Oléron oder der "Garten Eden"

Oléron oder der "Garten Eden"

Von Martina Zimmermann

Die "Insel des Lichts" liegt an der französischen Antlantkküste. Flora und Fauna auf Oléron sind eine Mischung aus Atlantik und Mittelmeer, die Sandstrände gesäumt von Dünen und Wäldern. Für die Pariserin Marie-Françoise Sabellico ist die Insel der "Garten Eden".

Blick auf den Atlantik von Oléron

Die 224 Stufen auf den Leuchtturm von Fort Chassiron hinaufzusteigen, ist der Preis für diese Aussicht auf Meer und Insel. Oléron ist nach Korsika die zweitgrößte französische Insel. Sie liegt in etwa vor La Rochelle im Atlantischen Ozean.

Die 224 Stufen auf den Leuchtturm von Fort Chassiron hinaufzusteigen, ist der Preis für diese Aussicht auf Meer und Insel. Oléron ist nach Korsika die zweitgrößte französische Insel. Sie liegt in etwa vor La Rochelle im Atlantischen Ozean.

Es ist still, das Meer hat sich zurückgezogen. Die aufgehende Sonne wirft ihr Licht auf das Wattenmeer. 

Oléron wird auch "Insel des Lichts" genannt: "Jeder Tag hat ein paar Sonnenstrahlen zu bieten, jeden Tag gibt es ein tolles Licht", sagt Marie-Françoise Sabellico.

Die 61jährige Sabellico ist in Paris geboren und hat dort gelebt. Doch eines Tages war die elegante Kommunikationsspezialistin "reif für die Insel": Sie kaufte sich eine Fischerhütte am Ozean und bald auch das benachbarte Haus, zog auf die Insel. Das ist 18 Jahre her. "Jedes Mal, wenn ich nach Hause zurückkomme, habe ich ein Gefühl der Leichtigkeit, das Gefühl des Glücks. Wenn ich über die Brücke auf die Insel fahre, drehe ich die Musik laut und es ist jedes Mal ein magischer Augenblick für mich."

Die Oléron-Insel ist 34 Kilometer lang und an der breitesten Stelle zwölf Kilometer breit: 175 Quadratkilometer mit einer wilden Natur. Flora und Fauna sind eine Mischung aus Atlantik und Mittelmeer, hier wachsen Stein- und Kermeseichen, Pinien und Kiefern. Die Dünen werden gesäumt von Wäldern. 285 Vogelarten fühlen sich hier wohl.

Am Meeresrand und im Innern der Insel befinden sich Moore mit Bächen und Salzseen: Dort wird Salz gewonnen und es werden Austern gezüchtet. Wir haben hier eine außergewöhnliche Lebensqualität, schwärmt auch James Robert. Er raffiniert Austern in den Salzseen im Moor, aber er serviert auch in einer einfachen Fischerhütte gastronomische Köstlichkeiten, darunter auch Austern.

Die Zahl von Austernzüchtern und Fischern geht zurück, die jungen Leute suchen eine leichtere Arbeit. Im Badeort Dolus d’Oléron wurden die leerstehenden Fischerhütten bunt angestrichen und in Werkstätten für Künstler und Kunsthandwerker umgewandelt.

Eine Ukulele-Werkstatt gibt es nur in Dolus d’Oléron. Hier werden einzigartige Modelle hergestellt. Unter den Kunden sind viele Hobbymusiker, die sich für das kleine und platte Modell interessieren, das in dieser Werkstatt exklusiv hergestellt wird.

"Alle Werkstätten verkaufen nur, was hier hergestellt wird", erklärt Verkäufer Fabien in dem Laden voller Banjos und Ukulele-Gitarren: "Sie müssen hauptsächlich mit dem Zeigefinger spielen, machen Sie eine Bewegung als wollten Sie ein Insekt verjagen. Dann haben Sie den typischen Sound."

Die Oléron-Insel ist ein Paradies zum Segeln, Kajakfahren und Rudern. Im Vergleich zur touristisch sehr erschlossenen Nachbarinsel Ile de Ré gilt die Ile d’Oléron als wild. Der feine Sandstrand ist typisch für die Insel. 

Es gibt einen kleinen Yacht-Hafen, aber auch einen echten Fischerhafen in La Côtinière. In der Fischhalle kann man auch den frisch gefangenen Fisch probieren und kaufen. Die Hafenpromenade ist ein beliebtes Ausflugsziel.

Stand: 18.07.2017, 14:04 Uhr