Pirschen... und dann fällt ein Schuss

Pirschen... und dann fällt ein Schuss

Von Alexandra Hostert

In der afrikanischen Savanne jagen und prächtige Trophäen mit nach Hause nehmen - ein Traum für viele Jäger. Doch die Trophäenjagd ist umstritten: Ihre Gegner finden sie brutal und befürchten, dass sie den Bestand der Tiere gefährdet. Leonardo war bei einer Trophäenjagd in Namibia dabei.

Danene, Lance und Hund gebückt beim Anpirschen

Berufsjägerin Danene van der Westhuizen führt in Namibia Jagdgäste wie den englischen Bauunternehmer Lance nah an die Wildtiere heran. Trophäenjäger dürfen in Namibia nur mit einem staatlich geprüften Führer jagen. Der Jagdgast selbst braucht keinen Jagdschein.

Berufsjägerin Danene van der Westhuizen führt in Namibia Jagdgäste wie den englischen Bauunternehmer Lance nah an die Wildtiere heran. Trophäenjäger dürfen in Namibia nur mit einem staatlich geprüften Führer jagen. Der Jagdgast selbst braucht keinen Jagdschein.

Trophäen von verschiedenen Antilopenarten hängen an der Wand einer Lodge. Jagdtouristen, die hierher kommen, wollen solche Trophäen mit nach Hause nehmen. Viele Tierschützer finden das unverständlich und protestieren. Was steckt hinter derart unterschiedlichen Einschätzungen? Leonardo-Reporterin Alexandra Hostert sucht in Namibia nach Antworten auf diese Frage. Sie spricht mit Umweltschützern und begleitet Jäger.

Am Anfang jeder Jagd müssen die Waffen sicher verstaut werden. Der Geländewagen bringt die Gäste ins Feld – also in das Gebiet, in dem gejagt werden kann.

Oft startet man schon bei Sonnenaufgang zur Jagd. Das seien die Momente, in denen er ganz in der Natur sein kann, sagt der englische Jagdgast Lance.

Solche Spuren verraten, wo sich welches Tier aufgehalten hat. Diese stammt von einem Zebra, das sich hier vor kurzem im Sand gewälzt hat. Man sieht noch die Abdrücke der Haare.

Bergzebras gehören zu den geschützten Arten, für die Abschuss-Quoten festgelegt worden sind. In Namibia gab es in der Vergangenheit kaum Probleme damit, dass zu viele Tiere geschossen wurden. In anderen Ländern wie Tansania oder Sambia sind die Tierbestände dagegen durch zu viel Jagd zurückgegangen. Dort wurden zu hohe Abschussquoten festgelegt, kritisiert der Umweltverband WWF.

Kudus sind bei Trophäenjägern wegen ihrer imposanten Hörner beliebt. In Rekordlisten wird festgehalten, wer die Tiere mit den größten Trophäen geschossen hat.

Chris Weaver vom WWF Namibia ist überzeugt, dass die Trophäenjagd dem Naturschutzschutz auch nutzen kann - wenn man nicht zu viele Tiere schließt. Verdient ein Farmer am Jagdtourismus, sind Wildtiere für ihn reines Kapital. Es lohnt sich also, gute Lebensbedingungen für Antilopen oder Zebras zu schaffen und sie vor Wilderern zu schützen.

Auch Elefanten werden von Jagdtouristen geschossen. Der Abschuss eines solchen geschützten Tieres kostet zehntausende von Euros. Weiterverkauf und kommerzielle Nutzung der Trophäe sind verboten. Gerade die Jagd auf Elefanten ist allerdings sehr umstritten. Als bekannt wurde, dass ein Beamter des thüringischen Umweltministeriums ein solches Tier erlegt hatte, hagelte es Proteste.

Die deutsche Biologin Dr. Renate van den Elzen leitet in Namibia ein Forschungsprojekt zum Wildtiermanagement. Sie kritisiert, dass Farmer inzwischen Tiere nur für die Jagd einkaufen, freilassen und dann auf ihrer Farm schießen lassen. Das seien oft Tiere, die nicht in Namibia heimisch sind und von denen nicht klar ist, wie sie das Ökosystem beeinflussen.

Die traditionelle Form der Jagd in Namibia ist die Pirschjagd. Dabei schleicht man sich von weitem an eine Herde heran. Der Jagdführer geht vorne, dahinter der Jagdgast. Geschossen wird erst, wenn man sich den Tieren weit genug genähert hat.

Trophäenjäger kommen auch großen Insekten ganz nah. Die Jäger müssen nämlich beim Pirschen oft tief in die Knie gehen, damit das Wild sie nicht sieht.

Nach dem Schuss ist nur eine Blutspur im Gras geblieben. Das Tier, eine Antilope, ist angeschossen weggelaufen. Der Jagdgast hat nicht richtig getroffen.

Hier suchen Jagdführerin Danene van der Westhuizen und ihr Jagdgast nach den Spuren des angeschossen Tieres. Schließlich finden sie die Antilope und töten sie mit einem zweiten Schuss.

Am Ende der Jagd steht für Trophäenjäger ein solches Foto: Der Jäger mit dem erlegten Tier.

Stand: 13.06.2014, 16:05 Uhr