Service Computer - Aus für "Windows XP"

Eine Windows XP Verpackung

Microsoft trennt sich

Service Computer - Aus für "Windows XP"

Von Daniela Knoll

In zwei Wochen wird das Betriebssystem "Windows XP" nach über zwölf Jahren aufgegeben. Drei Service Packs und viele Updates haben Sicherheitslücken geschlossen. Anfang April wird Windows XP zum letzten Mal aktualisiert.

Am Dienstag, 08. April 2014, beendet Microsoft den offiziellen Support für das fast 13 Jahre alte Computer-Betriebssystem Windows XP. Zum Vergleich: Sowohl die Betriebssysteme von Apple als auch das bekannte "Ubuntu Linux" werden nur halb so lange unterstützt. Und nach wie vor gehört "XP" zu den beliebtesten Betriebssystemen weltweit – noch vor "Windows 8" – dem neuesten Betriebssystem aus dem Hause Microsoft.

Online-Kriminelle warten bereits

Da das Support-Ende von XP seit vielen Jahren bekannt ist, geht das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) in Bonn sogar davon aus, dass Online-Kriminelle nur auf diesen Termin warten. Denn nach dem 08. April 2014 werden alle neu entdeckten Sicherheitslücken in Windows XP vom Hersteller nicht mehr geschlossen werden. Die Risiken sind daher groß, dass Schadprogramme wie Viren oder Trojaner das XP-System infizieren.

XP ist schon lange Out

Antiviren-Programme schützen hier nur begrenzt vor Hacker-Angriffen. Denn auch die Hersteller von Schutzprogrammen kennen das Ablaufdatum von XP schon lange. So werden einige Anbieter zwar noch aktuelle Virendefinitionen für deren XP-Programm-Version ausliefern. Manche Hersteller weisen jedoch darauf hin, dass ein "ungepatchter", also ungesicherter Windows-XP-Rechner nicht mehr vollständig vor Viren oder Trojanern geschützt werden kann. Im übrigen haben auch schon viele andere Programmhersteller ihre Unterstützung für XP eingestellt.

Ein neues Betriebssystem muss her

Ein Wechsel auf ein neues Computer-System lohnt sich daher doppelt. So erhält man bereits für rund 300 Euro einen neuen Computer mit vorinstalliertem Windows-Betriebssystem. Das derzeit aktuellste Betriebssystem aus dem Hause Microsoft ist "Windows 8.1". Es unterscheidet sich unter anderem aufgrund der Touchscreen-Fähigkeit und des sogenannten Kachel-Designs auf dem Desktop grundlegend von allen früheren Windows-Versionen. Alternativ kann man auch auf "Windows 7" aktualisieren. Allerdings endet hier der Basis-Support am 13. Januar 2015 anstatt am 09. Januar 2018 wie für Windows 8. Gerüchte über das neue "Windows 8.2", "Windows 9" oder gar ein cloud-basiertes "Windows 10" bestätigt Microsoft nich. Ein ganz anderes Betriebssystem liefert Apple mit dem aktuellen "OS X Mavericks". Wer experimentierfreudig ist und zudem Geld sparen möchte, greift zu Ubuntu Linux oder einer anderen Linux- bzw. UNIX-Distribution. Für ältere und langsame Rechner eignet sich besonders die Distribution "Puppy Linux". Ubuntu und Puppy sind für Privatanwender sogar kostenlos.

Praktische Tipps beim Umzug

Tipps und Hinweise zum Support-Ende für Windows XP gibt der Hersteller auf seinen Internetseiten. Das BSI hat eine Informationsseite "BSI für Bürger" eingerichtet. Dort gibt das BSI Hinweise zum bevorstehenden Support-Ende für Windows XP und Hilfestellung bei der Wahl des neuen Betriebssystems. Für den Umzug auf ein neues Betriebssystem bieten Apple, Linux und Microsoft einen sogenannten Migrations-Assistenten an, mit dem eigene Dateien, Einstellungen und Programme von Windows XP auf das neue Betriebssystem "migriert", also übertragen werden können.

Mögliche Probleme beim Umzug

Es kann passieren, dass einige Dateien und Dateiformate nach dem Umzug auf das neue Betriebssystem nicht mehr gelesen werden können. Das ist häufiger bei branchenspezifischen Programmen der Fall. Hier sollte man vorher beim Hersteller der Software fragen. Sofern der alte XP-Rechner über keine Netzwerkverbindung (Internet und Intranet) verfügt, kann man diesen Computer für spezielle Aufgaben sicher weiter betreiben. Standard-Dateiformate wie *.DOC oder *.XLS (Microsoft Office-Dateiformat), MP3 (Audio-Dateiformat) oder JPEG (Bild-Dateiformat) können auf allen gängigen Betriebssystemen mit dem passenden Standard-Programm problemlos gelesen werden.

Redaktion:
Joachim Hecker

Stand: 26.03.2014, 16:05

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