Macht Arbeit krank?

Überforderung am Arbeitsplatz

Macht Arbeit krank?

Der AOK Fehlzeiten-Report stellt fest: Seit einigen Jahren steigt der Krankenstand, immer mehr Arbeitnehmer müssen wegen psychischer Beschwerden zu Hause bleiben. Welche Erfahrungen haben Sie gemacht? Diskutieren Sie mit im WDR 5 Tagesgespräch!

Burn-Out, Depressionen und Rückenschmerzen - zur modernen Arbeitswelt gehören auch Krankheiten. Arbeitsverdichtung, Kostendruck, ständige Erreichbarkeit, Arbeitszeiten rund um die Uhr - die Belastungen steigen immer weiter an. Oft ist die Personaldecke so dünn, dass für Arbeitnehmer keine Ruhephasen oder kollegiale Unterstützung möglich sind.

Gleichzeitig sorgen prekäre Arbeitsverhältnisse für Stress bei den Arbeitnehmern: Leiharbeiter, so eine Studie der Techniker-Krankenkasse, kommen auf höhere Fehlzeiten als regulär Beschäftigte. Vor allem psychische Erkrankungen seien hier verbreitet. Besonders befristete Beschäftigte verspüren den Druck, ihren Job zu behalten und kurieren Krankheiten nicht ausreichend aus. Die Folge sind weitere Erkrankungen und Erschöpfung.

Bei den Auszubildenden hat sich die Zahl der psychischen Erkrankungen am Arbeitsplatz seit 2000 verdoppelt. Jeder 50. Berufsanfänger bekam in NRW 2016 ein Antidepressivum verabreicht. Mediziner vermuten einen Zusammenhang mit hohem Medienkonsum, der auf Kosten der Regeneration gehe. Kritiker sagen: Die tatsächliche Zahl psychischer Erkrankungen sei gar nicht gestiegen, es werde nur offener diagnostiziert und früher krankgeschrieben.

Welche Erfahrungen haben Sie gemacht? Wie sieht Ihr Arbeitsalltag aus? Fühlen Sie sich den Anforderungen gewachsen oder mit Ihrer Arbeit überfordert? Was muss getan werden, um die hohen Krankenstände und Fehlzeiten einzudämmen? Wie kann man Leben und Arbeit besser miteinander verbinden?

Rufen Sie uns während der Sendung an (WDR 5 Hotline 0800 5678 555) oder schreiben Sie uns Ihren Kommentar in unser Gästebuch - von 11.00 bis 14.00 Uhr.

Studiogast: Tim Hagemann, Professor am Institut für Arbeitspsychologie und Arbeitsmedizin

Redaktion: Julia Lührs

Macht Ihre Arbeit krank?

WDR 5 Tagesgespräch | 14.09.2017 | 46:13 Min.

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Kommentare zum Thema

98 Kommentare

Neuester Kommentar von "Ausnahmsweise heute: Ulf Lindermann-Unterstützer", 14.09.2017, 13:58 Uhr:

@ Kommentar von "Gnom", heute, 13:50 Uhr: Ein wichtiger Aspekt kommt in diesen "Studien" nie zur Ansicht: Langzeitarbeitslose leiden beinahe ebensooft unter ihrer Nichtbeschäftigung wie ihre beschäftigten Zeitgenossen unter Überlastungen. Hierüber werden weder Statistiken geführt als auch großangelegte Befragungen durchgeführt. Nicht nur Belastungen am Arbeitsplatz machen krank, auch das Wissen um den Umstand, nicht mehr gebraucht zu werden! Immer wieder bei Ämtern um Hilfen anzufragen oder Leistungen zu beantragen schaden den Nerven ebeso, wie der Druck der Vorgesetzten bei dem arbeitenden Teil der Bevölkerung! Hierüber sollte auch mal von berufener Stelle nachgedacht werden! /// Ihr Beitrag ist auch ein Argument für das BGE. Und ein Beleg, dass die Menschen trotz BGE arbeiten würden. Allen Skeptikern: beschäftigt euch mal intensiv und unvoreingenommen mit dem Thema

Kommentar von "Ulf Lindermann", 14.09.2017, 13:57 Uhr:

Daß hier auf´s Bedingungslose Grundeinkommen als zentrale Problemlösung dieses heutigen Sendungsthemas so eingekloppt wird, zeigt umso mehr, daß Arbeit in ihrer mißbräuchlichen Form betrieben wie unter der AGENDA 2010 nicht grad gescheit macht.

Kommentar von "brygyt", 14.09.2017, 13:57 Uhr:

Das Grundeinkommen ist finanzierbar.Es braucht nur noch die menschliche Reife dazu

Kommentar von "Maria", 14.09.2017, 13:56 Uhr:

@Ulf Lindemann 13.47 - Sie brauchen mich nicht zu belehren! Es ist anmaßend von Ihnen zu glauben, dass Sie alles besser wüssten! - Der Kommunismus ist rein theoretisch auch ein gute Sache, nur .... in der Praxis funktioniert er nirgendwo. Und genauso sehe ich das mit dem BGE ... rein theoretisch nicht schlecht, aber praktisch nicht durchführbar.

