Stau-Land NRW – Was muss sich ändern?

Kraftfahrzeuge stehen in Köln (Nordrhein-Westfalen) auf der A3 auf dem Kölner Ring an einer Baustelle im Stau.

Stau-Land NRW – Was muss sich ändern?

Zu Beginn des langen Himmelfahrt-Wochenendes waren die Autobahnen wieder voll und die Autofahrer genervt. "Stop and Go" ist aber ein Dauerzustand in NRW. Wie lässt sich das Verkehrschaos lösen? Diskutieren Sie mit im WDR 5 Tagesgespräch!

„Die Menschen in NRW haben im vergangenen Jahr 100 Millionen Stunden Lebenszeit nur auf die Rückleuchten des Vordermanns geschaut“ – das sagte Christian Lindner von der FDP im vergangenen Landtagswahlkampf in NRW und beruft sich dabei auf die NRW-Statistik des ADAC. Führende Verkehrsexperten geben ihm sogar Recht. NRW ist das Stau-Bundesland Nummer 1.

Und tatsächlich staute sich auch am vergangenen Mittwoch der Verkehr auf rekordverdächtigen 539 Kilometern. Die Prognose von Straßen NRW hatte "nur" mit 400 Kilometern gerechnet. Laut ADAC war der Sonntag nach Christi Himmelfahrt 2016 der staureichste Sonntag des Jahres. Ein Kurzurlaub kann da schnell nicht am Strand, sondern auf den Raststätten zu Ende gehen. Schließlich sind nicht nur die Autofahrer Schuld am stockenden Verkehr, sondern auch die vielen Baustellen und die Sperrung der A3.

Der Verkehr in NRW war eines der bestimmenden Themen im Landtagswahlkampf.  Der rot-grünen Landesregierung wurde von Seiten der CDU vorgeworfen, sich nicht schnell genug um den Ausbau der Straßen zu kümmern. Die künftige Regierung wird hier anpacken müssen. Es geht um mehr Stellen für Ingenieure in den Planungsbüros, eine Erhöhung der Mittel und eine verbesserte Planung von Großprojekten wie der Leverkusener Brücke.

Wie also kann NRW die Verkehrswende gelingen? Was muss sich ändern, damit Autofahrer nicht mehr im Stau stehen, sondern zügig zum Ziel kommen? Welche Maßnahmen erwarten Sie von der neuen Landesregierung gegen den drohenden Verkehrsinfarkt? Welche Erfahrungen haben Sie mit dem Verkehrschaos in NRW gemacht?

Rufen Sie uns während der Sendung an (WDR 5 Hotline 0800 5678 555) oder schreiben Sie uns Ihren Kommentar in unser Gästebuch - von 11.00 bis 14.00 Uhr.

Studiogast: Prof. emer. Dr. Heiner Monheim, Verkehrswissenschaftler und Geograph von der Universität Trier

Redaktion: Valentina Dobrosavljevic

Stau-Land NRW - Was muss sich ändern?

WDR 5 Tagesgespräch | 26.05.2017 | 45:25 Min.

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Kommentare zum Thema

54 Kommentare

Neuester Kommentar von "Ulf Lindermann", 26.05.2017, 13:59 Uhr:

Immer mehr und mehr und mehr ? Das Wachstum ist längst in der Sackgasse angekommen und seine Nutzer stecken tagtäglich im Verkehrsstau fest. Noch mehr Straßenbau und Autobahen wäre auch nur wieder Wachstum, welches sich selbst ad absurdum führt.

Kommentar von "Ignaz-Denket um!", 26.05.2017, 13:56 Uhr:

Ich umgehe Staus, in dem ich nur dann fahre, wenn keine Staus sind, oder ich umfahre Staus durch meine Ortskenntnisse. Das ist einer meiner Beiträge zur Stauminderung. Ein Stau ist dadurch für mich zu einem Fremdwort geworden, ich nütze meine Zeit dadurch meistens sinnvoller. Es soll Menschen geben, die den Stau lieben, versteh`s wer`s will.

Kommentar von "Ulf Lindermann", 26.05.2017, 13:52 Uhr:

Ein freiheitlich demokratischer, toleranter und neuem aufgeschlossener Staat würde auch andere alternative Lebensformen außerhalb des AGENDA 2010-Wachstumswahns zulassen und ermöglichen durch das BGE, sodaß da längst eine Lösung praxis-erprobt vorhanden wäre für all die negativen Folgen des Wachstums wie z.B. für den täglich anwachsenden Verkehrsstau bis ins hinterste Dorf Deutschlands. Wachstum erzeugt immer mehr finanzielle Schäden für Mensch, Wirtschaft, Umwelt, Klima und Natur, die in keinem vertretbaren Verhältnis mehr zu dem stehen, was das Wachstum erarbeitet.

