Was bedeutet Freundschaft für Sie?

Freunde sitzen zusammen am Tisch essen und trinken

Was bedeutet Freundschaft für Sie?

Am Sonntag ist der Internationale Tag der Freundschaft. Doch soziale Medien wie Facebook scheinen den Begriff Freundschaft entwertet zu haben. Was bedeutet für Sie Freundschaft? Diskutieren Sie mit im WDR 5 Tagesgespräch!

Ob in der Literatur oder im Film: Freundschaft ist eines der beliebtesten Motive fiktionaler Erzählungen. Unzählige Geschichten handeln über große, kleine, über enttäuschte, über auseinanderbrechende oder gegensätzliche Freundschaften. Schon Aristoteles hat sich in seiner „Nikomachischen Ethik“ mit der Freundschaft auseinandergesetzt.
Im Wörterbuch der Soziologie steht über die Freundschaft: „Begriff für eine besonders persönlich gefärbte Form direkter sozialer Beziehungen.“ Sie sei quantitativ begrenzt und definiere sich insbesondere über ihre Intimität. Doch ist diese Definition im digitalen Zeitalter noch aktuell? Nicht nur über 500 Freunde bei Facebook und tausende Follower bei Twitter, Instagram, Snapchat und Co. scheinen den Begriff der Freundschaft zu entwerten. Auch die direkte Beziehung und die Intimität geht durch kurzweilige Messenger wie WhatsApp verloren. Die Brieffreundschaft scheint längst ein Relikt vergangener Tage zu ein.

Auf der anderen Seite ist es im digitalen Zeitalter deutlich einfacher geworden, Freundschaften über Zeit und Entfernung aufrecht zu erhalten. Alte Schulfreunde kann man leicht im Internet finden, auch Freundesgruppen, deren Mitglieder an unterschiedlichen Orten wohnen, können heute viel leichter gemeinsam Kontakt halten. Doch für viele sind die wichtigsten Freunde immer noch diejenigen, die in der unmittelbaren Nähe leben und die man regelmäßig trifft.

Was macht Freundschaft für Sie aus? Wie gelingt sie, wodurch kann sie scheitern? Wie pflegen Sie Freundschaften? Hat sich Freundschaft für Sie verändert? Welche Freundschaften sind Ihnen besonders wichtig? Und: wie haben sich der Freundschaftsbegriff und -erfahrungen durch facebook und co. verändert?

Rufen Sie uns während der Sendung an (WDR 5 Hotline 0800 5678 555) oder schreiben Sie uns Ihren Kommentar in unser Gästebuch - von 11.00 bis 14.00 Uhr.

Studiogast: Björn Vedder, Philosoph

Redaktion: Gundi Große

Was bedeutet Freundschaft für Sie?

WDR 5 Tagesgespräch | 28.07.2017 | 45:12 Min.

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Kommentare zum Thema

12 Kommentare

Neuester Kommentar von "Synonym für Freundschaftsdienst: Gefälligkeitsgutachten!", 28.07.2017, 13:59 Uhr:

Wenn wir Freunde nach religiöser, sozialer oder ethnischer Wellenlänge, dem sog. Stallgeruch klug aussuchen und auch selbst diesem gemeinsamen Vorurteil durch eine feste Weltanschauung oder durch einen gemeinsamen rechten Glauben treu bleiben, dann können wir uns an dem schönen Gefühl einer noch reifenden Freundschaft gerade im anbrechenden Zeitalter des Postfaktischen lange erfreuen und so über den gefühlten Terror der fremden Andersartigkeit des Unglaubens gegenseitig hinwegtrösten. Nur wenn wir treulos etwa durch Humanität vom rechten Glauben abfallen wie eine reife Frucht vom Baum der Erkenntnis, indem "wir uns stark verwandeln, dann werden unsere Freunde, die nicht verwandelten, zu Gespenstern unserer eigenen Vergangenheit: ihre Stimme tönt schattenhaft-schauerlich zu uns heran - als ob wir uns selber hörten, aber jünger, härter, ungereifter." Doch ohne diese Empfindung der Humanität "wird jede Freundschaft, jede Jünger- und Schülerschaft irgendwann einmal zur Heuchelei."

Kommentar von "Wer‘s glaubt wird selig", 28.07.2017, 13:57 Uhr:

Viele Leute gehen mit der Definition Freunde ausgiebig lapidar um. So etwas wie tauglich oder nützlich sollte mindestens dabei sein. Was muss die Altersklasse Großeltern kümmerlich, nichts sagend durch den Tag gewandelt sein. Ohne Twitter, (w)hat’s up & dem gesamten attraktiven Freundschafts-Flitter; um, wie auf dem WDR5 Bildchen dargestellt, riesige Freundschafts-Reservate abrufen zu können. Spaß-Vereinigung primär. Die Sangria Lustleute heben das Glas & haben fiele Vreunde. Ganz anders die Anrufenden, die das Programm emotional animierten. Bildschönes Wochenende.

