Friedensnobelpreis - nur ein Symbol oder mehr?

Obama mit hält Friedenstnobelpreis in der Hand im White House

Friedensnobelpreis - nur ein Symbol oder mehr?

Dieses Jahr geht der Friedensnobelpreis an die Internationale Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen (Ican). Die Kritik an der Vergabe ist in den vergangenen Jahren aber immer lauter geworden. Ist der Preis überholt? Diskutieren Sie mit im WDR 5 Tagesgespräch!

Als die Europäische Union 2012 den Nobelpreis bekam, kritisierte der ehemalige Preisträger Erzbischof Desmond Tutu, die EU sei "eindeutig kein Vorkämpfer für den Frieden". Auch die Ernennung von Barack Obama 2009 löste heftige Kritik aus, weil er zum damaligen Zeitpunkt noch kein Jahr im Amt war. Debattiert wird auch über Aung San Suu Kyi. Die Regierungschefin von Burma wird international für ihren Umgang mit der Rohingya-Minderheit in ihrem Land kritisiert.

Lange galt der Preis als unantastbar, oft sogar als mutig oder wegweisend. Exemplarisch hierfür steht etwa der deutsche Dissident und Pazifist Carl von Ossietzky, der gegen das Nazi-Regime aufbegehrte und 1936 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde. Doch heutzutage ist es weitaus schwieriger jemanden zu finden, der durch sein Wirken dauerhaft für Frieden steht. Und die Welt befindet sich im Dauerkrisenzustand: ob Nordkorea, Syrien, Nahost-Konflikt, Afrika oder die Ukraine - um den Frieden ist es nicht gut bestellt.

Wie ist Ihre Meinung? Brauchen wir den Friedensnobelpreis? Was hat er in den vergangenen Jahren bewirkt? Ist die Vergabe überholt? Sollte der Preis mehr sein als nur Symbolik?

Rufen Sie uns während der Sendung an (WDR 5 Hotline 0800 5678 555) oder schreiben Sie uns Ihren Kommentar in unser Gästebuch - von 11.00 bis 14.00 Uhr.

Gast: Wolf-Christian Paes, Friedensforscher am Internationalen Konversionszentrum Bonn

Redaktion: Julia Lührs

Friedensnobelpreis - nur ein Symbol oder mehr?

WDR 5 Tagesgespräch | 06.10.2017 | 46:22 Min.

Download

Kommentare zum Thema

48 Kommentare

Neuester Kommentar von "Anonym", 06.10.2017, 13:59 Uhr:

Staatlich überwachter Shitstorm der Kandidaten für den Friedenspreis als Verheißung einer befriedeten Gesellschaft aus der Perspektive russischer Oligarchen und neoliberaler Besserverdiener im Westen: > Der Preis für Atomwaffenkonvention und für das Kernwaffen-Verbot, es hat uns bisher nichts genützt, da Kim Jong Un am warmen Ofen sitzt, voll fett sich labend an der Not und unserem Friedensdienst zum Hohn. Und seht, da war es noch nicht Nacht, da sah die Welt die Folgen schon: Der Friedenspreis hat uns so weit gebracht. Beneidenswert, wer frei davon!<

Kommentar von "Ferdinand H.", 06.10.2017, 13:58 Uhr:

Mit Suu Kyi ist der Ruf von Friedensnobelpreis total ruiniert und pervertiert. Jahrelang wurde uns Bürgern von unseren verlogenen Medien (auch WDR5) vorgegaukelt, dass Suu Kyi Demokratie will. Sie wurde sogar schamlos immer wieder als „Hero“ apostrophiert. Unsere schamlosen Politiker und Medien haben mit dazu beigetragen, dass diese Machthungrige an die Spitze des faschistischen burmanischen Staates gelangt ist. Das zeigt, wie verlogen unsere Politiker und Medien sind und wie schamlos sie uns betrügen und in die Irre führen. Unsere verlogenen Politiker und Medien unternehmen nichts gegen Terror, Massenmord und Vertreibung der Rohingya durch Suu Ky und ihre faschistische Militärjunta. Die faschistische Militärjunta zusammen mit budhistischen Terroristen haben in wenigen Tagen fast eine halbe Million Rohingyas aus ihrer Heimat vertrieben. Rohingyas wurden zu Tausenden vergewaltigt, massakriert und erschossen. Das alles wurde von UNO-Generalsekretär als ethnische Säberung im 21. Jahrh.

Kommentar von "A. Müller", 06.10.2017, 13:56 Uhr:

Es muss unbedingt möglich sein, mindestens der tyrannischen Frau aus Burma den Preis wieder abzuerkennen. Das Komitee muss für seine damalige Entscheidung heute schämen und sich unverzüglich vor der Weltöffentlichkeit entschuldigen. Das kann zwar der tiefe Schmerz von Hundertausenden Rohingys nicht lindern, aber der Gerechtigkeit wird damit genüge getan.

