NRW Tipp: Meschede

Sinnespfad

NRW Tipp: Meschede

Meschede ist ein buchstäblich himmlisches Ausflugsziel in NRW: Direkt an der Hennetalsperre liegt die "Himmelstreppe". Außerdem können Besucher die Benediktiner-Abtei Königsmünster mit ihrer Friedenskirche entdecken.

Die Himmelstreppe beginnt am Ende des Henne-Boulevards, der aus der Innenstadt zum Hennesee führt. Über 333 Stufen geht es in die Höhe. Wobei die Metall-Treppe quasi auf den Damm aufgelegt ist und sich dessen Topographie anpasst: Im unteren Bereich verläuft die Treppe sehr flach, wird allerdings nach oben hin immer steiler. Von der Dammkrone aus bietet sich zur einen Seite ein Ausblick auf die Kreisstadt Meschede. Zur anderen Seite hin blickt man auf die Hennetalsperre.

Oberhalb der Dammkrone, im Wald, liegt ein Sinne-Pfad. Dort erreicht man über schmale Trampelpfade unterschiedliche Mitmach-Stationen. Zum Beispiel eine Horchstation, eine Holzliege mit Trichterohren zu beiden Seiten.

Ein geschwungener Weg führt am See entlang, wobei es speziell für Menschen mit Behinderungen Parkmöglichkeiten nah an der Talsperre und auch eine barrierefreie Wegvariante gibt. Dort bieten Plattformen besondere Aussichten über den See; unter anderem frei schwebend über einem alten Steinbruch, in dem das Material für dem Staudamm abgebaut wurde.
Direkt am Seeufer sind auch die Friedensglocken zu finden. Das sind alte Bombenköpfe, die zerlegt und zu Glocken umgearbeitet worden sind. Einige Hammer liegen bereit – anschlagen und dem Klang lauschen ist also erwünscht!

Am anderen Ende von Meschede liegt die Benediktiner-Abtei Königsmünster mit der rot-verklinkerten Friedenskirche. Sie wurde Anfang der 1960er Jahre gebaut und wirkt von ihrer Form her wie eine Burg oder ein einlaufendes Schiff. Der Kirchenraum ist als offenes Fünfeck gestaltet. Über dem Altarraum schwebt das Kreuz mit einem goldenen Korpus. Der Christus trägt eine Krone aus dem Gold von Eheringen, die Kriegerwitwen nach dem Zweiten Weltkrieg der Abtei gespendet haben. Auf dieser Krone stecken viele andere Kostbarkeiten: Münzen, Edelsteine, Gemen sowie Ringe aus aller Welt und oben als Abschluss, das Stück von einem Meteoriten. Im Altarraum steht ein Thron, der mit einer Ikone bestückt ist. Sie wurde auf dem Berg Athos in Nordgriechenland von einem orthodoxen Mönch gefertigt und der Abtei von einem Protestanten zur Kirchweih geschenkt. An den Wänden der Kirche sind zwölf Kerzenleuchter angebracht, unter denen jeweils Steine aus der ganzen in die Wand eingelassen sind. Sie stammen allesamt von Orten, die für die Menschheit, für Christen und für die Mönche von Bedeutung – und zwar sowohl in positiver als auch negativer Hinsicht. So gibt es einen Stein aus Jerusalem, einen aus der Hagia Sofia, aber auch aus Dachau. Rechts und links des Altars erheben sich hohe Türme. Im linken befindet sich die Marienkapelle, im rechten der Tabernakel. Der 32 Meter hohe rechte Turm ist hohl und besticht durch eine besondere Akustik. Besucher dürfen das ausprobieren, etwas lauter sagen oder gern auch singen.

Autorin: Corina Wegler-Pöttgen
Redaktion: Marion Grob

Stand: 20.05.2017, 10:05