen von der Überprüfung nicht betroffen.

46 Nordafrikaner wurden vorläufig festgenommen

Die Razzia ist beendet. 46 junge Männer aus Nordafrika wurden vorläufig festgenommen. Gegen einen lag ein Abschiebe-Haftbefehl vor. Ein anderer steht im Verdacht, mindestens fünf unterschiedliche Personalien benutzt und auf diese Weise Sozialleistungen erschlichen zu haben. Die Identität der anderen wird noch geklärt. Das wird einige Zeit in Anspruch nehmen, weil ihre Fingerabdrücke europaweit abgeglichen werden.

Polizei: "Zum Schutz der asylberechtigen Flüchtlinge"

Die Dortmunder Polizei will solche Sammelidentitätskontrollen in unregelmäßigen Abständen wiederholen. Die Überprüfungen dienten auch dem Schutz jener Flüchtlinge, die "tatsächlich einen Anspruch auf Asyl haben": "Diese Menschen werden diskreditiert und geraten unter Generalverdacht durch diejenigen Straftäter, die das Asylrecht durch falsche Identitäten und Legenden missbrauchen."

Stand: 28.01.2016, 16:05