Kommentar von "anonym", 28.07.2017, 13:30 Uhr:

Das Wort "Freund" wird heute viel zu schnell ge- bzw. missbraucht. "Bekannter" trifft es oft viel besser. Es ist noch lange nicht der ein Freund, mit dem ich nach Feierabend regelmäßig ein Bierchen zische oder einen Anlass feiere. Ein Freund ist ein Mensch, der mit mir seelenverwandt ist, der meistens dasselbe denkt und fühlt wie ich. Und der mich daher in der Stunde der Not auch wirklich trösten kann. Eine Vertrauensperson eben.

Kommentar von "Anna Elisa", 28.07.2017, 13:12 Uhr:

In „Der kleine Prinz“ Kapitel XXI von Antoine de Saint Exupéry beschreibt der Fuchs das Werden und Wesen der Freundschaft: ….. "Nein", sagte der kleine Prinz, "ich suche Freunde. Was heißt ,zähmen'?" "Zähmen, das ist eine in Vergessenheit geratene Sache", sagte der Fuchs. "Es bedeutet: sich vertraut machen " "Vertraut machen?" "Gewiß", sagte der Fuchs. "Du bist für mich noch nichts als ein kleiner Knabe, der hunderttausend kleinen Knaben völlig gleicht. Ich brauche dich nicht, und du brauchst mich ebensowenig. Ich bin für dich nur ein Fuchs, der hunderttausend Füchsen gleicht. Aber wenn du mich zähmst, werden wir einander brauchen. Du wirst für mich einzig sein in der Welt. Ich werde für dich einzig sein in der Welt …" "Die Menschen haben diese Wahrheit vergessen", sagte der Fuchs. "Aber du darfst sie nicht vergessen. !!!!!!! Und jetzt kommt mein Lieblingszitat aus diesem Buch: !!!!!!! Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast!!!!!

Kommentar von "xxx", 28.07.2017, 12:54 Uhr:

Was mache ich mit Leuten, mit denen ich mich nett unterhalte, die aber hinterher meinen, sie wären mein bester Freund?

Kommentar von "Das Thema scheint nicht viele zu bewegen...", 28.07.2017, 12:44 Uhr:

In einer Ich-Gesellschaft da braucht man keine Freunde, da hat man viele Bekannte. Come in and out wie es gerade passt. Freunde erkennt man daran, wenn Du jemanden wirklich brauchst und er ist da. Damit meine ich nicht das einfache Zuhören, das ist bei den meisten nur Neugierde. Nein, sich persönlich einsetzen, mit Zeitaufwand und Engagement helfen. Die meisten Menschen die sich auf meinem Weg Freunde nannten oder so genannt wurden, stellten sich später meist als nähere Bekannte heraus. Traurig. Und ja es wird schwieriger mit zunehmendem Alter dauerhafte Freunde zu finden. Meine besten Freunde/innen sind die, die ich bereits mein Leben lang kenne oder schon teils verlieren mußte...

Kommentar von "Michael", 28.07.2017, 12:30 Uhr:

Ich bin 43, "Freundschaft" war auch mir immer extrem wichtig. Leider muss ich sagen, dass ich es nicht geschafft habe, meine Jugendfreundschaften aufrecht zu halten, mehrere Umzüge haben sie nicht überlebt. Neue Freundschaften aufzubauen ist Ü40 extrem schwierig/schier unmöglich. Ich glaube, Frauen schaffen dies viel besser und viel geschickter. Alle Frauen, die ich kenne, pflegen noch ihre Jungendfreundschaften, Männer haben da im Jahr 2017 immer noch große Probleme. Dies ist mehr als schade, denn ich glaube, dass Freundschaften und die eigene Familie die wahren Schätze sind, die das Leben zu bieten hat. Alles andere ist "Beiwerk".

Kommentar von "anonym", 28.07.2017, 12:23 Uhr:

Früher wäre ich für Freunde durch das Feuer gegangen. Heute bin ich desillusioniert bei der Feststellung, dass Freunde oft nur noch "Gut-Wetter-Freunde" sind. Viele Menschen wollen heutzutage nur noch mit dir feiern aber nicht mehr mit dir trauern. Hast du alles, bist du alles. Aber wehe es geht dir schlecht - dann verp... sich die meisten!

Kommentar von "Max", 28.07.2017, 11:44 Uhr:

Ein Pioniergruß, - der auch da nur missbraucht wurde, getrennt durch eine Mauer der Realität. Heute schreiben die Jungen Leute ihre Stasi-Akten selbst im unerschütterlichen Glauben an einer sozialen Scheinwelt, die genau-sowenig etwas mit echter Freundschaft zu tun hat.

Kommentar von "E. Sonnen, 75J", 28.07.2017, 11:37 Uhr:

Freundschaft bedeutet Zeitaufwand, jede scheidung killt Freundschaften, arbeitsstress ebenso. Sprach- und Blicklosigkeit verhindern sie sogar. Junge weichen aus ins netz.

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