Kommentar von "Anonym", 26.05.2017, 13:50 Uhr:

"Integriertes Verkehrskonzept"? Die Anruferin hat sowohl das LKW-Problem als auch die jahrzehntealte Planung "EisernerRhein" von Rotterdam nach Basel vergessen!

Kommentar von "Huschke vom Randstein", 26.05.2017, 13:43 Uhr:

Zum Beispiel könnte man an Brückentagen unterwegs sein.Ich komme gerade wieder und auf den Straßen war es fast erholsam, na ja - eben auch nur fast...

Kommentar von "Ulf Lindermann", 26.05.2017, 13:41 Uhr:

Wachstum erzeugt nicht nur immer mehr zugestaute Straßen, auf denen neben dem Blechkarossen-Wachstum auch all die Wachstumsplunder-Warenberge auf Halde transportiert werden, sondern Wachstum verursacht auch eine Bevölkerungsexplosion als Sekundärfolge, die wiederum ihrerseits das Wachstum vor sich her treibt. Aus diesem Teufelskeislauf kommen wir nur dann heraus, wenn wir uns von diesem Wachstum verabschieden und stattdessen eine wachstumsfreie, stark werbepenetranz-reduzierte reine Marktwirtschaft von Nachfrage und Angebot einführen, sozial abgefedert durch das BGE. Alles andere sind nur Scheinlösungen ohne Nachhaltigkeit, die das eigentliche Wachstumsproblem ungelöst vor sich her schieben.

Kommentar von "Wener Enke", 26.05.2017, 13:31 Uhr:

Wo soll das alles enden? In Stau-Enden!

Kommentar von "KlartextJetzt", 26.05.2017, 13:30 Uhr:

Ganz beiläufig hatte ich den Ausführungen des Herrn Prof. Monheim entnommen, daß dieser das sog. "Bürgerticket" favorisiert. Was denn noch? Zwangsrundfunkgebühren, Zwangskrankenversicherung (mit Fake-Leistungen) und nun das Zwangsticket und das Ganze natürlich entkoppelt von der Einkommenshöhe? Dazu kann ich nur sagen: DDR - das war einmal! Die Probleme beim ÖPNV haben mitnichten etwas mit Geld zu tun, sie sind doch wohl eher das Ergebnis nahezu grenzenloser Dummheit in den Köpfen der diesbezüglichen Akteure und rein systemimmanent ("wird voraussichtlich 35-40 Minuten später hier eintreffen")! Sollte das papierlose ÖPNV-Ticket kommen, werde ich gänzlich auf denselben verzichten (habe kein Smartphone und will auch keines).

Kommentar von "E. Sonnen, 74 J.", 26.05.2017, 13:27 Uhr:

Die Stauwurzeln reichen tiefer: Planungen werden vom Staat bereits in legislaturperiodischen Abständen verfeinert bzw. mit Auflagen bestückt. Nicht selten wird ein Bauwerk vor der Fertigstellung von der Gesetzgebung praktisch überholt, ein Musterbeispiel z.B. ist BER. Hinzu kommen die strengen Arbeitszeitenregulierungen sowie die der Personalkosten in den Betrieben. Einen großen Ausweg bei der Auftragsvergabe bieten Sub-Unternehmen, welche jedoch oft mit Unkenntnisse der Deutschen Sprache und Gesetze große Gefahren in der Bauausführung darstellen, was jedoch mit Haftungsübernahme bei gleichzeitiger Minderentlohnung als kleinere "Übel" gehandelt wird.

Kommentar von "Anna Elisa", 26.05.2017, 13:26 Uhr:

Der Onkel meines Mannes (87 Jahre alt) fährt mit dem E-bike jeden Tag 50 – 60 km seit ca. 20 Jahren bei Wind und Wetter. Auf dem Tacho seines mehr als 2-jährigen Rades stehen jetzt schon über 50 000 km. Seitdem ist er fit wie ein Turnschuh, auch geistig. Er war zuckerkrank (sollte schon spritzen) und jetzt braucht er keine Medikamente mehr, auch sein Blutdruck hat sich normalisiert. Bei Regenwetter taucht er in Regenkleidung auf, nur bei Schnee und Glatteis bleibt er Zuhause. Es ist also möglich, mit dem Rad viele Kilometer zu fahren. Ich bin einig mit dem Anrufer, der die Parkmöglichkeiten für Fahrräder angemahnt hat, z.B. Boxen, in der man Räder und Regenkleidung einschließen kann, da sonst viele hochwertige Räder geklaut werden. Vielleicht gibt es ja bald die ersten Tiefgaragen für Fahrräder in größeren Städten, evtl. alte Tiefgaragen umbauen. Außerdem müssen Radwege im Winter gestreut und geräumt werden.

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