Am Anfang des Lebens

Neugeborenes Baby schreit und wird gebadet

Am Anfang des Lebens

Von Eva Schindele

Noch nie waren Schwangerschaft und Geburt so sicher wie heute, und noch nie waren schwangere Frauen so unsicher wie heute. Im engen Zusammenspiel mit der werdenden Mutter entwickelt sich ein Embryo zum Kind. Auch seine Geburt ist Teamwork und die Frau kann in die natürliche Fähigkeit ihres Körpers vertrauen.

Die Feature-Serie steht befristet zum kostenlosen Download zur Verfügung.
Früher sagte man, eine Frau sei „guter Hoffnung“. Heute gilt Schwanger-Sein als Risiko. Phasen des Übergangs und der Anfang des Lebens werden in allen Kulturen von Ritualen begleitet. In unserer postmodernen Gesellschaft sind diese Rituale: regelmäßige medizinische Überwachung und Interventionen bei der Geburt. Eine leibliche Grenzerfahrung wird medikalisiert.

Die Natur der Existenz (1/5) - 01.10.2017

Eine Geburt ist ein Übergang von innen nach außen und eine Ent-Bindung, um eine Bindung einzugehen. Wir kommen von biographischen Geschichten her, sagt die Philosophin Christina Schües. Doch das Biographische verschwindet hinter dem Rohstoff, aus dem Kinder entstehen: Das Bild von einer Eizelle, in die mit einer Pipette eine Samenzelle eingebracht wird, symbolisiert im 21. Jahrhundert den Anfang des Lebens.

Am Anfang des Lebens (1/5) - Die Natur der Existenz

WDR 5 Tiefenblick | 01.10.2017 | 28:29 Min.

Download

Die Vermessung der Leibesfrucht (2/5) - 08.10.2017

Der Ultraschall hat die Begleitung der Schwangerschaft verändert und verunsichert die Frauen. Der Gynäkologe vermisst ihn auf dem Bildschirm und sucht nach Abweichungen. Er wendet sich von der Frau ab und dem Fötus zu. Dadurch wird der Embryo heute sehr früh personifiziert und gleichzeitig zur Disposition gestellt, sagt die Krankenhauspsychologin Colette Mergeay. Obwohl 97 Prozent der Kinder gesund auf die Welt kommen.

Am Anfang des Lebens (2/5) - Die Vermessung der Leibesfrucht

WDR 5 Tiefenblick | 08.10.2017 | 28:49 Min.

Download

Technisches Wissen und Hebammenkunst (3/5) - 15.10.2017

Geburtshilfliches Wissen und Erfahrungen mit natürlichen Geburtsverläufen gehen verloren, weil heute in vielen Kreißsälen das Diktat technisierter Medizin herrscht. Hebammen lernen in ihrer Ausbildung vorwiegend die überwachte Geburt kennen und viele Gynäkologen wissen nicht mehr, wie man eine Geburt aus Beckenendlage spontan entbindet. Inzwischen findet in der Gynäkologie ein vorsichtiges Umdenken statt zugunsten einer individualisierten Betreuung der Frauen.

Am Anfang des Lebens (3/5) - Technisches Wissen - Hebammenkunst

WDR 5 Tiefenblick | 15.10.2017 | 28:57 Min.

Download

Die Geburt als Zumutung (4/5) - 22.10.2017

Weil sie kaum unterstützt werden, trauen sich immer weniger Frauen eine natürliche Geburt zu. Sie fordern eine Alternative. Bis vor 20 Jahren war der Kaiserschnitt ausschließlich Notfällen vorbehalten. Heute wird eines von drei Kindern operativ geholt, mehr als die Hälfte ohne zwingenden medizinischen Grund, aber zum Preis gesundheitlicher Risiken für Mutter und Kind. Manche werden zum Kaiserschnitt gezwungen, weil angeblich die Gesundheit des Kindes auf dem Spiel stehe.

Am Anfang des Lebens (4/5) - Die Geburt als Zumutung

WDR 5 Tiefenblick | 22.10.2017 | 29:01 Min.

Download

Urvertrauen durch Bindung (5/5) - 29.10.2017

Trotz der enormen Kraftanstrengung unter der Geburt, ist die Frau am Ende hellwach und kann ihr Kind begrüßen. Das Neugeborene erkennt Geruch und Stimme der Mutter und sucht nach ihrer Brust. Doch dieses natürliche Geschehen wird nicht in allen Kliniken unterstützt. Vor allem beim Kaiserschnitt ist der enge Körperkontakt erschwert. Das "Wochenbett" tritt immer mehr in den Hintergrund. Zudem deuten zahlreiche Studien darauf hin, dass Kinder nach operativen Entbindungen eher Allergien und Asthma entwickeln.

Am Anfang des Lebens (5/5) - Urvertrauen durch Bindung

WDR 5 Tiefenblick | 29.10.2017 | 29:13 Min.

Download

Ausstrahlung vom 1. Oktober bis 29. Oktober 2017
Von: Eva Schindele
Redaktion: Dorothea Runge
Produktion: 2015/2017

Stand: 15.09.2017, 15:21