Wahlrecht ab Geburt - muss das sein?

Eine jugendliche Hand steckt einen Stimmzettel in eine Wahlurne

Wahlrecht ab Geburt - muss das sein?

Der Deutsche Familienverband fordert ein Wahlrecht von Geburt an. Unterstützung für die Kampagne "Nur wer wählt, zählt" gibt es von Politikern fast aller Parteien. Wie sehen Sie das? Diskutieren Sie mit beim Tagesgespräch auf WDR 5!

Gerade erst wurde noch laut über ein Wahlrecht ab 14 Jahren gesprochen, nun sollen sogar die Kleinsten wählen dürfen. In ganz jungen Jahren soll dieses Wahlrecht von den Eltern ausgeübt werden. Die Interessen der Jüngsten dürften nicht länger unter den Tisch fallen, erklärt die ehemalige Familienministerin Renate Schmidt, Schirmherrin der Kampagne. Immer weniger junge Menschen stünden heute immer mehr älteren und wahlberechtigten Menschen gegenüber. Bereits 2003 gab es einen Antrag von Bundestagsabgeordneten das Familienwahlrecht einzuführen, um "die Zukunft der Familien und damit unserer ganzen Gesellschaft" zu sichern. Die Abgeordneten gingen davon aus, dass der Einfluss der Familien auf politische Entscheidungen weiter zurückgehen würde. Das Gewicht der Rentnergeneration aber immer weiter steige.
Würde die Kampagne des Deutschen Familienverbands Wirklichkeit, gäbe es auf einen Schlag 13 Millionen mehr Wahlberechtigte. Und die Parteien würden um die Stimmen der Familien buhlen wie nie zuvor.

Was denken Sie über ein Wahlrecht ab der Geburt? Würde das Ihrer Meinung nach zu mehr Gerechtigkeit zwischen den Generationen führen? Oder braucht es, Ihrer Meinung nach, keine weitere Privilegierung von Familien in Deutschland? Ab wann können sich Kinder überhaupt ein klares Urteil bilden?

Rufen Sie uns während der Sendung an (WDR 5 Hotline 0800 5678 555) oder schreiben Sie uns Ihren Kommentar in unser Gästebuch - von 11.00 bis 14.00 Uhr.

Gast: Sebastian Heimann, Bundesgeschäftsführer Deutscher Familienverband (DFV)

Redaktion: Valentina Dobrosavljevic

Wahlrecht ab Geburt - muss das sein?

WDR 5 Tagesgespräch | 21.03.2017 | 46:09 Min.

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Kommentare zum Thema

130 Kommentare

Neuester Kommentar von "DeSotojo", 21.03.2017, 13:57 Uhr:

Kommentar von "Thomas Christaller", heute, 12:51 Uhr: … deshalb teile ich … wahlalter …nach oben hin beschränken. 15 jahre nach der verrentung wäre eigentlich OK. das würde insgesamt den jüngeren wählern ein deutlich größeres Gewicht geben und eben stärker zukunftsorientiert und zukunfstoffener werden können. “ ----- Ein moralischer Tiefpunkt an Entmündigung alter Menschen. Helmut Schmidt (+96), Hildegard Hamm-Brücher (+95), Egon Bahr (+93), Marcel Reich-Ranicki (+93), selbst der noch lebende Gerhard Baum (84) etc. dürften nicht mehr wählen, aber ein 13jähriger, der außer Computer-Ballerei noch nichts im Kopf hat, der aber schon? Es soll mal Völker gegeben haben, die die Weisheit ihrer Alten verehrten, denn der kurzfristige Zeitgeist ist sehr launisch. Beschleunigung der Veränderungen insbesondere auf technologischem Gebiet ist offensichtlich, dass die Zukunft es zu leicht hat, sich ungeprüft verweigernd durchzusetzen. Qualitäts- und Nachhaltigkeitssiegel besitzt sie gerade nicht.

Kommentar von "MarcoM", 21.03.2017, 13:47 Uhr:

@"Maria", heute, 13:22 Uhr: "Manchmal denke ich, dass auch heutzutage nur Steuerzahler ein Wahlrecht haben sollten" ~~~~ Das entspricht einem Vorschlag, der von einigen Vertretern der ursprünglichen Lucke-AfD kam. Das würde z.B. auch bedeuten, dass jeder, der unverschuldet arbeitslos wird, und trotz aller Bemühungen keinen neuen Job findet, dann nicht mehr das Recht hätte, die Partei zu wählen, die seiner Meinung nach diesen Zustand am besten entgegenwirken könnte. Würde z.B. auch den über 50 jährigen Ingenieur betreffen, der in der Entlassungswelle nach der nächsten, durch die Finanzbranche verursachten Krise, seinen Job verliert und dann keine neue anstellung mehr findet. De facto haben über 50 jährige so gut wie keine Chancen mehr, eine Neuanstellung zu finden. Die Firmen wollen lieber die jüngeren. Außer die erfahrene Seniorfachkraft verkauft sein Können und Wissen für'n Appel & Ei: 60-Stunden-Woche, 12 Tage Urlaub im Jahr, bei einem Gehalt von 15.000 Euro p.a.