Kommentar von "Karina", 06.10.2017, 13:55 Uhr:

Empörend, dass die Mitkandidatin Angela Merkel den Preisträgern zwar gratuliert, aber diese Gratulation im gleichen Atemzug entwertet, indem sie betont, Deutschland wolle an Atomwaffen solange festhalten, wie es selbst dadurch bedroht sei . ?? Gottlob hat Merkel den Preis auch diesmal nicht bekommen. Sie hat rein gar nichts für den Frieden in der Welt getan.

Kommentar von "Peter B. "ICAN - Nobelpreis für Erfolglosigkeit"?", 06.10.2017, 13:52 Uhr:

ICAN setzt sich für ein vertragliches Verbot von Atomwaffen ein. Tja und jetzt sind wir näher an einem Atomkrieg als je zuvor... Hat also irgendwie nix gebracht. Ich setze mich solange ich denken kann für "Opferschutz statt Täterschutz u. gegen Gewalttäter" ein, hat auch noch nix gebracht. Ich will sofort meinen Nobelpreis...oder wir geben den an die "Die Kölner Arbeitsgruppe gegen die Stadttaubenproblematik" die könnten sich dann ja für die Tauben einsetzen oder gegen weitere Restaurantbesitzer die gegen die "Ratten der Lüfte" so "brutal" vorgehen...jetzt soll es laut Vice sogar noch eine Obduktion geben, der Taube natürlich nicht des Restaurantbesitzers...also sorry.

Kommentar von "Gunar", 06.10.2017, 13:50 Uhr:

Die heutige Entscheidung des Nobelkomitees ist weise und klug. Im Vergleich dazu warn die Vergabe des Preises an kolumbianische Herrscher (Bauernmörder) , an Obama (Drohnenmörder) aber vor allem an die burmanische Herrscherin (Rohingya-Mörderin) eine Farce. Die burmanische Machtfrau hat der ganzen Welt gezeigt, wie falsch die Preisvergabe an sie war.

Kommentar von "Anna Elisa", 06.10.2017, 13:48 Uhr:

Mich hat die Vergabe des Friedensnobelpreises 2014 an Malala Yousafzai sehr beeindruckt. Plötzlich kommt ein Thema in die Medien, das sonst unbeachtet ist, z.B. die Unterdrückung von Frauen und Mädchen in Pakistan, wo Mädchen am Schulbesuch gehindert wurden durch die pakistanischen Taliban, wie Malala selbst fast einem Attentat zum Opfer fiel. Ob Malala oder andere Friedensnobelpreisträger heute noch den Ansprüchen des Vergabekomitees genügen würden, sei dahingestellt. Für mich ist die Vergabe eher eine Momentaufnahme der einzelnen Person oder Institution und ein Ansporn für jeden Menschen: dem Frieden dienen. Auch dieses Jahr bei der Vergabe an die Anti-Atomwaffenbewegung wird wieder ein Thema in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt, das viele Menschen weltweit bewegt und auch beängstigt. Ich fand die Idee der Anruferin Margarete Hagedorn gut, jedes Jahr mit einen "Friedensgipfel" das Bewusstsein der Erdbevölkerung und verantwortlichen Politik in Richtung Friedensdenken bringen.

Kommentar von "WUK,Kulturkritiker(jetzt auch mit Natur)", 06.10.2017, 13:35 Uhr:

. . . und wieder eindimensional, wie die Ostermärscher, die biologischen u. chemische Waffen zu vergessen! MERKE: ABC-Waffen abschaffen > ist außerdem griffiger. Schlußendlich: Biol. u. chem. Waffen können in kleinen Mengen und heimlicher,ungefährlicher für Täter transportiert werden. Außerdem: "Eine große Gefahr für die Menschheit" wird begründet. Dabei ist die Natur in größter Not und dürfte dann irreparablen Schaden erleiden. Auf Deutsch: Vernichtung!

Kommentar von "P und S", 06.10.2017, 13:31 Uhr:

Verdient hat ihn jeder ,der sich wirklich für den Frieden einsetzt ,es gibt viele Organsation ,die unter dem Deckmäntelchen für den Frieden ,Brüderlichkeit und Freiheit sich eine goldene Nase verdienen ,da zu zähle ich viele NGOS und Menschenrechtsverbände so wie Sozialverbände uneigennützig arbeitet keiner ,den Samariter aus der Bibel ,kennen die wenigsten ,oder halten sich dafür .

Kommentar von "Eva H.", 06.10.2017, 13:21 Uhr:

Einer Person, die Kriegspartei war und sich schuldig machte, wie z.B. Santos, de Klerc, Kissinger, finde ich richtig, wenn sie sich änderten, wenn sie "umgekehrt" sind, selbst dann, wenn sie nicht nur reinen Herzens handeln. Menschen, die sich eingestehen, dass ihr Weg bisher falsch war und damit beginnen, mit dem bisherigen Gegnern zu sprechen, dienen dem Frieden. Die, die über ihren Schatten springen können. Und ich glaube sogar, dass ohne sie kein Krieg beendet werden kann. Deshalb halte ich diese Personen für besonders preiswürdig. Und: wer ist immer nur reiner Friedensengel? Ist das Eingestehen von Fehlern nicht das A und O im Leben?

1
2
3
4
5