Gebühren fürs Bargeldabheben - gerecht?

Eine Hand entnimmt dem Geldschlitz eines Bankautomaten die gewünschten Banknoten

Gebühren fürs Bargeldabheben - gerecht?

Einige Banken erheben neuerdings Gebühren bei der Barauszahlung am Automaten . Viele Kunden wurden darüber nicht informiert. Können Sie das Vorgehen der Banken verstehen? Diskutieren Sie mit im WDR 5 Tagesgespräch!

Die Verschleierung der neu anfallenden Gebühren für das Abheben von Bargeld hat die Verbraucher in den letzten Wochen zunehmend erbost. Jetzt gibt dies Anlass für eine Klage von Verbraucherschützern gegen einige Banken, die Gebühren für das Geldabheben aus dem Automaten kassiert hatten, ohne die Kunden darüber informiert zu haben.

Vielleicht würden einige Bankkunden sogar ein gewisses Verständnis dafür zeigen, dass es in Zeiten von Nullzinsen Gratiskonten und kostenlosen Service nicht mehr in dem Maße geben kann wie bisher. Schließlich sind Banken Wirtschaftsunternehmen und müssen auf die verschlechterte Einnahmesituation reagieren. Aber sollten die Geldinstitute nicht den Mut zu mehr Transparenz haben?

Zwar hat die Bundesregierung angekündigt dass künftig "zertifizierte Vergleichswebsites zur Erhöhung der Transparenz der Kontoführungsentgelte beitragen" - allerdings erst, als ein entsprechender EU-Erlass in Kraft getreten ist. Das ändert jedoch nichts daran, dass Bankkunden immer stärker mit Gebühren für diverse Bankdienste und Service belastet werden. Ein Umstand, der vor allem für Geringverdiener bitter ist.

Welche Erfahrungen haben sie gesammelt? Gehören sie zu denjenigen, die von der Neuregelung überrascht wurden und sie ungerecht empfinden? Oder haben Sie Verständnis für das Verhalten der Banken? Wie sollten die Banken Ihrer Meinung nach mit den Konsequenzen aus der andauernden Nullzinspolitik umgehen? Wie können die steigenden Kosten der Banken gerechter verteilt werden?

Rufen Sie uns während der Sendung an (WDR 5 Hotline 0800 5678 555) oder schreiben Sie uns Ihren Kommentar in unser Gästebuch - von 11.00 bis 14.00 Uhr.

Studiogast: Hermann-Josef Tenhagen, Chefredakteur des gemeinnützigen Verbraucherportals Finanztip

Redaktion: Beate Wolff

Gebühren fürs Bargeldabheben - gerecht?

WDR 5 Tagesgespräch | 21.04.2017 | 45:29 Min.

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Kommentare zum Thema

69 Kommentare

Neuester Kommentar von "Uel", 21.04.2017, 13:53 Uhr:

Wenn die Bank für den Dispositionskredit meines fast immer im Positiven geführten Girokontos 8,68% verlangt, für geduldete Überziehungen gar 12,6%, dann wird sie für das Ausleihen meines Geldes bestimmt mehr als die mir aufgezwungenen 0,0% bekommen!!! - Bei Abhebungen von Guthaben bin ich der Gläubiger und die Bank der Schuldner!!! Scheinen die nicht mehr zu wissen, seitdem die EZB auf unsere Kosten die Welt mit Geld zusch… ! - Es kann nicht angehen, dass man für Auszahlungen meines Geldes etwas verlangt, wenn man vorher gleichzeitig mit dem Ausleihen meines Geldes vor Gier keine Grenzen kannte.

Kommentar von "Lebensunternehmer", 21.04.2017, 13:52 Uhr:

Es wird Zeit, dass das Geld- und Bankensystem auf den Prüfstand kommt und ganz neu geordnet wird. Jeder sollte doch wissen, dass in allen Produkten, die wir jeden Tag kaufen, 35 % Zinsen stecken und in Immobilien sogar bis zu 75 %. Warum spielen die Medien immer noch dieses Spiel mit, die Bürger für dumm zu halten. Es ist dringend notwendig, sich von der Geldschöpfung durch Schulden zu verabschieden. Wie sagte Henry Ford „Es ist gut, dass die Menschen unser Banken- und Geldsystem nicht verstehen. Denn wenn sie es täten, glaube ich, es gäbe eine Revolution noch vor morgen früh“. Ein Weg zu weltweitem Wohlstand und Frieden in Harmonie mit der Natur: Gemeinwohl-Währung, Gemeinwohl-Ökonomie, Bedingungsloses Grundeinkommen.

Kommentar von "E. Sonnen, 74 J", 21.04.2017, 13:26 Uhr:

Sicher ist die Bank Dienstleister, aber die Politik und mit ihr die Wirtschaft zwingen die Kunden, sich deren Dienste zu bedienen. Dem Kunden bzw. dem Sparer bleibt bei Bargeldabschaffung keine andere Wahl bzw. der Sparer ist diesen sog. Dienstleistern und der gesetzgebenden Politik regelrecht ausgeliefert. Dieses Szenarium erinnert stark an die Gemeinde der Freiberufler, jedoch in gesonderter Form. Auch ihnen werden die Kunden vor die Nase geschoben, zudem wird ihnen auch noch die Gewerbesteuer quasi geschenkt. Wen wunderts, dass sich Anwälte, Wirtschaftsprüfer und auch Notare in kleine Ghettos treffen und geballt ihre Gewinne abgreifen können. Die Freiheiten der Menschen werden von Jahr zu Jahr und mit der Digitalisierung mehr eingeschränkt. Die Ruinen nach dem Krieg und das sog. Wirtschaftswunder konnte nur schwarz und mit Handschlag wieder aufgebaut werden. Wären die Digis damals schon unterwegs, müßten wir heute noch - oder wieder - über Ruinen steigen.

