Interview - Terror in Istanbul

Ein Polizist steht hinter einer Absperrung vor einer Moschee

"Alle westlichen Länder auf der IS-Liste"

Interview - Terror in Istanbul

Terror in Istanbul: Waren deutsche Touristen das Ziel, um der Türkei wirtschaftlich zu schaden? Oder wollte der "Islamische Staat" sogar Deutschland treffen? Im Morgenecho-Interview der ARD-Terrorismusexperte Michael Götschenberg.

Am Dienstag (12.01.2016) sprengte sich ein IS-Selbstmordattentäter inmitten von Touristen an der weltberühmten Blauen Moschee in Istanbul in die Luft. Die Explosion traf eine deutsche Reisegruppe und tötete acht deutsche Touristen. Insgesamt starben neben dem Attentäter zehn Menschen, 15 wurden verletzt.
Mit seiner Tat demonstrierte der Attentäter erneut "die Machtlosigkeit des türkischen Staates, solche Anschläge zu verhindern", sagte ARD-Terrorismus-Experte Michael Götschenberg im WDR 5 Morgenecho. Es sei zu vermuten, dass der Attentäter gezielt westliche Touristen treffen wollte, um sowohl der Türkei, als auch dem Herkunftsland der Reisenden zu schaden, so Götschenberg. Ob es Absicht war, gerade eine Reisegruppe aus Deutschland zu treffen, könne bis jetzt nicht bestätigt werden.

Für die Türkei, die vom Tourismus lebt, sei dieser Anschlag verheerend.
Jeder müsse für sich persönlich entscheiden, ob er seine Buchungen in das beliebte Reiseland storniert. Man solle sich jedoch im Klaren sein, dass "solche Anschläge überall möglich sind", betonte Götschenberg - denn alle westlichen Länder seien auf der Anschlag-Liste des IS.

Redaktion: Marc Heydenreich

Stand: 12.01.2016, 18:10

Weitere Themen