Mit gutem Gewissen Schwein essen?

Schwein im Aufzuchtstall

Mit gutem Gewissen Schwein essen?

Die Haltung von Mastschweinen verstößt gegen Tierschutzgesetz und Verfassung. Zu diesem Ergebnis kommt eine Greenpeace-Studie. Welche Rolle spielt für Sie das Tierwohl von Schweinen beim Einkauf und Essen? Diskutieren Sie mit im WDR 5 Tagesgespräch!

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace schlägt Alarm: Die seit Jahren geltende Verordnung der Bundesregierung zur Haltung von Mastschweinen bedeute für die neugierigen und sozialen Tiere enorme Schmerzen, Leid und Schäden. Diese gravierenden Folgen, so der Vorwurf, widersprechen dem Tierschutzgesetz wie dem Staatsziel "Tierschutz", das im Grundgesetz festgeschrieben ist. Greenpeace stützt sich bei der Kritik auf ein von der Organisation in Auftrag gegebenes Rechtsgutachten einer Hamburger Anwaltskanzlei.

Die Mehrzahl der rund 60 Millionen Schweine, die jedes Jahr in Deutschland geschlachtet werden, leiden im Stall. Hier fristen sie ihr Dasein auf Betonböden – ohne Möglichkeit für artgerechte Beschäftigungen. Zudem haben die von Natur aus reinlichen Tiere in der Regel einen viel zu kleinen Stellplatz ohne Bewegungsfreiheit und ohne getrennten Kotplatz. Bundesagrarminister Christian Schmidt hat die Vorwürfe zurückgewiesen. Er erklärte, dass die gesetzlichen Standards sehr hoch seien und nach und nach verbessert würden. Dabei müssten aber die ökonomischen Umstände beachtet werden.

Der Fleischverbrauch in Deutschland beträgt pro Kopf und Jahr - ohne Knochenanteile - rund 60 Kilogramm, zu zwei Dritteln vom Schwein.

Wie wichtig ist Ihnen der Tierschutz beim Einkauf oder Verzehr von Schweinefleisch? Beeinflusst das Wissen um Tierhaltung Ihren Appetit auf konventionell erzeugtes Fleisch? Wer ist Ihrer Meinung nach beim Schutz von Mastschweinen gefordert: Die Politik oder die Verbraucherinnen und Verbraucher?

Rufen Sie uns während der Sendung an (WDR 5 Hotline 0800 5678 555) oder schreiben Sie uns Ihren Kommentar in unser Gästebuch - von 11.00 bis 14.00 Uhr.

Studiogast: Stephanie Töwe - Landwirtschaftsexpertin von Greenpeace Deutschland

Redaktion: Claudia Dammann

Mit gutem Gewissen Schwein essen?

WDR 5 Tagesgespräch | 04.05.2017 | 45:52 Min.

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Stand: 03.05.2017, 15:18

Kommentare zum Thema

67 Kommentare

Neuester Kommentar von "Britta Kaiser", 04.05.2017, 13:59 Uhr:

Leider konnte ich im Auto nur einen Bruchteil ihrer interressanten Sendung mitbekommen. Uns geht dieses Thema direkt an, denn wir betreiben einen landwirtschaftlichen Betrieb, speziell in der Sauenhaltung. Auf unserem Hof werden Ferkel geboren und später mit ca. 30kg an andere landwirtschaftliche Mastbetriebe verkauft. Immerzu werden wir an den Pranger gestellt... Dabei sieht es doch nun mal so aus, daß der größte Teil der deutschen Bevölkerung in den Geschäften zum Billig- Fleisch greift. Wir Landwirte können doch nur so landwirtschaftliche Produkte produzieren, wie es der Verbraucher durch sein Kaufverhalten verlangt. Soll es billig sein, ist auch für uns Landwirte nur eine billige Haltung möglich. Denn was die Verbraucher vergessen: landwirtschaftliche Betriebe sind wirtschaftliche Unternehmen und kein Hobby. Auf unserem Hof werden die tragenden Sauen in großen Gruppen auf Stroh gehalten. Wir haben uns für diese Haltung entschieden, denn wenn es der Sau gut geht, geht es uns auc ...