Kommentar von "Lebensunternehmer", 14.09.2017, 13:55 Uhr:

@Kommentar von "Möbius", heute, 13:25 Uhr: @Ulf Lindermann: Finden Sie es korrekt, wenn ein Unternehmer oder z.B. jemand, der sich ausschließlich aus Mieteinnahmen finanziert dann vom Staat zusätzlich ein bedingungsloses Grundeinkommen erhält? Das ist ja surreal. ///////// ja

Kommentar von "Pinguin zu @Herr Lindermann", 14.09.2017, 13:55 Uhr:

Herr Lindermann, wissen Sie eigentlich, dass Sie mit ihren Phrasen mehr Menschen motiviert haben, ein BGE als unsinnig zu verwerfen? Sie scheinen wohl selbst nicht so ganz davon überzeugt zu sein, sonst wären Sie auch auf die argumentativ gestützten Kommentare eingegangen.

Kommentar von "brygyt", 14.09.2017, 13:55 Uhr:

Warum muss überhaupt soviel gearbeitet werden? Im Zeitalter der Industrie, der Digitalisierung. Der Mensch ist überhaupt nicht auf so viel Arbeit ausgelegt. Er braucht Freiraum um geistig und körperlich gesund zu bleiben. Trotz der vielen Maschinen die die Arbeit abnehmen arbeiten die Menschen immer mehr. Diese Zusammenhänge muß man in Augenschein nehmen um eins der Grundthemen und Grundprobleme zu sehen.

Kommentar von "Ulf Lindermann", 14.09.2017, 13:54 Uhr:

Wenn die Allgemeinheit Reiche mit Millionen und Milliarden finanzieren kann, dann kann sie erst recht und noch leichter ein Bedingungsloses Grundeinkommen für alle finanzieren. Klar kann die dann weitaus weniger anfallende Arbeit auch unter der Industrierevolution 4.0 krank machen. Doch das BGE sorgt dafür, daß man auch wieder gesund werden kann, statt wie heute unter der AGENDA 2010 zum Dauerpflegefall zu werden. Und Pflegekosten sind bekanntlich um ein vielfaches teurer als ein monatliches BGE von 1.400 EUR. Und für @Silke H. noch zur Beruhigung: für Kinder wird es nur ein BGE von 700 EUR geben. Davon wird niemand reich, wenn er sich eine große Zahl Kinder anschaffen würde. Denn dieser Betrag deckt lediglich den gewöhnlichen Bedarf eines Kindes ab. Und wenn das Geld dem Kind nicht zugute käme, wäre es ein Fall für´s Jugendamt.

Kommentar von "abGEZ..stimmt:Zwischen Anfang und Ende.Wenn's Pack anpackt..", 14.09.2017, 13:51 Uhr:

Um möglichst keinerlei "Verschwörungstheoretische Unstimmigkeiten mittels Angriffsflächen zwecks "Mutmaßungen" zu bieten, hier die Arbeitsrechtliche Auflösung: war vom 13 Lebensjahr bis zum 65igsten berufstätig.Abzüglich zweier Studiengänge (alles mit erfolgreichem Abschluß+Berufsausübung).Zu dem Zeitpunkt als ich massiv gemobbt wurde, kannte ich, obschon SoWi Lehrer, den Begriff "Mobbing am Arbeitsplatz" nur ruzdimentär als Liuteraturhinweis.Die Mobbingtäter und INNEN (!) welchen i. an d. neu zugewiesenen Arbeitsstätte begegnete, waren, so eine Nebenher-Erkenntnis aus dem nachfolgenden Arbeitsgerichtsprozess, allesamt MOBBING-EXPERTEN.Das war allerdings nicht der Brennpunkt m. KLage.Vom oberen Arbeitsgericht wurde m. Klage in a l l e n Klagepunkten (Kettenarbeitsverträge über 5 Jahre Dauer..) RECHT gegeben.Mir wurde per Urteil eine sehr erfolgreiche und fachgerechte Unterrichtspraxis bescheinigt.Das Gericht (alles Berufsrichter mit langjähriger Erfahrung) verfügte Arbeitplatzwechsel

Kommentar von "Weingeist", 14.09.2017, 13:51 Uhr:

@Kommentar von "Maria", heute, 13:37 Uhr: @Lebensunternehmer 12.53 Uhr – "Ihre Vision vom Leben, die sie schon wiederholt an dieser Stelle veröffentlicht haben, ist sicherlich ‚ein Himmelsreich auf Erden‘. - Aber das wird es nie geben! Ein bedingungsloses Grundeinkommen für jeden??? - WER soll das finanzieren??? ... Da bei uns das Geld aber nicht als Petro-Euro aus der Erde gesprudelt kommt, wüsste ich nicht, WER ein bedingungsloses Grundeinkommen auf Dauer (!) finanzieren würde." >>>>> Der Lebensunternehmer würde alles finanzieren.

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