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Abgehängt im Alten- und Pflegeheim

Senioren sitzen an einem Computer und schauen auf den Monitor

Service Computer - Mobile WLAN-Router für Senioren

Abgehängt im Alten- und Pflegeheim

Von Daniela Knoll

Wer in einem Alten- oder Pflegeheim lebt, muss sich oft sein Internet mitbringen. Denn die meisten Einrichtungen stellen weder einen WLAN-Hotspot, noch einen Internet-Anschluss in den Zimmern zur Verfügung.

Heim ohne Internet

Fast überall gibt es kostengünstige oder freie Internet-Zugänge und sie gehören inzwischen zum Standard in Sachen Service, allerdings noch nicht in Alten- oder Pflegeheimen. Ein Internet-Anschluss in den Bewohnerzimmern scheitert bereits an den baulich-technischen Grundvoraussetzungen. Für einen WLAN-Internet-Hotspot sehen einige Heimbetreiber aufgrund der Altersstruktur keinen Handlungsbedarf. Inzwischen gibt es Bestrebungen von Verbraucherverbänden und Ministerien, die Rechte hilfe- und pflegebedürftiger Menschen zu stärken - auch im Hinblick auf einen Internet-Anschluss in den Bewohnerzimmern selbst.

Eigenes Netz aufbauen

Handliche tragbare WLAN-Router ("mobiler Hotspot") bieten die Möglichkeit, mit einer Mobilfunk-Karte (SIM-Karte) eine Internetverbindung aufzubauen und mit anderen Geräten (Computer, Tablet, Smartphone) über diesen Hotspot im Internet zu surfen. Nach dem Einschalten des Hotspots kann man das Gerät anhand seines Netzwerk-Namens (SSID) im drahtlosen Netzwerk identifizieren und eine WLAN-Verbindung zu ihm aufbauen. Sofern die verwendete SIM-Karte über ausreichend Guthaben verfügt und man eine gute Empfangsqualität hat, surft man nun über den mobilen Hotspot im Internet. Einmal eingerichtet, funktioniert diese mobile Lösung gut.

Im Gegensatz zu USB-Internet-Sticks sind mobile Hotspots universeller einsetzbar und funktionieren mit allen gängigen Betriebssystemen (Windows, Linux, Mac, iOS, Android) und Modellen (Notebook, Tablet, Smartphone). Voraussetzung ist ein internetfähiges Endgerät mit WLAN-Empfänger. Obwohl man auch mit dem Smartphone ins Internet gehen kann, lohnt sich ein Hotspot alleine schon wegen der längeren Akku-Lebensdauer. Und mit dem Smartphone bleibt man weiterhin erreichbar.

Zehn Euro im Monat reichen

Eine preisgünstige SIM-Karte für den Hotspot mit einem reinen Datentarif von einem Prepaid-Anbieter erhält man bereits für rund zehn Euro im Handel. Für die einfache Kommunikation im Internet, ohne viele Bilder oder Videos, reicht das angebotene Datenvolumen aus. Wer mehr braucht, kann immer noch einen Laufzeit-Vertrag bei einem Mobilfunk-Anbieter abschließen.

Die Kosten für einen "mobilen Hotspot" liegen zwischen 30 und über 100 Euro - je nachdem, welchen Mobilfunkstandard die Geräte unterstützen. Die UMTS-Modelle sind derzeit völlig ausreichend und schonen – im Gegensatz zu LTE-Modellen – den Geldbeutel. Leider findet man diese Geräte oft nur in gut sortierten Elektronik-Fachgeschäften oder im Internet-Handel.

Blick ins Kleingedruckte

Wenn man die Internetverbindung eines Smartphone oder eines mobilen Hotspots auch mit anderen Geräten nutzen möchte (diese Funktion nennt man "Tethering"), sollte man in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGBs) der Mobilfunk-Anbieter nachschauen, ob diese Funktion überhaupt vertraglich erlaubt ist. Je nach abgeschlossenem Vertrag gestatten die Anbieter "Tethering", oder sie schließen diese Funktion explizit aus. Insofern kann man keine klare Empfehlung für einen bestimmten Mobilfunk- oder Prepaid-Anbieter geben. Man beobachtet aber, dass die Mobilfunk-Anbieter diese Funktion immer seltener verbieten. Technisch gesehen ist diese Funktion bei den meisten Anbietern sowieso grundsätzlich möglich.

Redaktion:
Joachim Hecker

Stand: 06.08.2014, 16:05

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