Kommentar von "DisCounter superbillig ./. TierRechte s. PETA", 04.05.2017, 13:59 Uhr:

Bu-LandwirtschaftsMin Schmidt/CSU hält zur Fleischlobby & ignoriert den Tierschutz in Dland. Ein kreiertes DisCounter-LügenLabel, mit ‘verbindlicher Freiwilligkeit‘ für das EU-finanzierte Tiergrauen, statt dringend benötigte Gesetze zu konsolidieren, zeigt das umso mehr. Die Leidtragenden, durch die FleischIndustrie vollzogenen Heuchel Kampagnen, sind die Tiere, die tgl. in den verdreckten/-koteten, auf SpaltenBöden vegetierend, Qual-Verschlägen leiden. Vollgepumpt mit Mast-AB, das AB-Resistenzen hervorruft. Sowohl die schreienden Schweine werden zum Entborsten in kochendheißes Wasser geworfen, als auch Rinder & Kälber unbetäubt zerteilt. Vegan essende Menschen werden, durch die Rudel-Medien, unablässig verlächerlicht. TierVerzehr in Dland pro Tag: 2.813 Schafe/Lämmer, 106.74 Rinder, 162.441 Schweine, 3.898 t Flügel-, 25.698 Jagd-, 7.973 VersuchsTiere. Der Fleisch-Genuss-Experte Gote untermauert lustvoll die EwigkeitsSchinderei mit seinen spezifischen Sendefolgen.

Kommentar von "Multiresistente Parallelgesellschaft", 04.05.2017, 13:58 Uhr:

Solange die gesetzlichen Bestimmungen und die verantwortliche Aufsichtsbehörde die vermeintlich "wenigen" Schwarzen Schafe unter den Schweinemastbetrieben duldet, anstatt diese professionellen Tierquäler durch strafrechtliche Maßnahmen unschädlich zu machen, werden auch die letzten Mastbetriebe mit wohlwollenden Betreibern gegenüber dem Leid der gehaltenen Schweine durch den zunehmenden wirtschaftlichen Druck entweder zur Übernahme der die Kosten mindernden Rationalisierungsmaßnahmen durch Tierquälerei oder zur Aufgabe gezwungen. Die verantwortlichen Gesetzgeber für die geltende Verordnung zur Haltung von Mastschweinen und die staatlichen Rechtshüter haben aber in Deutschland durch ihre konzertierte Aktion mit der Finanz-Lobby und den Schnäppchenjägern unter den Verbrauchern bereits eine gegen die Prinzipien des Rechtsstaats immunisierte und durch Strafverfolgung unantastbare Parallelgesellschaft mit bloßer rechtsstaatlicher Fassade gebildet, die nur noch Nestbeschmutzer verfolgt.

Kommentar von "DeSoto", 04.05.2017, 13:57 Uhr:

>>Neuester Kommentar von "Maik G.", heute, 13:51 Uhr: Pulver statt Burger Wie stellt sich Greenpeace idealerweise die Erährung in Zukunft vor ? Nur noch mit Pulver-Shake und Pillen ?Essen ist für die Expertin im Studio wohl reine Zeitverschwendung. Die Küche verwandelt sich dann in einChemielabor. << _____ eine lächerliche Polemik. Der Staat soll doch nur seiner Aufsichtspflicht nachkommen und „halbwegs anständige Produktionsbedingungen“ durchsetzen, Pulver statt Fleisch war nie im Gespräch, Herr Polemiker!

Kommentar von "Maik G.", 04.05.2017, 13:54 Uhr:

Die Verwissenschaftlichung der Ernährung geht mir auf den Senkel.Mit seiner Entscheidung gegen Mahlzeiten flieht Greenpeace vor einer Gesellschaft, die Essen zur Lebensphilosophie gemacht hat. Stattdessen treibt man die Art, Essen wissenschaftlich zu optimieren, ins Extreme.Man vollendet unsere Essgewohnheiten, die seit dem 19. Jahrhundert immer mehr verwissenschaftlicht werden - und tötet dabei den Genuss.Dabei gehe noch etwas ganz Entscheidendes verloren: "Essen ist im Wesentlichen ein soziales Ereignis", sagt ein Ernährungspsychologe. "Wenn man einen Franzosen fragen wird, was ihm am Essen Spaß macht, wird er auf jeden Fall 'das Zusammensitzen' antworten."

