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Höllenschlund und Naturparadies – Besuch im Osten des Kongo

Höllenschlund und Naturparadies – Besuch im Osten des Kongo

Von Bettina Rühl

Ein See und Vulkane, Schimpansen, Gorillas und Bergregenwald – im fruchtbaren afrikanischen Land Kongo gibt es fast alles. Touristen sind sehr willkommen, weil sie Jobs schaffen und Geld für den Naturschutz dalassen.

Ein kleines Stück Land mit einer Hütte in einem großem See umgeben von Bergen

Eine Fahrt quer über den Kivusee dauert mehrere Stunden. Der See liegt im großen afrikanischen Grabenbruch und ist deshalb von Bergen umgeben. In der Tiefe gibt es allerdings eine gefährliche Blase mit Methangas.

Eine Fahrt quer über den Kivusee dauert mehrere Stunden. Der See liegt im großen afrikanischen Grabenbruch und ist deshalb von Bergen umgeben. In der Tiefe gibt es allerdings eine gefährliche Blase mit Methangas.

Die Technik vieler Fischer hat sich seit Urzeiten nicht verändert. Viele fahren schon in der Dämmerung raus, ihre Gesänge sind in der Stille des Morgens bis ans Ufer zu hören.

Der Nyiragongo ist einer von acht Vulkanen im östlichen afrikanischen Grabenbruch und 3469 Meter hoch. Alle dreihundert Höhenmeter wird Rast gemacht. Trotzdem ist der Aufstieg eine Herausforderung.

Auf den acht Kilometern bis zum Krater verändert sich die Landschaft mehrfach. Am Anfang wächst alles wegen der tropischen Feuchte noch üppig.

Der Nyiragongo erhebt sich wie ein Kegel inmitten der Landschaft. Der Blick geht deshalb weit in die Ferne, sogar die Hügelketten des benachbarten Ruanda sind zu sehen. Ein Regenbogen entschädigt für den Guss der letzten Stunden.

Die beiden Wildhüter Deogracias Matemane und Patrick Saroti steigen mehrmals in der Woche mit Touristen auf den Gipfel. Trotz aller Routine genießen die beiden die Schönheit der Landschaft noch immer. "Das ist etwas ganz besonderes", sagt Patrick (rechts).  

Selbst in Afrika können Nächte kalt sein. Auf dem Gipfel des Vulkans, auf 3469 Metern Höhe, liegen die Temperaturen zwischen drei und zehn Grad. Das wärmende Feuer in der Küchenhütte ist den beiden Rangern deshalb willkommen.

Die Holzhütte unterhalb des Kraters ist das Toilettenhäuschen. Jeder Gang ist ein abenteuerlich steiler Abstieg über schroffes Lavagestein. Aber die Aussicht ist dafür spektakulär!

Und das ist der Höhepunkt, der Blick in den Lavasee. Der Nyiragongo ist einer der aktivsten Vulkane weltweit, und damit einer der gefährlichsten. "Auch wenn du das schon tausend Mal gesehen hast, bist du jedes Mal wieder überwältigt", schwärmt Patrick.

Und noch ein Highlight, am nächsten Morgen: Über dem Tal hängen Regenwolken, hier oben deutet sich die Sonne an, und einen heißen Kaffee gibt es gleich auch.

Nicht weit vom Nyiragongo entfernt gibt es, ebenfalls im Virunga-Nationalpark, ein Waisenhaus für Berggorillas. Die vier Bewohner sind längst erwachsen, müssen aber bleiben: in Freiheit könnten sie nicht überleben ohne das Wissen, das andere junge Affen von ihren Eltern vermittelt bekommen.

Zurück am Kivusee, der nur 20 Kilometer vom Nyiragongo entfernt ist. Hier lässt es sich gut von den Strapazen der Wanderung erholen.

Stand: 14.07.2017, 08:59 Uhr