Kommentar von "MarcoM", 21.03.2017, 13:46 Uhr:

@"Ulf Lindermann", heute, 13:10 Uhr: "echte Individual-Demokratie [...] Bedeutet: jede Partei, die es in den Bundestag schafft, hat das Recht, in dem Bundesland ihre Politik 1:1 zu realisieren, in dem sie die Stimmen-Mehrheit hat." ~~~~ Das ließe sich aber auch noch auf kleinere Einheiten als Bundesländer runterbrechen, z.b. Kommunen. Da es aber Themen gibt, die "zu groß" sind, als dass man sie unerschiedlich in den einzelnen Kleinsteinheiten behandeln könnte, während andere wiederum so "klein" sind, dass man sie problemlos individuell in den verschiedenen Kleineinheiten angehen kann, ist dieses ja schom im Prinzip im Föderalismus-Gedanken enthalten. Dieser Gedanke ließe sich aber durch ein noch stärkeres Subsidiaritätsprinzip verbessern.

Kommentar von "Stefan Grabe", 21.03.2017, 13:40 Uhr:

Für Deutschland und EU ist das doch eine SuperIdee. Alleine schon weil die Wählkultur bei den Jungwählern schon im Eimer ist, was ja in England ein Grund für den Brexit war. Weiter benötigen Kinder unter 18 Dinge die nicht in erster oder direkter Line wirtschaftlich sind und somit im politischen Alltag untervertreten sind. Kind können auch so viel früher in die politischen Entscheidungen und Überlegeung mit einbezogen werden, mit welchen Alter, hängt dann von den Kindern und dem Interesse der Eltern ab. Es ist aber so einfach und radikal, dass es wirklich was bewirkt.

Kommentar von "Bianca Marina Gedies", 21.03.2017, 13:35 Uhr:

Wahlrecht ab Geburt - ja nee, iss klar! Ich stimme dem Anrufer zu, der sagte, es sei ja wohl eine Angelegenheit der PARTEIENFINANZIERUNG - denn für jeden Wähler gibt es GELD! Die einseitigen Ansichten des Studiogastes in allen Ehren - doch auch meiner Ansicht nach geht es bei solchen Manövern wie "Wahlrecht der Eltern für ihre unmündigen Kinder/ Herabsetzung des Wahlalters auf 13" nur um das Generieren von möglichst viel GELD. Das Wohl der Bürger steht zwar auf dem Wahlprogramm - doch WAS DAVON WIRD DENN NACHHER UMGESETZT? Familienpolitik war schon in D schon immer "Familie & Gedöns" (O-Ton Schröder, (Welt, 12.1.13), Kinder = Privatvergügen, privates RISIKO. Und daran wird sich wohl kaum was ändern. Denn andere "Haushalte" brauchen jede Menge Geld i.d. kommenden Jahrzehnten, allen voran die Finanzierung der EINWANDERUNG.

Kommentar von "Ulf Lindermann", 21.03.2017, 13:33 Uhr:

Was soll bei einem Wahlrecht für Baby herum kommen ?

Kommentar von "Maria", 21.03.2017, 13:22 Uhr:

@ P und S 12.59 h - Dass der Adel mehrere Wahlstimmen hatte, das ist mir so nicht bekannt, ich meine aber, mal gelernt zu haben, dass sich das Wahlrecht nach der Steuerzahlung richtete. Wer viel in die Staatskasse zahlte, hatte womöglich mehrere Wahlstimmen. - Manchmal denke ich, dass auch heutzutage nur Steuerzahler ein Wahlrecht haben sollten, also diejenigen, die die sogenannte 'soziale Gerechtigkeit' zu finanzieren gezwungen sind. Und 'sozial gerecht' ist nach dem Verständnis vieler Menschen (und einiger Parteien), dass die einen immer für die anderen zahlen und mitarbeiten müssen, für gar keine Gegenleistung. Gerade die Nicht-Steuerzahler dürften am häufigsten die 'Umverteilerparteien' wählen. Und inzwischen wissen wir, dass alle (!) kommunistischen Staaten pleite gegangen sind, nachdem alles umverteilt war.

Kommentar von "Experte", 21.03.2017, 13:22 Uhr:

Nur die allerdümmsten Kälber wählen ihre Metzger selber. Was soll ich auch anderes zu diesem Unsinn sagen. Frühere Studenten forderten auch schon mal: Wahl der Schaffner durch das Volk. Es gibt ca. 300.000 Obdachlose; darum könnte sich erst einmal gekümmert werden und viele andere wichtigere Probleme.

Kommentar von "Karina", 21.03.2017, 13:21 Uhr:

Danke Gabriele Pollmann, 13:12 ! Volle Zustimmung.

Kommentar von "lisbet, 54", 21.03.2017, 13:21 Uhr:

Soll ihr Mann sich halt einbürgern lassen, wenn er wählen will. Ich bin allerings wie Sie gegen das Kinderwahlrecht. Wenn die Wahlbeteiligung für das finanzielle Einkommen unserer Politiker nicht hoch genug ist, dann können wir ja die Wahlpflicht wie in Belgien einführen. Das Ergebnis würde den linksliberalen Vertretern von CDSUSPDFDPGrün ### @Kommentar von "Eva Gäde", heute, 12:35 Uhr: Mein Mann lebt seit 45 Jahren in Deutschland, er ist Serbe, und darf nicht wählen.

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