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"Ubuntu Linux" statt "Windows XP"?

Computerbildschirm mit dem Schriftzug "connect"

Service Computer - Alternative Betriebssysteme

"Ubuntu Linux" statt "Windows XP"?

Von Michael Stein

Microsoft gibt "Windows XP" auf. Für "Windows 7" reicht die Leistung der alten Rechner oft nicht aus. Muss man seinen alten PC deshalb entsorgen? Oder kann "Ubuntu Linux" eine Alternative sein?

Frei und kostenlos

Linux ist ein freies, so genanntes "Open Source"-Betriebssystem. Erfunden wurde es von dem Finnen Linus Torvalds. Im Prinzip kann jeder an seiner Programmierung mitarbeiten.
Ein Betriebssystem besteht aus einer Vielzahl von einzelnen Teilen um einen Software-Kern herum. Jedes dieser oft kleinen Software-Stückchen wird von einem oder mehreren Programmierern geschrieben. Zu einem bestimmten Zeitpunkt wird der aktuelle Entwicklungsstand dann "eingefroren" und alle Elemente werden zu einer Betriebssystem-Version ("Distribution") zusammengestellt. Eine dieser Distributionen heißt "Ubuntu".
Ubuntu bedeutet in Zulu "Menschlichkeit". Die Verantwortung für Ubuntu hat die Firma Canonical mit Sitz in London. Diese Firma verdient ihr Geld mit Dienstleistungen (z. B. technischem Support) rund um dieses Betriebssystem. Das System selbst ist und bleibt kostenlos.

Welche Version passt?

Bildschirmfoto zeigt eine Darstellung der Benutzeroberflaeche von Ubuntu Linux in der Version 12.04.4

Mit der richtigen Version eine passable Alternative

Ubuntu Linux kann man kostenlos aus dem Internet laden. Vorher sollte man sich genau informieren, welche Hardware man besitzt, um die richtige Version auszusuchen. Es gibt Versionen für (ältere) 32-Bit- und (neuere) 64-Bit-Systeme. Auch auf einem Mac lässt sich Ubuntu Linux installieren. Wer einen sehr alten Rechner besitzt, der sollte überlegen, eine ältere Ubuntu-Linux-Version zu installieren. Aktuell ist die Version 14.04, mit älteren Rechnern läuft Version 12.04 (bzw. eine speziell von der Redaktion des Heise-Verlags angepasste Version 12.04.4)

Installation von DVD und Stick

Nach dem Download brennt man die heruntergeladene "ISO"-Datei am besten auf eine DVD, oder erzeugt eine von einem USB-Stick aus nutzbare Datei. Wie man das macht, erfährt man auf der Ubuntu-Webseite. Anschließend startet man den Rechner von der DVD (oder dem Stick). Dabei hat man die Wahl, ob man das System erst einmal ausprobieren und von DVD betreiben will. Wenn man sich für die Installation entscheidet, wird das gesamte System auf die Festplatte des Rechners übertragen. Dabei kann man auswählen, ob das dort bisher installierte Betriebssystem parallel erhalten bleiben oder gelöscht werden soll. Nach etwa 20 Minuten (je nach Geschwindigkeit des genutzten Computers) meldet sich das System fertig zur Arbeit. Ein Nachinstallieren von Treibern ist meistens nicht erforderlich.

Komplettlösung

Ubuntu Linux ist beinahe komplett: Neben dem Browser "Firefox" ist auch das Office-Paket "Libre Office" und ein Programm zum Abspielen von Musik mit dabei. Weitere Software kann man sich kostenlos (oder gegen Bezahlung) aus dem Ubuntu Software-Center besorgen. Ein Programm zum Zugriff darauf ist ebenfalls mit an Bord.

Passable Alternative

Ubuntu Linux ist ein vollwertiges Betriebssystem, unter dem man eine stetig wachsende Zahl von Programmen installieren kann. Aber: Nicht restlos jedes Programm, das man unter Windows benutzt (oder benutzen muss), gibt es auch für Ubuntu.
An einigen Stellen ist Ubuntu außerdem ein wenig sperrig – um bestimmte Funktionen verstehen zu können, muss man sich schon etwas mit Computern auskennen. Insgesamt ist es aber eine sehr gute Alternative zu kommerziellen Systemen wie Windows oder Mac OS X.
Computer-Experte muss man nicht sein – ein wenig Spaß am Umgang mit Computern sollte aber vorhanden sein. Wer sich die Installation nicht selber zutraut, der kann das im Computerladen machen lassen. Oft gibt es hier Installationspauschalen. Benutzen kann man Ubuntu Linux dann aber auch ohne den Rat eines Experten.

Redaktion:
Joachim Hecker

Stand: 30.04.2014, 16:05

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