Kommentar von "Ulf Lindermann", 21.04.2017, 13:25 Uhr:

Wenn man die wacker erarbeiteten Kostenberge rund um die Automatisierung der Banken durch Geldautomaten und Online-Banking mitsamt all der damit verbundenen Störanfälligkeit, ständigen technischen Aufrüstung, Sprengungs- und Onlinekriminalitätsschäden ins Verhältnis zum Nutzen und Gewinn setzt, so bestätigt sich auch hier wieder, daß 80 % der in den zurückliegenden Jahren verrichteten Arbeit da in den Banken für die Katz war und nichts als Schuldenberge den Banken eingebrockt hat. Ebenso gut und noch besser hätten also all diese Menschen all diese Jahre in der Hängematte verbringen können und wären noch dazu schuldenfrei aufgrund nicht erledigter ruinöser Sinnlos-Arbeiten wie den oben aufgezählten. Vielleicht verstehen jetzt langsam mehr Leute, wozu das BGE realisiert werden sollte.

Kommentar von "@wdr5watch", 21.04.2017, 13:22 Uhr:

Ein "Skandal", der keiner ist! --- 10 % der Sparkassen erheben nun also Gebühren für die Automatennutzung. Diese Information hat wdr5 nun mehrfach in diversen Beiträgen gegeben und jeder aufmerksam gemachte Kunde kann nun reagieren und seine Dinge so regeln wie er es für richtig hält.--- Dafür ein Tagesgepräch!? --- Zumindest kann sich der Anrufer, der sich so über den Ankauf eines Klaviers für eine Kirchengemeinde aufregte, jetzt darüber informieren, was Sparkassen von anderen Geschäftsbanken unterscheidet und sein Geld nun einer der Banken anvertrauen, die die richtig "fetten" Boni an ihre Angestellten an der Spitze verteilen, wenn ihm das lieber ist.

Kommentar von "Ulf Lindermann", 21.04.2017, 13:16 Uhr:

Auch dieses ganze Bankentheater heute ist wieder mal ein Milliarden-schweres Best-Beispiel dafür, daß man besser mal vor einer Arbeit nach dem Sinn der selben fragen sollte, anstatt diese nach dem Groko-Motto "Hauptsache Arbeit" zu machen, ohne über deren Folgen nachzudenken. So liegen nämlich all die Kosten infolge der Bankenautomatisierung durch Geldautomaten und Online-Banking mit all der damit verbundenen Störanfälligkeit, Automatensprengung und Online-Kriminalität heute bedeutend höher, als wenn man die Arbeitsplätze in den Banken weiterhin dauerhaft erhalten hätte. Und damit nicht mehr länger das unsinnige Motto "Hauptsache Arbeit" Deutschland in den Ruin regiert, sollte man da besser mal das EZB-finanzierte Bedingungslose Grundeinkommen einführen.

Kommentar von "M. Luther", 21.04.2017, 13:06 Uhr:

@ Kommentar von "Thomas Münzer", heute, 12:56 Uhr:# Kommentar von "M. Luther", heute, 12:51 Uhr: ################################################################# Glauben sie wirklich, dass solche Aktionen von der Politik nicht abgesegnet worden sind. Das Bankgewerbe kann doch ohne politische Rückdeckung gar nicht existieren. ### Das ist durchaus vorstellbar - aber von Ihnen erst einmal eine Behauptung ohne Beleg. Ich persönlich glaube (!!), dass die Abhängigkeiten eher umgekehrt sind - siehe Rettung "systemrelevanter" Banken durch die Steuerzahler/innen. Was mir aber auch wichtig ist: kein Mensch (auch A. Merkel) ist durch und durch schlecht und hat nur böse Absichten...aber nebenbei: wieso können Sie sich noch äußern? Ich habe Ihnen doch bereits 1525 den Garaus gemacht (machen lassen) ;-)

Kommentar von "Ulf Lindermann", 21.04.2017, 12:59 Uhr:

Ist doch Quatsch, daß mit der Bargeldabschaffung angeblich die Gebührentreiberei der Banken aufhören würde. Dann geht doch der ganze Kostenwucher erst so richtig los.

Kommentar von "Ulf Lindermann", 21.04.2017, 12:57 Uhr:

Wenn die Banken heute keine günstigen Girokontoverträge mehr anbieten, kann der Kunde da nix machen. Aber die Banken dürfen nicht die alten Gratis-Onlinebanking-Girokonten jetzt mit hohen Gebühren belegen und somit die Verträge gegenüber den Kunden brechen ! Das ist absolut illegal !

Kommentar von "Thomas Münzer", 21.04.2017, 12:56 Uhr:

# Kommentar von "M. Luther", heute, 12:51 Uhr: ################################################################# Glauben sie wirklich, dass solche Aktionen von der Politik nicht abgesegnet worden sind. Das Bankgewerbe kann doch ohne politische Rückdeckung gar nicht existieren.

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