Kommentar von "Heinz zum zweiten", 04.05.2017, 13:54 Uhr:

Mitschuldig sind auch die Religionen,die das Tier zur Sache degradieren und ihm keine Seele zugestehen.Ich verweise auf Johannes Paul II.,den Heiligen,der das Tier diskirminiert hat wie kein Religionsführer des 20.Jhrdts.Leicht zu überprüfen.Es ist auch ein Unding,dass dem Islam unter bestimmten Bedingungen gestattet wird,Tier ohne Betäubung zu schächten.Da gehen Tierrechte vor Religionsfreiheit.Wir brauchen nicht das Mittelalter zurück.Schuld sind auch die Verbraucher,die derzeit wieder zu Hauf Billigfleisch für den Grill kaufen und sich keinen Deut um das Tierleid scheren.Ich für meine Person schlage Einladungen zu derartigen Events einfach aus.

Kommentar von "DeSoto", 04.05.2017, 13:52 Uhr:

Die Massentierhaltung ist ein „Denk-Mal“ des Staatsversagens. Denn die Aufgabe des Staates ist, die Regeln für das Wirtschaften festzusetzen und den „Aufseher des Marktes“ darzustellen. Wenn er die für den normalen Bauern ruinöse Konzentration hemmungslos erlaubt und keine wesentlichen „Haltungsqualitäten“ für Nutztiere durchsetzt, dann ist es genau richtig von Green-Peace, Politik und Behörden als Schuldige zu outen, denn der jeweilige Bauer kann sich nur den Marktforderungen unterordnen, wenn er auf dem hart umkämpften Markt überleben will.

Kommentar von "Maik G.", 04.05.2017, 13:51 Uhr:

Pulver statt Burger Wie stellt sich Greenpeace idealerweise die Erährung in Zukunft vor ? Nur noch mit Pulver-Shake und Pillen ?Essen ist für die Expertin im Studio wohl reine Zeitverschwendung. Die Küche verwandelt sich dann in einChemielabor. Man mischte alle Nährstoffe zusammen, die der Körper braucht. Es entsteht ein Cocktail aus Vitaminen, Mineralstoffen, essentiellen Aminosäuren, aus Kohlenhydraten und Fett. Als Extra kommen Ginseng, Ginkgo Biloba, Alpha-Karotin und andere Stoffe hinzu. Wie freudlos ! Dann lieber Tot !

Kommentar von "Heinz", 04.05.2017, 13:50 Uhr:

Seitdem der Tierschutz im GG verankert ist,wird die Verfassung gebrochen.Namentlich sind Ilse Aigner u.Christian Schmidt aufzuführen,die z.B. ausdrücklich befürworten,dass jährlich rd. 43 Mio. Hähnchen geschreddert werden.Nirgendwo ist der Lobbyismus so stark wie in dieser Branche und bei den Jägern!Die Schweinemast muss vor dem BVerfG verhandelt werden,ebenso die Pelzgewinnung in Deutschland u.der Vertrieb von Pelzen lebendig gehäuteter Tiere in aller Welt.Ich bin Vegetarier,bewusst (noch) kein Veganer u.ich setze mich vehement u.aggressiv für Tierrechte ein u.bin jederzeit bereit,in einer Verbandsklage Mitkläger gegen politisch Verantwortlich auf Bundes-, Landes- und Kommunalebene zu sein.Dazu sollte auch geprüft werden,ob nicht strafrechtlich gegen diese Leute vorgegangen werden kann.

Kommentar von "brygyt", 04.05.2017, 13:39 Uhr:

Wenn die allgemeinen Menschenrechte eingehalten würden, dann würde die Tierquälerei aufhören. Ich glaube es wird nötig die allgemeinen Menschenrechte zu erweitern und den heutigen Möglichkeiten anzupassen.

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